Urteil Goldman Banker Tourre: Das Schauspiel schließt ein Kapitel

Bankenwelt-


Die US-Regierung und die US-Aufsichtsbehörde feiern einen „glorreichen Sieg“ über betrügerische Machenschaften von Investmentbanken. Der ehemalige Goldman Banker Fabrice Tourre wurde zum Vorwurf der Irreführung und Täuschung für schuldig befunden.

Justiz

Im Vordergrund beim Kampf gegen Banken-Betrug steht wohl die Öffentlichkeitsarbeit

Symbolisches Opfer in einem symbolischen Schauspiel

Sehr lange hat es gedauert, bis ein aufgeflogener Betrug und dessen Urheber von einem Gericht „rechtskräftig getadelt“ wurde. Ganze fünf Jahre dauerte das Tauziehen um den inzwischen zur Symbolfigur gewordenen Fabrice Tourre von Goldman Sachs.

Der „Fabelhafte Fab“ Fabrice Tourre wurde am Donnerstag in New York für schuldig befunden. Der vorsätzliche Betrug in Milliardenhöhe gilt als erwiesen. Investoren sind nach Ansicht der Geschworenen-Jury über ein Anlageprodukt in die Irre geführt worden und haben einen enormen Schaden erlitten.

Im Mittelpunkt steht das Finanzprodukt mit der Bezeichnung Abacus 2007-AC1. Ein Derivate-Paket mit „hübschem Etikett“ aber voll mit faulen Hypotheken-Papieren. Offensichtlich wurde mit einem Ausfall der meisten Immobilienkrediten gerechnet, da das „große Geschäft“ mit einer Ausfallversicherung eingefahren wurde. Das brachte bei den Ermittlungen u.a. Hedge-Fonds Manager John Paulson mit ins Spiel. Er stellte das Abacus-Paket zusammen und Goldman Sachs kümmerte sich darum, die Abacus-Derivate an den Mann zu bringen. Für Paulson sollen rund 1 Milliarden Euro herausgesprungen sein. Eines der prominentesten Opfer dieses faulen Geschäfts ist die deutsche IKB. Die Investmentbank Goldman hat in diesem Zusammenhang bereits einen (symbolischen) Geldbetrag in Höhe von 550,- Millionen Dollar zahlen müssen. Das Ergebnis eines Vergleichs. Im ersten Quartal 2010 fuhr Goldman Sachs weit über 3 Milliarden Dollar Gewinn ein. Die „Strafe“ entsprach somit den Gewinn von rund 5 Werktagen. Der finanzielle Schaden der IKB wurde vom deutschen Steuerzahler beglichen.

Fabrice Tourre wurde von Goldman Sachs fallen gelassen wie die berühmte heiße Kartoffel. Ein klassisches Bauernopfer. Vorgeschoben für den Gang zum Schafott und Justiz, Staat sowie Aufsichtsbehörden sind die gefügigen Begleiter zum großen Schauspiel.

Das Urteil gegen den ehemaligen Banker wird als ein „wichtiger Sieg“ gegen betrügerische Machenschaften in der Finanzwelt gefeiert. Ein Knecht schwellt seine Brust und verkündet stolz, seinen Dienstherren und Brötchengeber in die Schranken verwiesen zu haben.

Tourre mag zu Recht als ein Symbol für die Auswüchse in der Finanz- und Bankenwelt gelten, aber wie bei jeder ausgestellten Skulptur wird dem Sockel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

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