Weidmann stemmt sich gegen künstliche Schwächung der deutschen Wirtschaft

Weltkonjunktur-


Bundesbankpräsident Jens Weidmann stellt sich gegen Maßnahmen, die auf eine künstliche Schwächung der deutschen Wirtschaft abzielen. Nachdem der EZB, dem IWF und der Weltbank offenbar jegliche Rezepte gegen die Krisen geplagte Finanzmarkt- und Wirtschaftslage abhanden gekommen sind, sollen die konjunkturell starken Länder aus Wettbewerbsgründen einfach kürzer treten.

Europakrise

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Weidmann stemmt sich gegen Einflussnahme zur künstlichen Schwächung

Die Politik müsse sich angesichts der hohen Schulden, den großen Wechselkurs-Schwankungen und den dynamischen Rohstoffpreisen in „Wachsamkeit“ üben, so das Resümee der nun beendeten Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Ein latentes Problem auf langfristige Sicht sei das geringe Wachstumspotenzial in zahlreichen Ländern.

Das aus längst bekannten Fakten zusammengefasste Ergebnis bot keine Überraschungen, geschweige das richtungsweisende Rezept, wie ein konjunkturschwaches Land per „Knopfdruck“ auf Hochtouren gebracht werden kann. Wenn die Krisenländer nicht auf die Beine gehoben werden können, dann müssen eben die starken Länder runter auf die Knie. So erreicht man ebenfalls ein annähernd ausgeglichenes Niveau.

Die Export-Wirtschaft Deutschlands wird aufgrund der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) eher angetrieben als ausgebremst. Diese Lockerungen wurden u.a. vom IWF eingefordert. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss stieg bereits im Jahr 2014 auf 7,5 Prozent, von 6,5 Prozent im Vorjahr. Die Aktivsalden seien vor allem auf Exportüberschüsse zurückzuführen, so Bundesbankpräsident Jens Weidmann. „Deutsche Unternehmen sind nun einmal auf den globalen Absatzmärkten sehr gut positioniert und entsprechend erfolgreich.“ Deutschlands Produkte seien aufgrund des gefallenen Euro-Wechselkurses international wettbewerbsfähiger geworden. Tendenziell ginge es mit den Ausfuhren weiter aufwärts. Für den Währungshüter EZB und dem IWF sind Deutschlands relative Wirtschaftsentwicklungen offenbar ein Dorn im Auge.

Deutschlands Leistungsbilanzen sollen gedämpft werden – Weidmann lehnt ab

Eine künstliche Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, um die Leistungsbilanzüberschüsse gegenüber den anderen Euro-Ländern zu verringern, wäre jedoch absurd, so Weidmann. Vorschläge, durch politische Einflussnahme auf den Lohnbildungsprozess oder durch besondere fiskalpolitische Maßnahmen, den Leistungsbilanzsaldo zu dämpfen, lehnte der Bundesbankpräsident ab.





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