Werden Bundesbürger inmitten der Finanzkrise immer reicher?

Statistik Geldvermögen-


Sind die Deutschen nun arm oder reich? Wächst deren Vermögen und steigen die Schulden? Die Antwort hängt davon ab, wer oder was als Vermögensvergleich herangezogen wird.

Geldvermögen

Deutschlands Bürger sind sehr wohlhabend, lt. neuester Statistik

Für positive Ergebnisse bedarf es den richtigen Bezugspunkt

Eine erneute Statistik, jedoch mit einem anderen Bezugspunkt, lässt den „Reichtum“ der Deutschen in einem anderen Licht erscheinen. Der im April 2010 von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichte Ländervergleich bediente sich dem sog. Meridian-Wert und löste vor allem in Deutschland teils heftige Debatten aus. „Warum Deutschlands Steuerzahler Zypern mit den viel reicheren Bewohnern retten müsse“, gehörten ebenso zum Diskussionsstoff wie die unterschiedlichen Ansätze der Zahleninterpretationen.

Nachdem das „Meridian-Vermögen“ der Deutschen im Vergleich zu weiteren Euro-Ländern, darunter vor allem die sog. Krisenstaaten, eher bescheiden ausgefallen war, bediente sich das Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) den Bezugspunkt „lokale Pro-Kopf-BIP“ und stellte das Geldvermögen der Bürger in den einzelnen Regionen gegenüber. Unterm Strich sind die Deutschen wieder „reicher geworden“.

Die Ergebnisse der IW-Studie liegen der Rheinischen Post vor. Demnach leisten die Bewohner Wolfsburg mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Höhe von 93.000,- Euro den höchsten bundesdeutschen Wirtschaftsbeitrag, gefolgt von Frankfurt am Main (82.700,- Euro). Auf Platz drei befindet sich mit 78.400,- Euro BIP pro Kopf die bayerische Stadt Schweinfurt. Die Stadt München landete in der Gegenüberstellung nur auf Position 14, mit einem Pro-Kopf-BIP von 58.000,- Euro. Wird in die Berechnung jedoch der gesamte Landkreis München einbezogen werden, so steigt der BIP auf rund 82.900,- Euro sprunghaft an. München käme mit dem Einbezug der offensichtlich sehr betuchten Landkreisbewohner auf die zweite Position.

Unterm Strich sei das gesamte Geldvermögen der Deutschen, in Form von Sparguthaben, Aktien, Bargeld und Ansprüchen aus Versicherungen, weiter angewachsen. Dazu hätten die Bürger lt. der Mitteilung der Bundesbank am Montag auch soviel Geld übrig, um die laufenden Privatkredite schneller abzulösen. Im ersten Quartal wären Konsumentenkredite mit einem Volumen von rund 4 Mrd. Euro abgelöst worden.

Diese „frohe Botschaft“ über den angewachsenen Wohlstand, inmitten einer wütenden Euro-Finanzkrise, dürfte jedoch kaum die Mehrheit der Bundesbürger betreffen.

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