Vorbereitungen auf Euro-Zerfall nun auch bei Rückversicherern

Rückversicherer bereiten sich vor-


Der Zusammenbruch der Euro-Zone würde nur noch für geringe Überraschungen sorgen. Die Hinweise verlassen zunehmend die Richtung der Stabilität und weisen verstärkt auf einen Bruch der Währungsgemeinschaft hin. Weil Vorbeugung besser ist als nachträgliche Änderungen, bereiten sich auch die Rückversicherer dafür vor, eine Währungsumstellung einigermaßen heil zu überstehen.

Münchener Rück will auf Euro-Aus vorbereitet sein

Euro-Zerfall
Rückversicherer kalkulieren mit
Zerfall des Euros

Es sieht nach „umfassenden Sicherheitsvorkehrungen“ aus. Nachdem sich bereits zahlreiche Banken auf eine theoretische Zeit „nach dem Euro“ eingestellt haben, wechselten auch Unternehmen in den USA das Pferd und versuchen sich in Szenarien einer Umstellung auf nationale Währungen in der heutigen Euro-Zone. „Sicher ist sicher“ lauten die offiziellen Angaben der Kreditinstitute und Firmen. Man „wolle auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein“.

Offensichtlich rechnen auch die großen Rückversicherer mit dem „politisch Unmöglichen“ eines Euro-Zerfalls. Das stellte sich bei einem großen Treffen der Rückversicherer in Monte Carlo heraus. Die Deutsche Wirtschaftsnachrichten (DWN) (Montag) berichtet über die Aussage von Torsten Jeworrek, Chef der Münchener Rück, dass der Euro unterstützt und von politischen Lösungen der Krise ausgegangen werde. Aber dennoch wären Vorkehrungen getroffen worden, die Handlungen nach einem Euro-Crash zuließen.

In den inzwischen durchgespielten unterschiedlichen Szenarien wäre z.B. berücksichtigt worden, wie der Ablauf einer Währungsumstellung aussehen könnte. Ein gewichtiger Punkt liegt in der ausreichenden Liquidität im Falle eines Euro-Zerfalls. Geprüft worden wäre auch der Vorgang einer Auszahlung an den Kunden in einer anderen Währung wie die bisherigen Beiträge.

Andere Versicherer gingen offenbar gleich einen Schritt weiter und zurren ihre Versicherungsverträge nicht mehr an eine bestimmte Währung. Ein Versicherungsvertreter bestätigte auf dem Treffen, dass inzwischen ein Vielzahl von Verträgen umformuliert wurde. Darin wird auf die Festlegung auf den Euro verzichtet und stattdessen ein Bezug auf die „Währung in Deutschland“ genommen. Denis Kessler, Chef der französischen Scor, erklärte, dass auch seine Rückversicherung auf eine auseinanderbrechende Eurozone vorbereitet sein wolle.

„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“

Den „Teufel an die Wand zu malen“ soll nach Erzählungen dazu führen, dass der unerwünschte Besuch tatsächlich eintrifft. Sich auf das „Unverhoffte“ vorzubereiten klingt vernünftig und ist einleuchtend. Noch stehen die Zeichen dafür, dass die Euro-Zone mindestens eine Zeit lang über Wasser gehalten werden kann. Die Entscheidung zum ESM steht für den kommenden Mittwoch an. Aus Karlsruhe wird die Entscheidung über die ESM-Klagen verkündet werden.

Die größere Gefahr liegt jedoch dahingehend versteckt, dass die bisherigen Entwicklungen und Maßnahmen zur Euro-Krise nach Programm ablaufen. Was für die Öffentlichkeit sowie auch für zahlreiche Politiker und Ökonomen überraschend kommt, könnte am Ende „kühle Kalkulation“ sein. In diesem Fall würde der Euro-Zerfall just in dem Moment eintreten, an dem er auch tatsächlich erwünscht ist.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

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