Zyperns Parlament lehnt Brüssel-Diktat ab – Offene Zukunft

Zypernkrise-


Das zyprische Parlament hat wie erwartet die von Brüssel diktierte Bedingung für das milliardenschwere Hilfspaket abgelehnt. Damit stehen die Zukunft Zyperns und die der Einwohner weiterhin offen.

Klare Ablehnung des Zwangspakets aus Brüssel

Zypern
Zypern: Die einsame Euro-Insel im Mittelmeer

Eine Ablehnung des Zwangspakets durch das zyprische Parlament stand zwar bereits im Raum, aber Brüssel hatte sich offenbar an den letzten Halm der Hoffnung geklammert, dass dies nur eine Fiktion bleiben würde. Sogar Zyperns Präsident Anastasiades hatte an einem positiven Abstimmungsergebnis geglaubt. Am Ende blieb dennoch nur die Realität übrig. Die Abgeordneten haben das „Diktat“ der EU abgelehnt.

Die Abstimmung des Parlaments fiel mit 36 Gegenstimmen (von 56 Abgeordneten) relativ klar gegen die Zwangsmaßnahme aus, 19 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Mit dieser Ausgangssituation hängt Zypern bereits über dem Abgrund und wird nur noch vom „seidenen Faden“ der noch vorhandenen Liquidität gehalten.

Lenkt die EZB doch noch ein?
Noch am letzten Wochenende holte die Europäische Zentralbank die „verbale Keule“ heraus, den Geldhahn für Zyperns Banken zuzudrehen, wenn das Parlament den Bedingungen des Rettungspakets zustimmen wollte. Nun teilte die EZB mit, die Entscheidung des zyprischen Parlaments „zur Kenntnis“ genommen zu haben und werde weiterhin in Kontakt mit den Partnern der Troika bleiben.

Für die Bürger Zyperns stellt die Ablehnung durch das Parlament keine sichtliche Besserung dar. Temporär wurde der Zugriff auf ihre Sparguthaben „nach Plan“ verhindert. Am Ende könnte allerdings der vollständige Verlust ihrer Einlagen auf dem Spiel stehen, wenn es zu einem Zusammenbruch des Bankensystems sowie der Staatsinsolvenz Zyperns kommen sollte. Darüber hinaus besitzen die Zyprioten ihr Geld buchstäblich nur auf dem Papier. Der Zugriff auf ihre Konten ist seit Samstagmorgen verwehrt, die Banken bleiben mindestens bis Donnerstag geschlossen.

Inzwischen meldeten jedoch die Nachrichtenagenturen der Mittelmeerinsel, dass die Geldhäuser sogar noch eine weitere ganze Woche geschlossen bleiben könnten. Der als sicher geltende Banken-Run würde den Kreditinstituten den endgültigen Todesstoß versetzen und ob der Versuch, das Geld vom Konto zu räumen, friedlich ablaufen würde, darf angezweifelt werden.

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