Kaschierung globale Finanzkrise geht in die Verlängerung

Geldsystemkrise –


Die seit 2008 anhaltende globale Schulden- bzw. Finanzkrise geht in die Verlängerung. Eine Kombination von neuen Maßnahmen und Unterlassungen der Notenbanken soll die Begleiterscheinungen der Krisen-Geldpolitik noch für einen gewissen Zeitraum kaschieren.

Notizzettel Notebook

Anstatt Probleme an der Wurzel zu packen, wird einfach weiter kaschiert

Eurokrise ist kein Alleinstellungsmerkmal – Es brodelt global

Die jüngsten angekündigten EZB-Maßnahmen zu den erklärten Zielen, den Euro zu stabilisieren und die Wirtschaft wieder in Schwung zu versetzen, belegen eigentlich die nie beendete sog. Eurokrise. Doch der im Untergrund stets brodelnde Finanzmarkt-Vulkan ist kein Alleinstellungsmerkmal der europäischen Währungsunion, sondern ein globales Phänomen, und ganz besonders eindrucksvoll in den USA zu beobachten. Die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), im Bezug auf die Zinsen doch lieber in der Wartehaltung zu verbleiben, deutet klar auf die bevorstehenden massiven Probleme zahlreicher US-Unternehmen hin, falls die Zinsen auch nur um einen Fingerbreit nach oben gesetzt würden. Fed-Chef Jerome Powell kleidete die brenzlige Situation in Gelassenheit. Für Zinsanhebung bestehe keine Eile, so Powell gegenüber dem US-Sender CBS. Inzwischen sei das Finanzsystem in den USA stabiler als vor der Krise vor zehn Jahren.

Auf Schuldensystem gebaute Wirtschaft in den USA gut sichtbar

Die öffentlichen Schulden der USA mit rund 22,07 Billionen US-Dollar (Stand: Feb. 2019) sind lediglich eine Position der Bilanzen. Eine weitere gewichtige Position sind die Schulden der US-Unternehmen und hier spielen vor allem die Zinsen für die Refinanzierung eine enorm große Rolle. Mitte 2018 betrugen die Schulden der US-Unternehmen rund 6,3 Billionen US-Dollar und damit um rund 150 Prozent über dem Stand von 2006, also vor der sog. Krise. Damals betrugen die Schulden rund das Dreifache des operativen Gewinns. Heute ist es ca. das Vierfache. Die Fed reagierte auf die sog. Finanzkrise mit dem Herabsetzen der Zinsen und dem Anwerfen der Gelddruckmaschine. Billiges Geld wurde in Massen in die Märkte gespült, um Inflation und Wirtschaft wieder auf Touren zu bringen. Dies ist soweit in einem gewissen Rahmen gelungen, doch die „Begleiterscheinungen“ fallen nun allmählich schwer ins Gewicht. Steigen die Zinsen, müssen die ohnehin schon hochverschuldeten Unternehmen noch tiefer in die Tasche greifen. Dies könnte eine ganze Reihe von Insolvenzen zur Folge haben.

US-Privathaushalte stehen mit Schulden nicht nach

Als wenn die Schuldenberge aus öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen nicht genug wären, kommen noch die Verbindlichkeiten der US-Privathaushalte dazu. Alleine im dritten Quartal 2018 stiegen die Schulden der privaten Haushalte um rune 219 Milliarden Dollar auf 13,51 Billionen Dollar an. Im dritten Quartal 2008 waren die Haushalte mit rund 12,68 Billionen Dollar verschuldet. Die US-Schuldenkrise und die darauf erfolgte fast globale Finanzkrise wurden ausgelöst von geplatzten Immobilienkrediten. Der Hypothekenmarkt war lediglich eine große Blase, die letztendlich einmal platzen musste. Inzwischen stiegen die Hypothekenforderungen auf rund 9,2 Billionen Dollar an, gefolgt von den an Studenten ausgezahlten Darlehen in Höhe von 1,44 Billionen Dollar. Für Autos haben sich die US-Haushalte mit knapp 1,3 Billionen Dollar verschuldet.

Die Welt – wenn man so will – war lt. dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Ende 2017 mit rund 184 Billionen US-Dollar verschuldet. Ein EU-Mitgliedsland gilt als nicht mehr schuldentragfähig, wenn die Schuldenquote 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte. Die „Welt“ wies Ende 2017 eine Schuldenquote von 225 Prozent auf.

Gleiche Rezepte, gleiche Nebenwirkungen

Die Fed senkte die Zinsen, die EZB tat das Gleiche. Die Fed überschwemmte die Märkte mit frischem Geld, die EZB tat das Gleiche. Die Fed erhöhte zwischenzeitlich die Zinsen und zögert nun. Die EZB verlängert das Niedrigzinsniveau und legt eine neue Tranche der Geldflutung auf. Die gleichen Probleme, die gleichen Maßnahmen und erklärten Ziele sowie die gleichen Begleiterscheinungen. Doch der Schuldenberg kann damit nicht abgetragen werden, solange für Kredite aus dem Nichts geschöpften Geld auch noch Zinsen verlangt werden, die wiederum nur durch die erneute Aufnahme von weiteren Krediten gezahlt werden können. Der sog. Erfolg der Notenbank-Maßnahmen basiert somit ausschließlich auf die beschleunigte Ausweitung der Schulden.

Die Länder Lesotho, Estland, Salomonen, Botswana, Saudi-Arabien, Luxemburg, Trinidad und Tobago, Oman, Kasachstan und Norwegen sind die einzigen Länder dieses Planeten, die lt. IWF mit Stand 2017 keine Nettostaatsschulden des BIP aufwiesen, sondern einen Überschuss. Alle andere Länder stehen in der Kreide. Allerdings sind die schuldenfreien Länder nicht gleichzeitig der Gesamtgläubiger der Schulden aller anderen Länder. Sämtlichen Schulden stehen jedoch Gläubiger gegenüber und wer das genau ist, erfährt die Öffentlichkeit nicht mal bei den Schulden des Bundeshaushaltes.




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