Werden Commerzbank Pläne von Eurokrise überrollt?

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Die Commerzbank steht vor den selbst auferlegten schweren Aufgaben einer Strukturumwandlung im Privatkundengeschäft. Eine milliardenschwere Investition soll dem Filialkundenbereich neues Leben einhauchen. Die erwartete Zuspitzung der Euro-Finanzkrise könnte den ambitionierten Plänen einen Strich durch die Rechnung machen.

Überholt Eurokrise die gesteckten Commerzbank Ziele?

Commerzbank Krise
Sind gesteckte Ziele erreichbar?

Nachdem die Commerzbank seit der Übernahme der Dresdner Bank im Jahr 2008 das Privatkundengeschäft nicht nach Wunsch zum Laufen gebracht hatte, sickerten die ersten Gerüchte von Schließungen zahlreicher Filialstellen durch. Ein Sparprogramm sollte die zweitgrößte Bank Deutschlands wieder auf den richtigen Kurs manövrieren.

Selbst nach dem Abstoßen unrentabler Geschäftsbereiche konnte Commerzbank nicht an Fahrt gewinnen und der Komplettumbau im Filialgeschäft geriet wieder in den Mittelpunkt der möglichen Maßnahmen.

Eine Verschlankung von Geschäftsbereichen greift meist bei Schließungen und Freistellungen von Mitarbeitern. Die Commerzbank beschäftigt derzeit bundesweit rund 10.000 Mitarbeiter und unterhält 1.200 lokale Niederlassungen. Martin Blessing, Vorstands-Chef der Commerzbank, plant eine Investition in Höhe von 2 Mrd. Euro, um einen massiven Umbau bereits ab 2013 angehen zu können.

Kernbereich der Umbaumaßnahmen soll lt. Wall Street Journal (WSJ) (08.11.2012) das Erreichen einer grundlegend neuen Struktur nach dem Vorbild der Online-Bank comdirect werden. Die Konzernleitung will am Ende jede einzelne Filiale, entsprechend ihrer zukünftigen Ausrichtung, in eine von vier vorgesehenen Kategorien eingeteilt haben. Vermutlich wird es zu einem Sterben größerer Filialen in ländlichen Gebieten kommen.

Pläne für Geschäftserweiterungen im Ausland
Offenbar steht die immer noch „viertel-staatliche“ Bank mitten im Überlebenskampf. Die Ambitionen zu massiven Struktur-Umbauten speziell im Privatkundengeschäft, sucht die Commerzbank offenbar auch neue Geschäftsbereiche im Ausland. Neu geknüpfte Kontakte mit Mittelständlern überwiegend in der Schweiz oder Tschechien sollen für neue Einnahmen sorgen. Diesen Vorstoß kündigte Markus Beumer, Vorstand der Mittelstandsbank (Bestandteil der Commerzbank AG), in fr-online.de (Freitag) an.

Mit einer neu angelegten Strategie wolle die Mittelstandsbank die Einnahmen im Ausland bis 2016 mit jährlich 8% doppelt so ansteigen lassen wie im Inland. „In diesem Jahr sind wir dort deutlich zweistellig gewachsen“, erklärte Beumer der fr-online. Letztendlich würde die Bank ihre Kunden dorthin begleiten, wo auch immer die Märkte erschlossen werden sollen.

Können die Pläne überhaupt noch angegangen werden?

Die Zeichen für die Commerzbank stehen alles andere als „rosig“. Um die ambitionierten Pläne umsetzen zu können, muss das Umfeld die Voraussetzungen mitbringen. Das größte Problem der zweitgrößten Bank Deutschlands ist ihr Sitz in Deutschland und somit „mitten in der Euro-Zone“.

Zwar wurde die Commerzbank Anfang November von der Liste der „gefährlichsten Banken der Welt“ gestrichen, aber das gilt lediglich für die weltweite Relevanz, falls das Geldhaus zusammenbrechen sollte.

Ein Konjunktureinbruch nach erneuter Zuspitzung der Eurokrise wird die Commerzbank wahrscheinlich mit großer Wucht erwischen. Die jüngsten Entwicklungen zu Griechenlands akuten Zahlungsschwierigkeiten verheißen nichts Gutes. Spanien befindet sich in der „Warteschleife“. Inzwischen bewegt sich die Commerzbank-Aktie bedrohlich nahe einer neuen Jahres-Talsohle. Unzufriedenheit und Vertrauensverluste bei den Investoren zeichnen einen möglichen Weg ab, der ggfs. gesteckte Ziele für 2013 in „Schall & Rauch“ aufgehen lassen könnten.

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