US-Ökonom zur EU-Krise: “Weniger sparen, mehr investieren”

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Sollten die eingelegten Sparkurse innerhalb der europäischen Länder weiter in dieser Form verfolgt werden, so könnten die Südländer in einer tiefen Depression enden, fürchtet US-Ökonom Nouriel Roubini. Es wäre an der Zeit in die Infrastruktur zu finanzieren, um wieder Leben in die Wirtschaft zu bringen.

„Wer jetzt spart könnte die Südländer in Depression schicken“

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Investieren statt sparen
©: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Frankreichs eingetrübte Perspektiven seien kein ernsthaftes Problem, erklärte der US-Starökonom Nouriel Roubini im Interview mit dem Handelsblatt (Dienstag). Die Finanzmärkte würden demnach Frankreich als ein Kernland betrachten und die Vorstellung rechtzeitiger Pläne für eine mittelfristige Konsolidierung sowie Strukturreformen würden dann auch glaubhaft genug ausfallen, so der Ökonom.

Dennoch forderte Roubini im Handelsblatt noch mehr Aktivitäten der EZB in der Bekämpfung der EU-Krise. Er sieht die Wirtschaftslage in einer problematischen Lage und befürchtete eine Infizierung der Kernländer in der EU. Der Star-Ökonom ermahnte, „Länder wie Deutschland sollten nicht sparen, sondern stattdessen Infrastrukturprojekte finanzieren und damit die Ökonomien in Schwung bringen“.

Sparpläne wären nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers zwar nötig, aber nicht auf kurzfristiger Sicht. Roubini sieht die Gefahr von unlösbaren Problemen, „denn wer jetzt spart, der könnte die Rezession in den Südländern der EU in eine Depression vertiefen“. Im kommenden Dezember oder Januar wird die EZB weitere Zinssenkungen vornehmen, glaubt der Wirtschaftswissenschaftler.

Die Zinsen für Anleihen der USA und Deutschland sieht Roubini auch in absehbarer Zukunft auf einem Zinstief verharren. Eine Überhitzung an den Bondmärkten der Schwellenländer wäre jedoch noch nicht zu erkennen, so der Ökonom. Anfälligkeit bei „trüberer Wirtschaftslage“ bestehe jedoch bei den Anleihen von Firmen mit schlechtem Rating und die globalen Aktienmärkte seien diversen Abwärtsrisiken ausgesetzt.

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