Werden Frankreichs Probleme in Brüssel klein gehalten?

Frankreich Krise-


Ein schlafender Riese der durch das Innehalten Brüssels lieber nicht geweckt werden soll. Frankreichs wirtschaftliche Probleme sind offensichtlich, aber die Brüsseler Alarm-Glocken schrillen dafür bei einem „Wirtschafts-Zwerg“ wie Zypern. So groß können die Glocken gar nicht sein, um die drohenden Probleme durch das zweitgrößte Wirtschaftsland der Eurozone annähernd zum Ausdruck bringen zu können.

Pariser Eifelturm

Was bereits stark angerostet ist, droht schnell zu durchbrechen

Frankreichs Kippen wird ein Euro-Beben verursachen

Frankreich ist als Euro-Mitgliedsland vereinzelt in die Schlagzeilen geraten, weil es „hier und dort“ nicht so richtig rund läuft. Doch das große „Medien-Getrommel“ über die eher miserable Entwicklung des Wirtschaftsriesen ist bisher ausgeblieben. Dafür war das Schauspiel um die Zypern-Rettung umso größer.

Frankreich zählt offiziell noch zu den Nicht-Krisenländern in der Eurozone. Doch der Weg dorthin scheint breit und eben zu sein. Das „Losungswort Wettbewerbsfähigkeit“ wird vielmehr mit Griechenland, Spanien oder Portugal in Verbindung gebracht, aber ein Einknicken der zweitgrößten Wirtschaftsnation in der Währungsgemeinschaft wird offenbar noch sehr klein gehalten.

Eine reale Gefahr für Europa durch einen Konjunktureinbruch Frankreichs sahen einige führende Ökonomen bereits Anfang Dezember 2012. Stefan Bielmeier, Chef-Ökonom der DZ-Bank, wies darauf hin, dass die europäischen Rettungsmechanismen bestenfalls kleinere Wirtschaften finanziell auf den Beinen halten können, aber mit Frankreich als auch Italien sei das Potenzial sehr schnell erschöpft. Von beiden Ländern gingen die größten Gefahren für die Eurozone aus.

Nur wenige Tage später erklärte Hans-Werner Sinn, Chef vom Münchener ifo-Institut, dass sich Frankreich auf eine „10-jährige Durststrecke“ begeben wird. Das Wirtschaftsmagazin Economist erklärte Frankreich als eine Zeitbombe. Die beobachtbaren Entwicklungen seien Besorgnis erregend.

Eine zwischenzeitliche Quittung für die eher lahmende Konjunktur servierte die Ratingagentur Fitch Mitte Juli 2013. Frankreich wurde von „AAA“ auf „AA+“ abgestuft. Die Top-Bonität ging verloren. Die beiden weiteren größeren Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s hatten diesen Schritt schon längst vollzogen.

Trotz aller negativen Vorzeichen wird das „Problem Frankreich“ offenbar möglichst weit unter dem Tisch gehalten. Gerät das Land wirtschaftlich unter die Räder, so stehen die Chancen für eine Eurozone im beschleunigten Abwärtsstrudel sehr groß. Die Kapazität des ESM könnte durch Frankreichs Hilfsbedürftigkeit gesprengt werden, da ohnehin einer der Haupteinzahler des dauerhaften Rettungsschirms wegfallen würde.

Im September stieg die Arbeitslosenzahl in Frankreich auf 10,9 Prozent, bzw. 3,3 Millionen Menschen an. Ein Rekord-Niveau. 60.000 mehr als nur einen Monat zuvor. Sollte sich nicht schnell etwas ändern, so droht Frankreich zu einem Sanierungsfall zu werden und wie auch immer die „geartete Rettung der Grande Nation sei“, dies sei nicht zu finanzieren, so Bernd Lucke, Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD).

Es scheint mit Frankreich wächst ein „Mammut-Problem“ für die Euro-Gemeinschaft heran, bei dem die Brüsseler Bürokratie entweder fieberhaft an der Problemlösung beschäftigt ist, oder die drohende Lawine schlicht ignoriert und sich lieber um die Aufnahme weiterer EU-Länder kümmert.

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