Wirtschaft boomt – Sorgen der Menschen wachsen an

Umfrage –


Kontroverses Bild zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und der (Un-) Zufriedenheit der Menschen. Trotz boomender Konjunktur wachsen die Sorgen und Ängste um die finanzielle Lage im späteren Rentenalter weiter an. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Finsterer Ausblick

Der finstere Ausblick einer wachsenden Zahl von Menschen ist berechtigt

Mehr als die Hälfte der Bundesbewohner ist besorgt über die Zukunft

Den Reformen und Schönwetter-Reden der verantwortlichen Politiker zum Trotz, blicken die Bundesbewohner immer realistischer auf ihr bevorstehendes Dasein im Rentenalter. Mehr als die Hälfte der Bewohner des Bundesgebietes sorgt sich um den Lebensstandard im Alter und geht von einer nicht ausreichender finanziellen Absicherung aus. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Anteil der im Bezug auf die Rente durchaus berechtigt besorgten Menschen um satte 18 Prozentpunkte auf inzwischen 56 Prozent an, so der Bericht der Welt (Mittwoch) über die von Ernst & Young durchgeführte Umfrage.

Der Anstieg toppte damit den vorangegangenen mit 10 Prozentpunkte noch einmal deutlich. Aus der Sicht vieler Bundesbewohner ist die Rente keinesfalls mehr sicher, so das Resümee von Bernhard Lorentz, Co-Autor der Studie Leiter des Bereichs Government und Public Sector bei Ernst & Young. Angesichts der andauernden Niedrigzinsphase und der alternden Gesellschaft hält Lorentz diese Entwicklung für alarmierend.

Ein sprunghafter Anstieg sei auch bei den Sorgen über steigende Energiepreise und allgemein höheren Lebenshaltungskosten festgestellt worden. Rund 70 Prozent der Befragten äußersten sich besorgt über bevorstehende finanzielle Einschnitte. Der Optimismus in den vergangenen Jahren habe abgenommen, die Stimmung sei bedrückt.

Der Anteil der „komplett unzufriedenen“ Menschen im Bundesgebiet sei mit 11 Prozent relativ gering und das allgemeine Zufriedenheits-Niveau zur finanziellen Lage noch ziemlich hoch, aber die Zahl der Unzufriedenen habe ein neues Hoch sei 2011 erreicht. Vor zwei Jahren zeigte sich allerdings noch mehr als die Hälfte der Befragten als zufrieden mit ihrer jeweiligen Situation. Inzwischen sank deren Anteil auf 43 Prozent ab.

Thomas Harms, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter, hob lt. Welt hervor, dass sich die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren überaus positiv entwickelt habe. Nun verliere die Konjunktur allerdings an Fahrt und die Konsumenten spürten, dass Wachstum endlich sei. Die Zufriedenheit über die Entwicklung des eigenen Lebensstandards gehe mit steigendem Alter zurück. „Vor allem Senioren scheinen von der guten konjunkturellen Entwicklung der letzten Jahre kaum profitiert zu haben“, so Lorentz.

Konsum soll erst mal reduziert werden – Mehr sparen

Nur 6 Prozent der Befragten seien derart optimistisch, dass sie für 2019 von einer Verbesserung ihrer finanziellen Lage ausgingen. Auf der anderen Seite will die Mehrheit eher auf Zurückhaltung beim Konsum achten. Die Menschen wollen weniger Geld für große Einzelanschaffungen wie Küchen, Autos, Unterhaltungselektronik oder Renovierungen ausgeben, sondern eher ansparen. Lediglich für Lebensmittel und Urlaub sei die Bereitschaft für Mehrausgaben noch ausgeprägt.

Der Raubbau am Menschen kann nicht ewig unsichtbar bleiben

Stetes Wirtschaftswachstum, bei den Exportüberschüssen ein Rekord nach den anderen, aber die Menschen werden immer unzufriedener zu ihrer Lage und besorgter über ihre Zukunft. Es liegt auf der Hand, dass vom Wirtschaftswachstum der produktive Arbeitnehmer, geschweige der Rentner nicht profitiert. Der vor allem für Diffamierungszwecke missbrauchte Begriff „Besorgter Bürger“ hätte hier durchaus seine Rechtfertigung. Der beständige Raubbau an den Menschen zugunsten einer handvoll Profiteure wird immer sichtbarer, die Übermalungen und Vertuschungen durch willfährige Politiker und Medien immer schwieriger.


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