Wie passen Zyperns Kleinsparer und deutscher Armutsbericht zusammen?

Armutsbericht Deutschland-


Der Begriff Kleinsparer wird derzeit einer Sinnentleerung unterzogen. Während die 100.000,- Euro Sicherungsgrenze noch in den Bereich der Kleinanleger propagiert wird, sehnen sich gleichzeitig immer mehr Deutsche nach wenigstens einem Bruchteil dieses Betrages.

Bundesbank leistete ungewollte Schützenhilfe

Deutschlands Guthaben
Deutsche sind ärmer als dargestellt

Den Begriffen „Kleinsparer, Vermögende und Armut“ werden durch die Vorgänge in und um Zypern neue „Inhalte eingehaucht“. Durch die laufende mediale Berichterstattung müssten die meisten Deutschen bereits unter Minderwertigkeitskomplexen leiden, da sie bisher vergebens nach einem Kontoguthaben Ausschau gehalten haben, das annähernd an die 100.000,- Euro heranreichen könnte.

Mit der Zypernrettung werden stets die sechsstellige Zahl und Kleinsparer in Verbindung gebracht, obwohl ein Groß der deutschen Sparer glücklich über ein fünfstelliges Plus auf ihrem Konto wäre.

Dem offensichtlichen entstandenen Missverständnis kam jedoch die Bundesbank entgegen, auch wenn es deren Absicht gar nicht gewesen ist, der erneuten Sinnentleerung diverser Alltagsbegriffe Einhalt zu gebieten. Deutschlands Zentralbank kann sich offenbar nicht mit dem durch die Bundesregierung „modifizierten“ Armutsbericht als einverstanden erklären und widerspricht deren Daten durch die einfache Vorlage von Fakten.

Diskrepanz um 6% zwischen Bundesbankbericht und Armutsbericht der Bundesregierung
Demnach verfügen die reichsten zehn Prozent der deutschen Haushalte über 59,2 Prozent des gesamten Nettovermögens und würde um 6 Prozentpunkte höher liegen, als im „Reichtums- und Armutsbericht“ der schwarz-gelben Bundesregierung dargestellt wurde, also lediglich 53 Prozent.

Wer in Deutschland den „oberen 10%“ angehören will, müsste demnach über ein (Bar-) Vermögen von 442.000,- Euro verfügen. Ende 2010 verfügte jedoch ein durchschnittlicher Haushalt über ein Vermögen von 51.400,- Euro. Dieser Wert liegt „grafisch in der Mitte“ (Medianwert) und lässt nach oben (reicher) wie auch nach unten (ärmer) eine gleich gewichtete Anzahl der Haushalte zu. Mit diesem Mittelwert handelt es sich bereits um einen bereinigten Wert (netto). Vorhandene Schulden wurden dem gegenüber stehendem Vermögen bereits abgezogen.

Am „untersten Ende“ bleiben immerhin noch 7 Prozent der Haushalte, die höhere Schulden als Vermögen vorweisen und somit die „grafische Null-Linie“ durchbrechen und im Negativ-Bereich landen.

„Zyperns Kleinsparer bis 100.000,- Euro bleiben verschont“
Angesichts der wohl tatsächlichen Verhältnisse, ungeachtet dessen, was die Bundesregierung gerne als vermittelt haben möchte, sollte der Begriff Kleinsparer in Verbindung mit der von der EU „gesicherten“ Einlagengrenze mit mehr Objektivität betrachtet werden.

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