Wird versteckte Inflation als gesunde Ernährung verpackt?

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Fertigprodukte der Nahrungsmittelindustrie sollen zum Wohle der Konsumenten gesünder werden. Ein „Nebeneffekt“ ist die Verkleinerung der Portionsgrößen. Offenbar eine hübsche Etikettierung der „versteckten Inflation“.

Gesündere Fertig-Pizza durch Verkleinerung der Menge?

Pizza
Künftig weniger Pizza für's gleiche Geld?

Die Nahrungsmittelindustrie lebt wie jedes andere Unternehmen von den Erlösen ihrer verkauften Produkte. So können Hersteller von Fertigprodukten auch nur überleben, wenn die Konsumenten mit einem entsprechenden Hunger auf die Angebote zurückgreifen. Nun scheint es, dass die wohl weitaus ausgeprägter als dargestellte Inflation auf irgendeine für den Konsumenten verdauliche Art und Weise verpackt werden muss. Da bietet sich der neue Etikettaufdruck „noch gesünder“ direkt an.

Fertiggerichte sollen „gesünder“ werden, so die neue Vereinbarung zwischen dem Bundesernährungsministerium und den Branchenverbänden. Weniger Zucker, weniger Fett und weniger Salz. So ganz nebenbei sollen die Portionsgrößen einer Pizza, Lasagne und Co. innerhalb der wohl gleich groß bleibenden Verpackungen kleiner werden. Bis Ende 2018 sollen erste Details zur neuen „Gesundheitsoffensive“ erarbeitet werden, wie tagesschau.de (Dienstag) berichtete. Am Ende stehe jedoch eine Selbstverpflichtung der zahlreichen Hersteller, die u.a. die Umsetzung der Pläne bis zum Jahr 2025 zum Ziel hat.

Die schrittweise Umstellung der jeweiligen Rezepturen brauche Zeit. Eine Verkleinerung der Portionen ließe sich jedoch mit wenigen Arbeitsschritten umsetzen. Wetten, dass die Preise für die an der Menge reduzierten Fertigprodukte mindestens gleich hoch bleiben? Scheinbar wurde auch im Ministerium von Julia Klöckner (CDU) durchgerechnet, dass die vermeintliche Umerziehung der Konsumenten in ihrem „Geschmacksverhalten“ wohl weniger dazu führt, sich durch Verzicht oder Selbstbereitung der Nahrung gesünder zu ernähren. Es werden wohl einfach zwei Packungen in den Einkaufswagen gelegt.

Gesunde Menschen würden der Pharmaindustrie nicht schmecken

Die als „Kampf gegen Übergewicht und Folgekrankheiten“ deklarierte Offensive würde tatsächlich so umgesetzt der Pharmaindustrie kräftig aufstoßen. Gesunde Menschen sind den Pillen-Herstellern ein Graus. Da die Milliarden-Unternehmen bei der Gestaltung der Bundespolitik ein gewichtiges Wort mitzureden haben, kann die „Gesundheits-Offensive“ durchaus als ein Etikettenschwindel bezeichnet werden.


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