Ukraine-Krise: Erwünschter Katalysator für globalen Finanzkollaps?

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Die Ukraine-Krise könnte der maroden und kurz vor dem Absturz stehenden Weltwirtschaft wie gerufen kommen. Die offensichtlich unlösbare Finanzkrise benötigt einen Sündenbock und zwar schnell. Nach der Besetzung der Halbinsel Krim werden bereits die ersten Stimmen über die Risiken einer globalen Katastrophe laut.

Wallstreet

Die Lösung der Banken- und Finanzkrise ist nicht in Sicht – Russland als Sündenbock?

Das Finanzsystem erscheint als „unrettbar“ – Dient Ukraine als Katalysator?

Soll später einmal die „Ukraine-Krise“ als der Auslöser für den finalen weltweiten Finanzkollaps in den Geschichtsbüchern stehen? Angesichts der aussichtslosen Situation der bereits angeschlagenen Euro-Länder und der ebenfalls hoffnungslos verschuldeten „gesunden“ Mitgliedsstaaten (Deutschlands Schulden mehr als 2 Billionen Euro) könnte ein „externer Anlass“ wie eine Krise in der Ukraine geradezu willkommen sein. Irgendetwas muss Schuld haben am Kollaps, keinesfalls jedoch der wirkliche Grund. Das Schuldgeld- und Bankensystem sowie deren teils skrupellosen aber höchst aktiven Mitläufer.

Russlands Präsident Putin hielt sich während der Olympischen Winterspiele offenbar zähneknirschend zurück. Die nun erfolgte Besetzung der Halbinsel Krim dürfte kaum eine spontane Entscheidung des russischen Präsidenten gewesen sein. Die Ukraine erscheint politisch und geografisch ohnehin als sehr gut geeignet, um als Spielball der West- und Ostmächte missbraucht zu werden. Die Europäische Union steht Schulter an Schulter mit den USA gegen die Russische Föderation. Brüssel und Washington sprechen von „freier Demokratie“ und „gewünschtem EU-Beitritt“ der Ukraine und Präsident Putin drückte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach sein „Unbehagen“ über die langsam aufdringlich wirkende Annährung der Nato an Russlands Grenzen aus.

Ökonomen warnen bereits vor Einbrüchen in der Wirtschaft durch Ukraine-Krise

Gegenüber Handelsblatt online warnte Chef-Ökonom der Dekabank, Ulrich Kater, vor den „wirtschaftlichen Unsicherheiten“ durch eine Ukraine-Krise. Diese Risiken werden durch „geopolitische Unsicherheiten vor der eigenen Haustür“ ausgelöst, so Kater. Eine derartig umfassende Verunsicherung der „wirtschaftlichen Erwartungen“ könne die Konjunkturentwicklung im Gesamten belasten. Auf dem Spiel stünden u.a. die aus Russland stammenden Erdgaslieferungen über die Ukraine.

Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), fürchtet fatale Folgen vor allem für die Menschen in der Ukraine. Die politische Eskalation in der Ukraine spotte jeder Vernunft, so Horn gegenüber Handelsblatt online. „Sollten die Auseinandersetzungen die Grenze zum Kriegerischen überschreiten, droht der finanzielle Kollaps“, so die Befürchtungen des IMK-Direktors.

Eine Krise in der Ukraine könne die gesamte Weltwirtschaft gefährden, so die Warnung von Christian Dreger, Forschungsdirektor im Bereich International Economics am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Das Verhältnis zwischen der EU und Russland könnte durch eine weitere Zuspitzung der Situation belastet werden. Die Ukraine müsse nun möglichst schnell wirtschaftlich und politisch stabilisiert werden, so die Forderung von Dreger. Die EU könne dabei eine wichtige Rolle spielen, aber ohne Russland sei keine Lösung möglich, so der Forschungsdirektor.

Der Wirtschaftsprofessor Max Otte sieht die Ukraine-Krise offenbar aus einem anderen Blickwinkel und sprach von der „Einschnürung Russlands durch den Westen“. Diese Situation habe „das Potenzial zu einer ganz, ganz großen Krise“, so Otte zum Handelsblatt online. Sollte diese Krise jedoch verhindert werden können, so sei die kritische Lage oder gar Insolvenz eines Landes, das am Rande Europas liegt und ökonomisch unbedeutend sei, für die Weltwirtschaft nichts Neues und dürfte auch keine großen Folgen mit sich ziehen.

Es bleibt nur noch die Frage, ob die politische Lösung mit einer folgenden geordneten „Insolvenzverwaltung“ im Einklang mit Russland überhaupt gewünscht ist. Eine beinahe schon lächerlich anmutende Kritik gegen die Besetzung der Halbinsel Krim durch Russland war aus Washington zu hören. „Im 21. Jahrhundert verhält man sich nicht wie im 19. Jahrhundert, indem man auf Basis frei erfundener Gründe in ein anderes Land einmarschiert“, so die Worte von John Kerry, Außenminister der USA. Worte die weder überzeugen noch beruhigend sind. Vielmehr zeugt dieser Satz von einer gehörigen Portion Arroganz und Ignoranz, statt von der Bereitschaft, mit Russland einen vernünftigen Dialog führen zu wollen.

Die nächsten Tage könnten aufzeigen, wohin der Zug fahren soll. Ob die Ukraine-Krise tatsächlich als Katalysator zum globalen Finanzkollaps auserkoren und Russland als der Sündenbock erklärt wurden.

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