Zypern Zwangs-Steuer: Droht für Sparer am Ende der Totalverlust?

Zypern-Krise-


Derzeit schweben Zyperns Privatanleger zwischen einer Enteignung um 6,75% bzw. 9,9% ihrer angelegten Sparguthaben und einem potenziellem Totalverlust. Die Freigabe der „Zwangs-Steuer“ durch das Parlament steht noch an und es ist keineswegs sichergestellt, ob das Troika-Diktat auf eine mehrheitliche Zustimmung trifft. Es besteht die Gefahr, dass Zyperns Banken in einem fließenden Übergang zum totalen Zusammenbruch geführt werden. In diesem Fall würden die Bankguthaben vollständig „verschüttet“ werden.

Aus einer Teil-Enteignung könnte ein Totalverlust werden

Zypern Insolvenz
Schlittert Zypern am Ende doch in die Insolvenz?

Nachdem die Troika aus der Euro-Gruppe, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB), das verlängerte Wochenende nutzen, um ihrem Enteignungsplan durch einen Feiertag am Montag mehr Spielraum zu verleihen, scheint Zyperns Staatschef Nicos Anastasiades ebenfalls diesen zusätzlichen Kalendertag mit geschlossenen Banken nutzen zu wollen, um das Parlament, wie nun die zyprische Nachrichtenagentur meldete, statt am Sonntag erst morgen abstimmen zu lassen.

Eigentlich wäre die Parlamentsabstimmung für den heutigen Sonntag geplant gewesen, um dem Diktat aus Brüssel den Segen oder eben eine Abfuhr zu erteilen. Jörg Asmussen, Direktoriums-Mitglied der EZB, dürfte diese Entscheidung ganz und gar nicht gefallen, da er eine umgehende Umsetzung der Enteignung wünschte, um für den kommenden Dienstag einen gefürchteten Bankenrun zu vermeiden.

Dabei wäre die Freigabe der Zwangsabgabe auch für den Sonntag nicht gewährleistet gewesen, da Zyperns Regierungsopposition lt. DW.de (Sonntag) bereits eine Ablehnung ankündigte und die Zustimmung sämtlicher die Regierung unterstützenden Parteien nicht gewährleistet ist.

Doch noch „fließender Übergang“ zum Komplett-Zusammenbruch?

Das Rennen um die Privateinlagen ist somit noch nicht entschieden. Das Spiel „David gegen Goliath“ wechselte inzwischen zu einem Wettlauf zwischen „Igel und den Hasen“. Zyperns Regierung denkt inzwischen darüber nach, ob nach dem offiziellen Feiertag am Montag ein zusätzlicher „Not“ Feiertag angehängt werden könne, um die Banken geschlossen zu halten. Sehr viele Menschen in Zypern dürften inzwischen über gar kein Bargeld mehr verfügen und ein Zugriff auf die (eigenen) Einlagen ist durch die Kontensperre verwehrt. Dennoch müssen sie irgendwie über die Runden kommen.

Besonders interessant dürften die Entwicklungen werden, falls das Parlament Zyperns der Troika eine Abfuhr erteilt und die „Sonder-Steuer“ auf alle Spareinlagen ablehnt. Im Extremfall könnten die Banken gleich geschlossen bleiben, denn ab dem 19. März wird die EZB ihre Hilfszahlungen einstellen und den Start für eine unkontrollierte Insolvenz einläuten.

Für Zypern gab es nur zwei Alternativen. Sollte das Land die Zwangs-Enteignung als Bedingung für die notwendige Milliarden-Hilfe ablehnen, werde damit der Zusammenbruch des zyprischen Bankensystems mit der anschließenden unkontrollierten Staats-Insolvenz eingeleitet oder man ginge den Weg eines „schmerzhaften, aber kontrollierten Krisenmanagements“.

Die Troika ließ dem zyprischen Staats-Chef weder eine weitere Alternative, geschweige ein Mitspracherecht. Medien die davon Sprechen, dass Anastasiades für das Rettungspaket werbe, verschweigen jedoch, dass der sinngemäße „Mann im Hintergrund“ bereits den Finger am Abzug hat.

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