Zyprische Sparer wurden zu unfreiwilligen Aktionären

Sparer Enteignung Zypern-


Brüssel konnte eines der Auflagen zur Zypern-Kredithilfe von der Bank of Cyprus umsetzen lassen. Vorerst wurde ein Großteil der beschlagnahmten und eingefrorenen Sparguthaben in Bank-Aktien umgewandelt. Zyperns Anleger wurde somit zu Anteilseignern der zu rettenden Bank, mit einem bitteren Beigeschmack.

Bargeld in Aktien umgewandelt – Der Rest bleibt auf Eis

Aktienanteile
Zyperns Sparer jetzt zum Börsenstudium verdonnert

Die Regierung in Nikosia sperrte in einer Nacht- und Nebelaktion die Konten sämtlicher Sparer und Anleger bei einer zyprischen Bank. Nach einigem nervenaufreibenden Hin- und Her einigten sich die Troika sowie die zyprische Regierung auf ein „Enteignungs-Paket“, welches die Sparguthaben über 100.000,- Euro bis zu einem Umfang von 60% in Beschlag nimmt.

Bis dato war weder die genaue Summe noch die Art und Weise geklärt, wie das eingefrorene Kapital der Anleger zu verwenden sei. Die EU-Kommission hatte jedoch genauere Vorstellungen welchem Zweck das enteignete Geld zugeführt werden solle. Letztendlich wurde die gewünschte Umwandlung des Sparkapitals eine Bedingung zum zugesagten Hilfspaket. Diesem „Wunsch“ ist nun die Bank of Cyprus nachgekommen. Die Einlagen ihrer Kunden werden in Eigenkapital umgewandelt.

Am Sonntag teilte lt. Handelsblatt online (Montag) die größte Bank Zyperns mit, dass vorerst 37,5 Prozent der eingefrorenen Sparguthaben über dem Betrag von 100.000,- Euro in Aktien umgewandelt worden sind. Damit blieben noch 22,5 Prozent des Kapitals übrig, über dessen Zukunft noch entschieden werden müsse. Eine weitere Umwandlung in Anteile der Bank gilt als wahrscheinlich.

Wenn aus einfachen Sparern Aktionäre werden

Mit etwas zynischem Blick sind die einst unbedarften Anleger und Sparer bei den zyprischen Banken die „Karriere-Leiter“ gleich um zwei Stufen nach oben gestiegen. Ginge es um das künftige Banken-Rettungsprogramm, wären zuerst die Inhaber bzw. Anteilseigner an der Reihe, um deren Vermögen zur Bankenrekapitalisierung in Beschlag zu nehmen. Anschließend kämen die Gläubiger an die Reihe und dann erst die zukünftigen Neuanleger. Ganz am Ende der „Nahrungskette“ würde dann der ESM einspringen, sofern die geplante direkte Bankenrekapitalisierung im Rahmen einer Bankenunion umgesetzt wurde.

Damit stünden die bereits geschröpften Zyprioten und ausländischen Anleger mit ihren unfreiwillig eingetauschten Guthaben automatisch in der ersten Reihe, sollte z.B. die Bank of Cyprus wiederholt ins Straucheln geraten. Potenziell hängte zusätzlich jeder am Konto neu angelegte Euro wie ein reifer Apfel zur Ernte bereit. Der hypothetische Gedanke, die durch die EZB angedachte Einstampfung des 500-er Euro-Scheins könnte der Anfang einer stufenlosen Bargeldabschaffung bedeuten, erhält langsam klar erkennbare Konturen.

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