Ungewöhnlicher Weg vermögender Anleger – Negativ-Renditen für Anleihen

Eurokrise-


Fallende Zinsen und überquellendes Kapital treiben die vermögenden Anleger auf ungewöhnliche Wege. Anleihen mit effektiv negativen Zinsen sind inzwischen zu einem Renner geworden. Der Überfluss gilt angesichts der noch weiter fallenden Zinsen als vorübergehend gesichert.

Geldbaum

Das überquellende Kapital der Vermögenden sucht verzweifelt eine Bleibe

Negativrenditen für eine Banken-Anleihe – Große Nachfrage

Die vom EZB-Chef Mario Draghi in die Finanzmärkte gepumpten Gelder drücken nun langsam aus allen Ritzen hervor. Während im Gebiet der Bundesrepublik die Schere zwischen Arm und Reich nahezu einen Spagat präsentiert, wissen die vermögenden Anleger nicht mehr wohin mir ihrem Überfluss.

Das aus allen Spalten und Löchern hervorquellende Kapital sucht eine neue Heimat, egal zu welchem Preis. Zinsen sind ohnehin passé, deshalb darf es auch gerne etwas kosten.

Japans Regierung machte es bereits vor und emittierte eine „limitierte Auflage“ von Staatsanleihen mit Negativrendite. Patriotische Abnehmer zeigten sich bereit, für den Besitz eines Staatspapiers auch etwas Geld zu hinzublättern. Die einstigen Flaggschiffe der „Rentensicherung“ – die Bundesanleihen – bringen in den langfristigen Laufzeiten immerhin noch ein kleines Pluszeichen vor dem Zinswert ein, nominal. Mittelfristige Bundesanleihen aus den Händen der Finanzagentur sind allerdings auch schon „kostenpflichtig“.

Der Kapitalüberfluss einiger Anleger muss aber derart aus den Fugen geraten sein, dass sogar der Griff zu „kostenpflichtigen Anleihen“ als ganz und gar nicht mehr absurd erscheint. Eine kleine Berliner Bank- Hyp – gab am Dienstag als erstes privates Kreditinstitut eine Tranche 3-jähriger Anleihen im Wert von mehr als 500 Millionen Euro heraus. Der kleine, aber feine Unterschied zum Gewöhnlichen: Die Investoren müssen Zinsen bezahlen, statt die Hände für Renditen offen zu halten.

Der Andrang der Investoren scheint sehr groß gewesen zu sein, wie Spiegel Online (Mittwoch) berichtete. Nominal liegt der Zins für die Anleihe bei null Prozent. Aufgrund der hohen Nachfrage und dem Ausgabepreis kommen unterm Strich -0,162 Prozent Renditen heraus. Die Investoren bezahlen also Geld dafür, um die Anleihe der Hyp Bank besitzen zu dürfen.

Vermutlich ein Sicherheitsaspekt für viele Anleger. Tendenziell sind die Zinsen im Euroraum für die kommenden Jahre auf einen weiteren Sinkflug ausgerichtet. Diese Anleihe zum nominellen Nulltarif gebe den Inhabern eine gewisse Stabilität.

Der einfachen Sparer wird dieses Angebot auch annehmen müssen

Das Prinzip dieses Anlage-Modells dürfte bei Fortsetzung oder gar Ausweitung der expansiven EZB-Geldpolitik auch bald bei den „normalsterblichen“ Sparern ankommen. Negative Zinsen für die Geldeinlagen auf dem Sparbuch, der Preis für die zu tragenden Risiken einer Bankenpleite. Damit die Sparer nicht auf „dumme Gedanken“ kommen und ihr Hab und Gut von den Konten räumen wollen, muss das Bargeld präventiv beseitigt werden.

Der umgekehrte Weg wird dem Konsumenten in der realen Wirtschaft jedoch verwehrt bleiben. Man stelle sich vor, der kleine Arbeitnehmer geht zur Bank, holt sich einen Kredit von 10.000 Euro und muss lediglich 9.200 Euro zurückzahlen.



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