Zwei Drittel sind finanziell abhängig von Familie oder Nebenjob

Bezahlte Nebentätigkeit-


Frägt man die Menschen selbst nach ihren Einkommensverhältnissen, dem Aufwand für den Lebensunterhalt und ob es überhaupt reicht, ohne einen bezahlten Nebenjob anzunehmen, erhält man offensichtlich ganz andere Antworten, wie es so manche „offizielle“ Statistik darzustellen glaubt. Lediglich einem Drittel der Bundesbürger reicht das Einkommen aus, um sein Leben meistern zu können.

Überwiegende Abhängigkeit von Partner, Familie und Nebenjob

bezahlter Nebenjob
Zu wenig Geld? Mehr arbeiten!
Bild: Kreuznacher Zeitung / pixelio.de

Ob das monatliche Einkommen aus der hauptberuflichen Tätigkeit zum Bestreiten des Lebensunterhalts ausreicht, oder eine Nebenjob erforderlich ist, um das sonst drohende regelmäßige Minus abzuwenden, hängt sehr stark von der individuellen Situation ab. Ein Nebenberuf steht bei vielen Menschen auch deswegen hoch im Kurs, weil sich gerne ein paar Extras geleistet werden will. Nicht zu vergessen die Studenten und Schüler, die den „Nebenjob“ eigentlich als „Haupteinkommen“ bezeichnen können.

Sofern die berufliche Nebentätigkeit freiwillig ausgeführt wird, wäre deren Verlust noch zu verschmerzen, aber sehr viele sind schlicht von einer Aufstockung des monatlichen Grundgehalts angewiesen. Wie viele Bundesbürger, in welchem Alter und vor allem warum einen Nebenverdienst anstreben, wollte die Postbank genauer wissen und beauftragte Emnid dies über eine Umfrage herauszufinden.

Demnach gaben 36% der Befragten an, den eigenen Lebensunterhalt entweder erst gar nicht finanzieren zu können oder dazu gezwungen wären, sich in der Lebensweise einzuschränken. Mit 34% ist ein weiteres Drittel auf die Unterstützung von der Familie oder vom Lebenspartner angewiesen. Das normale Einkommen reicht den übrigen 30% der befragten Personen aus.

Die Menschen in den neuen Bundesländern müssen mit 37% Anteil die meisten finanziellen Einschränkungen hinnehmen, damit die monatlichen Kosten bestritten werden können. Von den westdeutschen Einwohnern müssen Lediglich 19% „Zurückhaltung üben“, um den Lebensunterhalt meistern zu können. Aus der Umfrage ging auch der prägnante Unterschied mit dem Umgang des zu niedrigen Einkommens hervor. Während Westdeutsche bevorzugt einen Nebenjob annehmen, verzichten die Bewohner Ostdeutschlands lieber auf den einen oder anderen Einkauf.

Laut den Umfrageergebnissen üben in Westdeutschland 14% eine bezahlte Nebentätigkeit aus und im Osten dagegen nur 7%.

Der Konsumverzicht wegen zu niedrigem Einkommens

Quelle: Postbank

Sucht der Bundesbürger sein Glück in der Arbeit?

Die Zahlen sind eigentlich alarmierend. Mehr als ein Drittel der deutschen Bürger hätte somit ein zu geringes Einkommen, um den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Aus der Statistik sind allerdings nicht die einzelnen Ausgabeposten der einzelnen Befragten ersichtlich. Ob es sich um unausweichliche Fixkosten handelt, wie Monatsmieten und Unterhaltsverpflichtungen, oder um laufende Kredite, die in einer persönlichen Fehleinschätzung abgeschlossen wurden.

Ein weiteres Drittel wurde bereits als von Familie oder Lebenspartner finanziell Abhängige eingeteilt und fielen somit aus einer finanziellen Schieflage, z.B. wegen Tod des Partners, statistisch heraus.

Etwas weniger als ein Drittel gibt sich als zufrieden mit seinem Einkommen.

Das Meinungsforschungsinstitut Allensbach will im September herausgefunden haben, dass sich immer noch 24% der berufstätigen Bundesbürger als „Wohlverdiener“ bezeichnen würden. Die Anzahl der Personen, die sich als „Wohlstandsgewinner“ bezeichneten, wäre sogar um das Doppelte auf 25% angestiegen.

Offenbar fühlen immer mehr Deutsche nur dann wohl, wenn das zu geringe Einkommen mit einem bezahlten Nebenjob aufgestockt werden muss, oder der Einkaufswagen nur noch mit der „halben Beladung“ als sonst an der Kasse vorbeigeführt werden kann.

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