US Notenbank Chef warnt US-Regierung vor drohende Rezession

US Wirtschaftskrise-


Der Schuldenhaushalt USA rückt wieder in den Mittelpunkt der Gespräche. Lange war es still um die große Wirtschaftsmacht mit der privaten Notenbank als „Hüter der Weltleitwährung“. Die US Präsidentschaftswahlen wurden größtenteils abgewartet und nun beginnen die Spieler erneut mit ihren Zügen. Fed-Chef Ben Bernanke gibt die erste große Steilvorlage mit der Warnung vor einer drohenden Rezession in der US-Wirtschaft.

USA Schuldenobergrenze wird zum Jahreswechsel geknackt

USA Krise
Mediale Rückkehr des US-Dollars
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Der Nachhall der US-Wahlen ist bereits am Ausklingen und die „Geräusche“ der realen Tatsache einer Wirtschafts- und Finanzkrise gewinnen wieder die Oberhand. Nachdem der Überblick gewonnen wurde, welcher US-Staat für die Demokraten stimmte und welcher lieber einen Republikaner auf dem Präsidentensessel gesehen hätte, steht das Spielfeld wieder offen, das alle Regionen zwischen der Ost- und Westküste der USA betrifft.

Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Ben Bernanke, sieht die USA unweigerlich in eine Rezession stürzen, falls es zwischen Präsident Barack Obamas Regierung und dem Kongress zu keiner Einigung käme, die sog. Fiskalklippe mit irgend welchen Mitteln zu umgehen. Die Notenbank Fed hätte auch in einem solchen Fall nicht die richtigen Werkzeuge, um das zu kompensieren, so Fed-Chef Bernanke lt. welt.de (Mittwoch).

Wenn Schuldner und Bewerter in die Trickkiste greifen müssen

Was Griechenland für die Euro-Zone darstellt, haben die USA vor der eigenen Haustüre. Ein Haushaltsloch durch das immerwährend Milliardenbeträge ins „Nichts“ versickern und den Schuldenberg stets höher auftürmen. Bereits im September „knackte“ das US-Haushaltsdefizit die 16.000 Milliarden Dollar Grenze. Die neue Rekordmarke hat Obamas Wiederwahl nicht schaden können, aber beim Antritt zur zweiten Amtsperiode warf der Schuldenturm inzwischen schon einen größeren Schatten auf das Weiße Haus.

Mit einer weiteren Anhebung der Schuldenobergrenze rechnet Bernanke bereits ab Beginn 2013. Sollte dies nicht erfolgen, drohe schlicht die Zahlungsunfähigkeit der USA, insbesondere ein „katastrophaler Zahlungsverzug bei Staatsanleihen und anderen Verpflichtungen“, so der Fed-Chef.

Im Prinzip ist die Anhebung der Schuldenobergrenze ein „billiger Griff in die Trickkiste“. Eine Privatbank würden ihrem Kunden den Rahmen des „geduldeten Überziehungskredits“ anheben, damit dieser trotz schlechter Aussichten, die Schulden je wieder abtragen zu können, dennoch wieder über Liquidität verfügt.

„Willkürliche Schuldenobergrenze einfach beseitigen“
Bereits letztes Jahr im Sommer fragte sich die US-Ratingagentur Moody’s, was der „Unsinn“ mit der Schuldenobergrenze soll, wenn diese stets angehoben werde und dann noch für viel Unruhe in den Märkten sorgte. Letztendlich sei das Schuldenlimit rein willkürlich festgelegt und keinen Gesetzmäßigkeiten gebunden. Man könne doch die „virtuelle“ Grenze einfach abschaffen.

Auf den ersten Blick verständlich, was bringt ein Warnhütchen auf der Straße, wenn die Gefahrenzone durch einfaches Umsetzen neu definiert wird. Nur würde sich Moody’s damit selbst ein Kriterium zur Bewertung kappen, denn was nicht mehr existiert, dem kann auch nicht mehr gefährlich nahe gekommen werden und stellte diesbezüglich die Kreditwürdigkeit nicht mehr infrage.

Die Fed ist seit geraumer Zeit fleißig am Gelddrucken, um besonders den angeschlagenen Immobiliensektor der US-Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Eine Bargeldflutung der US-Märkte begann im zweiten Anlauf bereits Mitte September. Es bleibt abzuwarten, ob Ben „Helicopter“ Bernanke sich einst tatsächlich mit einem Sack Dollarscheinen in die Lüfte erhebt.

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