US-Notenbank Fed setzt auf Geldflutung der Märkte

USA Wirtschaftskrise – Fed Geldflutung-

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat die Schleusen für eine erneute Geldflutung der Märkte geöffnet. Ben Bernanke, Chef der Fed, verwirklichte die erhoffte Visionen der Investoren und versetzte die Handelsplätze für den Immobiliensektor mit der Ankündigung nach der Fed-Sitzung in helle Begeisterung. Damit setzt auch die USA auf die offenbar alternativlose Notenpresse, um der Wirtschaftskrise etwas entgegen setzen zu können.

Fed stellt die Notenpresse erneut auf Hochtouren

Dollar Inflation
US-Dollar - Werden bald mehr
Nullen notwendig?

„Quantitative Easing“, oder auch kurz „QE“, nennt die Fed ihre Maßnahmen, die Wirtschaftskrise mit großer Hoffnung zu bekämpfen. Ein Äquivalent zu den „Interventionen“ der Europäischen Zentralbank EZB. Unterm Strich bedeutet diese ausgefeilt anmutende Bezeichnung nichts anderes, als die Notenpresse anzuwerfen, um die Märkte mit Geld zu fluten. QE1 und QE2 sind wurden bereits abgearbeitet. Die gestrige Ankündigung der Fed ist allerdings eine „leicht eingeschränkte QE Stufe 3“.

Die US-Notenbank beschloss eine massive Unterstützung der krisengeschüttelten Immobilienmärkte durch den monatlichen Ankauf von Immobilienpapieren im jeweiligen Volumen von 40 Milliarden Dollar. Lediglich die Anleiheinvestoren gingen „leer“ aus. Die Fed zeigte sich nicht bereit, weiterhin die hausinternen Bestände der US-Staatsanleihen aufzustocken. Insgesamt kann die Fed bereits einen Bestand von Staatsanleihen und Immobilienpapieren im Gegenwert von rund 2,3 Billionen Dollar vorweisen.

Zudem plant die US-Notenbank keine Änderungen des praktisch auf Null gesetzten Leitzins bis ins Jahr 2015 hinein.

Vorrangiges Ziel der US-Wirtschaft wäre die Belebung des Arbeitsmarktes. Die US-Notenbank sieht dafür lediglich die Möglichkeit, die Märkte mit „Frischgeld“ zu fluten und für aufstrebende Aktivitäten zu sorgen. Erst wenn sich im Arbeitsmarkt spürbare Verbesserungen eingestellt haben, wolle Fed den Kauf von Immo-Papieren neu überdenken, aber bis dahin soll der eingeleitete Weg unvermindert fortgesetzt werden.

Risiken einer Hyperinflation werden in Kauf genommen

Ben Bernanke hatte seine persönliche Nähe zur Gelddruckmaschine der Öffentlichkeit längst gebeichtet. Sollten in der US-Wirtschaft deflationäre festzustellen sein, würde er „persönlich vom Hubschrauber aus frisch gedrucktes Geld über das Land abwerfen“. Damit hat sich der Fed-Chef sogar den Spitznamen „Helicopter-Ben“ eingefangen.

Die Märkte mit frisch gedruckten Geld zu fluten und dies als einzigen Ausweg aus einer misslichen Wirtschaftslage zu sehen, kann nur bedeuten, dass Alternativen ignoriert werden, oder aber das „System“ schlicht am Ende ist.

Eines hat die Fed der EZB voraus. Die US-Notenbank kündigt das Anwerfen der Notenpresse offen, ehrlich und unverblümt an. Die EZB sowie EU-Kommission sind wochenlang damit beschäftigt, um für die gleichen Inhalte eine ansehnliche Verpackung zu entwickeln, die der EU-Bevölkerung präsentiert werden soll.

Es klingt beinahe schon zynisch, aber die neue Zerrissenheit der Euro-Länder untereinander wirkt wie eine Crash-Bremse aufgrund einer Hyperinflation. Fed und USA handeln mit völlig anderen Voraussetzungen. Die Umsetzung der Fed-Beschlüsse, wie sie einer EZB-Ratssitzung gleich kämen, lassen sich in den USA umgehend umsetzen, während in der Euro-Zone über jede Zeile der ausgearbeiteten Verträge diskutiert wird.

Am Ende steht aber das gleiche Ergebnis. Massive Geldflutung der Märkte endet stets in einer Geldentwertung, sprich Inflation. In den USA fährt man offensichtlich mit Vollgas gegen die Wand und in der Euro-Zone melden sich zahlreiche „Experten“ zu Wort, die eine Inflationsgefahr „außer Welt reden“, da das Kapital schließlich nicht den Märkten nicht „flüssig zugeführt werden würde“. Diese „Experten“ ignorieren jedoch beharrlich, dass Investment-Banken stets eigennützig handeln, quasi „über Leichen gehen“. Das „rein Bilanzierte Kapital“ wird früher oder später die freien Märkte erreichen.

Die beiden Währungen, Euro und US-Dollar, stehen seit geraumer Zeit in einem „inoffiziellen Wettbewerb“. Wen es wohl „zuerst erwischen“?

Die US-Währung besitzt diverse Rückenstärkungen
Der US-Dollar hat es dem Umstand zu verdanken, als Weltleitwährung gehandelt zu werden, trotz des gigantischen Schuldenbergs von über 16 Billionen Dollar nicht schon längst kollabiert zu sein. Weitere Vorteile für die US-Währung werden u.a. durch die US-Ratingagenturen zugespielt, die besonders Euro-Länder und -Institutionen durch Abwertungen unter Beschuss hielten. Gleichzeitig halten sie die US-Wirtschaft überwiegend virtuell im „Top-Zustand“. Moody’s letzter Warnschuss gegen die USA darf getrost als Alibi-Handlung verstanden werden.

Unverkennbar spitzt sich die Situation zu. Ausweich- und Ablenkungsmanöver einer miserablen US-Wirtschaft endeten wiederholt in Interventionen „unwilliger“ Länder. Syrien und Iran sind ein aktuelles Thema. Mittlerweile sind wieder zahlreiche „Übergriffe“ auf US-Botschaften durch „muslimische Aktivisten und vermeintliche Terroristen“ in die Schlagzeilen geraten.

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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