Zwangsabgabe Zypern: Weitere Liste zu „auffälligen“ Überweisungen

Zypernkrise-


Eine weitere Liste mit rund 6.000 Namen, die noch vor der Kontosperre in Zypern ihre Konto räumten, ist aufgetaucht. Nun fangen wieder die Spekulationen an, ob es sich um Insider-Warnungen gehandelt hat, die bereits rund zwei Wochen vor der Zwangsabgabe für auffällige Auslandsüberweisungen sorgten.

Rund 700 Millionen Euro aus Zypern geflüchtet

Kapitalflucht Zypern
Rechtzeitige Flucht wäre nur zu verständlich

Rund 700 Millionen Euro sollen von ca. 6.000 zyprischen Bankkunden noch kurz vor der Kontosperre zur „überraschenden“ Zwangsabgabe am 16. März ins Ausland überwiesen worden sein. Eine neu aufgetauchte und von der griechischen Zeitung Ethnos veröffentlichte Liste soll Auskunft über die Kontoinhaber hinweisen, die lt. focus.de (Sonntag) noch im Zeitraum von zwei Wochen vor dem Kontozugriff durch Zyperns Regierung größere Summen in Sicherheit gebracht hätten. Für die Öffentlichkeit wären jedoch die einzelnen Personen auf der Liste unkenntlich gemacht worden.

Das zyprische Parlament wolle nun die Liste der rund 6.000 aufgezählten Personen und Unternehmen prüfen. Die Staatsanwaltschaft wolle den Hinweisen nachgehen, ob die Unternehmen Teile ihres Kapitals aufgrund Insider-Tipps zur geplanten Zwangssteuer auf die Bankguthaben noch vorzeitig außer Landes geschafft haben.

Insider-Warnungen oder schlichte Vernunft?

Hand auf’s Herz. Wäre in Deutschland auch nur eine einzige Bank in einer ähnlich prekären Lage, sei es eine international tätige Großbank oder die lokale Sparkasse am Ort, welcher Kunde würde dem Treiben tatenlos zusehen und nicht wenigstens das Überlegen anfangen, ob sein Geld auf diesem Institut noch gut beheimatet ist? Im Fall Zypern war es eben die komplette Bankenlandschaft inklusive dem Staat, die mit Hochgeschwindigkeit einer Insolvenz entgegen schlitterten. Also rauss mit dem Hab & Gut.

Sollten bereits 2 Wochen vor der Nacht- und Nebelaktion auf Geheiß der Euro-Gruppe stichhaltige Insider-Warnungen vonstatten gegangen sein, würde das ohnehin die Darstellung Brüssels, die Entscheidung wäre bei den Verhandlungen mit der zyprischen Regierung ab dem 15. März gefallen, über den Haufen werfen.

Vielmehr dürfte es sich mit den rund 6.000 zyprischen Bankkunden um Personen und Unternehmen handeln, die eben nicht „geschlafen“ haben und im großen EU-Schau- und Verwirrspiel die Realität nicht aus dem Auge verloren haben.

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