Zyperns Präsident: Eurogruppe wollte Einlagensicherung übergehen

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Zyperns Präsident Anastasiadis beschuldigt die Finanzminister der Euro-Länder, die selbst geschaffene 100.000 Euro Einlagensicherung bei der Enteignung der Sparer bewusst ignoriert zu haben.

Zypern

Am Ende dürfte auch ein einziger Cent auf dem Konto nicht mehr sicher sein

„Bundesregierung war stets gegen die Verletzung der Einlagensicherung“

Ein Nachtreten oder doch ein Fünkchen Wahrheit? Zyperns Regierungschef Anastasiadis bezichtigt die Länder der Euro-Zone, die Grenze von 100.000,- Euro auf Bankguthaben einfach übergangen zu haben. Der Anastasiadis erklärte gegenüber der F.A.Z. (Sonntag), die Finanzminister der Euro-Zone haben darauf bestanden, die Zwangsabgabe auch auf Guthaben von weniger als 100.000 Euro anzusetzen.

Falsch sei die Behauptung, die Zwangsabgabe für Bankguthaben unter 100.000 Euro sei von Zypern selbst gefordert worden. „Das wäre eine illegale Forderung gewesen“, so der Regierungschef zur F.A.Z.. Die Einlagen bis zu 100.000 Euro seien in der Euro-Zone garantiert und wären diese angetastet worden, so wäre es auch die Pflicht der Eurogruppe gewesen, Zypern entsprechend entgegen zu kommen. Der Vorschlag, Einlagen bis 100.000 Euro auf zyprischen Banken mit 6,75 Prozent zu belasten, kam jedoch per einstimmige Entscheidung von allen anderen Euro-Ländern, so Zyperns Regierungschef.

Das Bundesfinanzministerium sieht die Vorgänge um die Zypern-Rettung in einem anderen Licht. Eine Sprecherin des Ministeriums erklärte, dass sich Deutschland dafür eingesetzt habe, die Einlagensicherung bis 100.000 Euro zu respektieren.

In den „Irrungen und Wirrungen“ um die Rettung der Mittelmeerinsel Zypern waren die Aussagen um die 100.000-Euro-Grenze ohnehin sehr widersprüchlich. Am 17. März 2013 erklärte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), dass für das Rettungspaket bestimmte Summen gebraucht wurden und deshalb die „Beteiligung der Anleger und Eigentümer breit angelegt“ werden müsse. Nur einen Tag später will sich die Bundesregierung für den Schutz der Kleinanleger eingesetzt haben.

Der vermeintliche Zugriff auf die von den Euro-Ländern selbst geschaffene Einlagensicherung sorgte für großes Aufsehen und vor allem eine breite Verunsicherung bei den Sparern. Die Eurogruppe ruderte sehr schnell zurück und erklärte die 100.000 Euro Grenz als „selbstverständlich“. Die Geldgeber fanden eine neue Lösung mit einer Zwangsenteignung von 47,5 Prozent für die Beträge größer als die Einlagensicherung.

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