Vereinfachung des Bildungswesens – Zucht von unkritischen Konsumenten

Bildung-


Die Vereinfachung, Beschleunigung und Komprimierung des Bildungswesens für die Kinder und Jugend führte in den vergangenen 10 Jahren zu Massenschließungen von Haupt- und Realschulen.

Unbekümmert

Bildungsziel heute: Zu dumm zum kritischen Denken, aber dennoch fähig für Arbeit und Konsum

Integrierte Gesamtschulen auf dem Vormarsch

Die Bildung der Kinder und Jugend stehen für die Bundes- und Landesregierung offenbar auf dem Abstellgleis. Anstatt in die Zukunft durch eine forcierte Bildungsförderung zu investieren, betreibt man bundesweit eine Spar- und Kürzungsoffensive. Haupt- und Realschulen fielen der „integrativen Bildungsoffensive“ bereits der Reihe nach zum Opfer.

In den vergangenen zehn Jahre sind 42 Prozent der Hauptschulen und 23 Prozent der Realschulen geschlossen worden. Insgesamt gab es im Bundesgebiet ca. 33600 Schulen, rund 5.500 Schulen weniger als vor zehn Jahren, bzw. um -14 Prozent, so das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag.

Auf der anderen Seite wurde die Schaffung von „integrierten Gesamtschulen“ vorangetrieben. Deren Anzahl wuchs im gleichen Zeitraum um 144 Prozent. Im Schuljahr 2014/2015 wurden an den Gymnasien im Schnitt rund 740 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Vor zehn Jahren waren es noch durchschnittlich 90 Schüler mehr. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 250 Schülerinnen und Schüler pro Schule.

In einer „integrierten Gesamtschule“ finden Haupt- und Realschüler sowie Schüler mit einer Gymnasialempfehlung zusammen. Für die Gymnasiasten sind ohnehin nur 8 Jahre Bildungszeit vorgesehen, bis auf wenige Ausnahmen, die heute als „Feldversuche“ bezeichnet werden. Als Grund für die Einführung des „G8“ stellten die Landesregierungen den um 1 Jahr früheren Einsieg in die Berufsausbildung voran. Den Abiturienten sollte es ermöglicht werden, ein Jahr früher Geld verdienen zu können. Der Wirtschaft solle der Zugriff auf eine jüngere Gruppe von Berufseinsteigern mit Abitur erleichtert werden.

Die über Jahre laufende Komprimierung des Lernstoffs, „Vereinfachung“ der Rechtsschrift und Verkürzung der Bildungszeit weist eindeutig den Trend auf, dass die jungen Leute so schnell wie möglich in den „Dienst“ der Wirtschaft treten sollen. Nicht gebildet genug, um das eigene Umfeld mit eigenem Kopf und kritisch zu betrachten, aber nicht zu dumm, um produktive Arbeit leisten zu können. Deren Hauptaufgabe im Leben wird es sein, die Wirtschaft durch Arbeit und Konsum am Leben zu halten.





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