Welt-Konjunktur: Ökonomen rennen den Tatsachen hinterher

Konjunktur Prognosen – „Ökonopoly“-


Wenn sich in Politik und Wirtschaft neue Situationen einstellen, treffen auch bald die Ökonomen ein, um ihre ehemaligen Weissagungen an neue Tatsachen anzupassen. Die Zyklen zwischen den Revisionen werden zunehmend kürzer. Der zum Jahresanfang verkündete Optimismus wird zusehends von der neuen Version eines globalen Konjunktureinbruchs verdrängt.

Italien und USA zwingen Ökonomen zur Revidierung

Ökonomen
Wenn Ökonomen die Zukunft erklären...

„Neue Bedingungen, neue Vorhersagen“. So haben die Wahlergebnisse in Italien und der noch unausgefochtene Haushaltsstreit in den USA für eine völlig neue Situation gesorgt, die eine ganze Reihe von Wirtschaftsexperten bzw. Ökonomen auf den Plan rief, um ihre Prognosen für die Zukunft der globalen Wirtschaft, insbesondere des Euroraums zu revidieren.

Im Augenblick erscheint die weltweite Konjunktur wiederholt als sehr gefährdet, da die unsichere politische Lage in Italien sowie der offene Streit um die Schulden des US-Haushalts für stürmische Zeiten sorgen könnten, so Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zum Handelsblatt Online. Die weltwirtschaftlichen Folgen und deren Rückwirkungen auf die nationale Ökonomie werden bei den Konsolidierungsmaßnahmen, die in der Regel lediglich aus einer nationalen Perspektive diskutiert würden, nicht berücksichtigt, kritisierte Horn. „Die gesamte Weltwirtschaft droht auf Talfahrt geschickt zu werden“, wenn die großen Volkswirtschaften wie der Euroraum und die USA zur gleichen Zeit auf einen harten „Konsolidierungskurs einschwenken“, warnte Horn im Handelsblatt Online. Negative Rückwirkungen auf die Exportwirtschaft wären ein Resultat dieser Politik.

Derzeit könne man die politischen Verwerfungen in Italien beobachten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hätte „mühsam“ die monetäre Stabilität im Euroraum hergestellt und die politische Unsicherheit in Italien hätte eine gefährdende Rückwirkung auf die Finanzmärkte. Der IMK-Chef hält dies für eine zusätzliche Belastung auf die Dynamik der Wirtschaft.

Christian Dreger, Leiter der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sieht im Ausgang der italienischen Parlamentswahlen das Risiko einer wieder verschärften Eurokrise. Die Lösungsstrategien zum Überwinden der Schuldenkrise wären noch nicht ausreichend genug und die gegenwärtigen Entwicklungen machen dies deutlich, so Dreger zu Handelsblatt Online. Dreger schätzt angesichts der politischen Entwicklungen in Italien und den möglichen Sparpaketen in den USA eine tendenzielle Verschlechterung in der Weltwirtschaft ein.

Ökonopoly – Die Kunst die Konjunktur- Zukunft vorherzusagen

Der blaue Himmel am Morgen und der Blick auf das Barometer verraten einen viel versprechend sonnigen Tag. Es sieht sogar so gut aus, dass man für den Abend bereits das Notwendige anschafft, um eine ausgiebige Grillparty abzuhalten. Um dem Optimismus Genüge zu tun, werden Freunde und Bekannte eingeladen und für den Folgetag gleich mit eingekauft. Doch völlig überraschend ziehen frühen Nachmittags tiefschwarze Wolken aus dem Süden auf und verheißen Blitz und Hagelschlag noch bevor der erste Gast eingetroffen ist. Der teure Einkauf verderblicher Lebensmittel fällt buchstäblich ins Wasser. Der Barometer hat einen Tiefstand erreicht und vorsorglich wird die Party am nächsten Tag ebenfalls abgesagt. Jedoch mit Verwunderung stellt man fest, dass der nächste Morgen noch strahlender beginnt als am Vortag.

Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftler sahen am Jahresanfang die konjunkturelle Entwicklung zwar gedämpft, jedoch optimistischer als die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch das DIW ging von einer sich im Jahr 2013 erholender Weltwirtschaft aus. Dennoch zogen „völlig überraschend“ Italiens Wählerstimmen und die Uneinigkeit der politischen Flügel in den USA über den globalen Wirtschaftshimmel auf und zwingen nun die Experten ihre Prophezeiungen wiederholt an die Realität anzupassen.

Unternehmer die ihre Strategien ausschließlich an den Prognosen der Wirtschaftswissenschaftlern ausrichten, die lediglich aus dem Ist-Zustand ein Bild „zusammen reimen“ könnten, laufen Gefahr, von „unvorhergesehen Dingen“ überrollt zu werden. Den geschlossenen Kreis in eine Spirale vermag der ifo-Geschäftsklimaindex zu verwandeln. Deren Ergebnisse beruhen auf die Erwartungen der Unternehmer und sollten diese in die „Rechenmodelle“ anderer Ökonomen mit einfließen, ergäbe sich ein durchaus „effektiver Rückkoppel-Effekt“. Ein Blick an die Börsen und deren zahlreichen Vertretern durch sog. Analysten verraten sehr schnell, wie es um die „Weissagungen“ bestellt sein kann.

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