Umstrittene Verleihung Konrad-Adenauer-Preis an Vitali Klitschko

Kiew-


Die Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises der Stadt Köln an den Kiewer Oberbürgermeister Vitali Klitschko stößt auf Kritik. Der Preis für „Engagement für Frieden und Demokratie in der Ukraine“ wird vom Schulterschluss mit den rechtsextremistischen Vereinigungen in der Ukraine überschattet.

Ukraine

Die jüngsten Ermordungen von Oppositionellen scheinen nur halbherzig verfolgt zu werden

Umstrittene Preisverleihung für „Frieden und Demokratie“ in der Ukraine

Gewürdigt werden „herausragende Beiträge und besondere Verdienste zu dem Thema Leben und Arbeiten in einer Großstadt: Innovative und mutige Beiträge zur Entwicklung einer lebenswerten Großstadt weltweit, zur europäischen Integration oder zur Wahrung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung im zusammenwachsenden Europa“. So lautet die Satzung des Konrad-Adenauer-Preises der Stadt Köln. Der Oberbürgermeister der Stadt Köln, ein Vertreter des Bundeskanzler-Adenauer-Hauses, Fraktionsmitglieder des Stadtrates sowie Sponsoren entscheiden zusammen, wer den Preis erhalten soll.

Am Donnerstag überreichte der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters dem Kiewer Oberbürgermeister Vitali Klitschko den Konrad-Adenauer-Preis, für sein „Engagement für Frieden und Demokratie in der Ukraine“.

Der mehrfache Schwergewichts Box-Champion Klitschko bemühte sich bereits 2006 vergebens um den Posten des Kiewer Bürgermeisters. Bei den Unruhen auf dem Maidan im Februar 2014 verbündete sich Klitschko mit dem heutigen Premier Arsenij Jazenjuk von der „Allukrainischen Vereinigung Vaterland“, der ehemaligen Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko und Oleh Tjahnybok von der rechts-extremistischen Swoboda-Partei, um sich gemeinsam für den Rücktritt des Präsidenten Viktor Janukowytsch einzusetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Europäische Volkspartei (EVP) leisteten Klitschko kräftige Unterstützung.

Die bereits im August 2013 von Klitschko angekündigte Präsidentschaftskandidatur zog der Boxer im Ruhestand Ende März 2014 zurück, um die Wahl des heutigen Präsidenten Pjetr Poroschenkos zu unterstützen. Als neuer Kandidat für das Kiewer Oberbürgermeisteramt gewann Klitschko die Wahl am 25.05.14 mit 57,4 Prozent der Stimmen.

Kritische Töne erntete Klitschko bereits von der Friedrich-Ebert-Stiftung für sein Verhalten in der Maidan-Bewegung. Der heutige Kiewer Oberbürgermeister habe sich nicht eindeutig von der „antisemitischen, fremdenfeindlichen und rassistischen Rhetorik“ der Swoboda-Partei distanziert. Vielmehr habe Klitschko in der Öffentlichkeit den Eindruck der legitimen Gesinnung der Rechtsextremen vermittelt.

Die Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises durch die Stadt Köln am 23.04.15 bleibt ebenfalls nicht ohne Protest. Der Kölner Kreisverband der Partei DIE LINKE meldete lt. Sputniknews eine Protestaktion gegen die Preisverleihung an. „Wir erwarten von Vitali Klitschko in Köln eine klare Verurteilung der rechtsextremen Morde an Oppositionspolitikern. Als Bürgermeister von Kiew muss er die Sicherheit und die politischen Rechte von Oppositionellen garantieren. Er muss jede Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten aufkündigen und sie aus der Kiewer Stadtverwaltung entfernen“, so die Forderungen des stellvertretenden Kreissprechers der Partei, Dirk Hansen.





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