Zypern fordert vollen Rettungsschirm für marode Banken

Rettungsschirm Zypern-


Zypern fordert eine direkte Rekapitalisierung der Banken über die Hilfsprogramme der Eurozone ein. Das Hilfspaket per ESM und IWF soll bereits bis Oktober fertiggestellt sein und „auf Wunsch“ eine fünfjährige Überbrückung gegen die drohende Pleite bieten können.

Voll aufgespannter Rettungsschirm über Zypern

Zypern Rettungsschirm
Zypern will ESM anzapfen

Zypern hat sich neben Spanien gestellt, um sich die Banken mit einem „Geldsegen“ aus dem Hilfsfonds ESM retten zu lassen. Panicos Demetriades, Gouverneur der Zentralbank von Zypern, erklärte dem Handelsblatt (Montagsausgabe), „es wäre sehr wichtig für uns, dass der ESM unsere Banken ab Januar 2013 direkt rekapitalisiert“.

Mit weiteren Details unterstreicht der Gouverneur seine besonderen Wünsche für die Euro-Mitgliedsländer in besonderen Situationen, „idealerweise sollte der ESM den künftigen Kapitalbedarf der systemischen Geldinstitute in der Euro-Zone decken, wenn die Bankenunion geschaffen ist. Insbesondere kleine Länder mit einem großen Bankensektor wie Zypern werden sonst überfordert“.

Bereits aus der heutigen Sicht des Notenbankchefs würde ein dreijähriges Hilfsprogramm nicht reichen, „es könnte vier oder fünf Jahre dauern“, so Demetriades. Er setzt darauf, dass das Hilfsprogramm von Euro-Zone und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) für Zypern bereits im Oktober fertiggestellt ist.

Bereits im vergangenen Juni stellte Zypern einen Antrag auf Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm. Im Gegensatz zu den Bankenrettungs-Plänen für Spanien wird über das kleine EU-Mitgliedsland der Rettungsschirm vollständig aufgespannt werden. Zypern hat somit die auferlegten Reform- und Sparprogramme zu erfüllen. Zu den Maßnahmen wird u.a. die Erhöhung der derzeit extrem niedrigen Umsatzsteuer gefordert.

Die unantastbare Grauzone bei den Banken Zyperns

Zypern hatte bereits, gelinde ausgedrückt, schon immer eine etwas zweifelhafte Position in den Bereichen Steuerflucht und „besondere Optionen“. Eine Mitgliedschaft innerhalb der EU und das außergewöhnliche Bankensystem mit ihren Bankgeheimnissen sowie umfangreiche „Offshore-Möglichkeiten“, waren eine ideale Kombination, um dem „Festland Europa“ und den Fiskus-Forderungen zu entkommen.

Jahrelang wurde rege davon Gebrauch gemacht und Milliarden-Summen „unlauter“ eingebrachtes Kapital schlummern auf den Bankkonten Zyperns. Offensichtlich wird dieser Umstand nicht einmal hinterfragt. Vorzugsweise nimmt man den Steuerzahler auf dem „Euro-Festland“ wiederholt in Haftung und belässt bewusst eine „Grauzone“ für die ausgesuchten Bankkunden.

Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Beitrag anderen Menschen mitteilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.