Teure Dispozinsen stehen am Pranger – Was Sie dagegen tun können

Girokonto – Teure Dispozinssätze-

Auf der einen Seite kämpft die Wirtschaft seit geraumer Zeit mit dem historischen Zinstief, auf der anderen Seite bleiben die Wert für Kreditzinsen auf einem teuren Niveau.

Auffällig sind die nach wie vor hohen Dispozinsen gegenüber dem Kunden, der sein Girokonto im Minus-Bereich führt.

Bereits Anfang September wurden die teuren Dispozinsen der meisten Banken und Kreditinstituten kritisiert. Aus dem ersten großen Aufschrei sind u.a. „Wucher“ und „Abzocke“ der Banken gegenüber ihren Kunden herausgehört worden.

Erst der große Finanztest (test.de) brachte die ganze Wahrheit ans Tageslicht. Es wurden knapp 1.000 Banken, darunter die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, sowie die überregionalen Direkt- und Großbanken nach den gültigen Dispozinsen befragt und die Angaben entsprechend ausgewertet.

Dispozinsen sind eindeutig zu teuer
Die Spanne liegt im Ergebnis zwischen 6,00% und 16,99% Zinsen für das Minus auf dem Girokonto.

Der Durchschnitt der erfassten Banken verlangt ca. 11% Dispozinsen für das überzogene Konto. Immerhin stehen etwa 17% der Kontoinhaber bei ihrer Bank in den roten Zahlen und schon der erste Blick läßt für die Banken und Sparkassen ein gigantisches Geschäft vermuten.

Der historisch tiefe Leitzins der EZB ist derzeit bei 1% festgelegt, wobei dieser Bereits seit Mai 2009 Gültigkeit besitzt. Vor der globalen Finanzmarkt-Krise lag der Leitzins zuletzt bei 4,25%.

Zinswerte werden unterschiedlich weiter gegeben
Die Weitergabe der Niedrigzinsen an den Kunden erfolgte fast unverzögert in den Bereichen der Geldanlagen wie Tagesgeld-, Festgeldkonten und andere Sparanlagen, die an den Sparer Zinsen abwerfen. Ratenkredite erfuhren erst eine deutlich verzögerte Zinsanpassung, die auch dem Darlehensnehmer zu Gute kam, wobei die Absenkung der Kreditzinsen gegenüber dem Verfall des Leitzins im Vergleich gering ausgefallen ist.

Leitzins scheint teure Dispozinsen unberührt zu lassen
Die Zinssätze für Dispo Kredite scheinen jedoch einen festen Sitz der Hochzins-Zeiten inne zu haben. Eine deutliche Weitergabe der niedrigen Zinsen ist hier nicht zu beobachten. Teure Dispozinsen scheinen auf einem stabilen Sockel zu sitzen.

Erst die statistischen Zahlen verdeutlichen die Größenordnung der Vorteile, die durch „Verweigerung“ der Zinsverringerung an die Banken abfallen.

Nach Angabe der Bundesbank liegen die Beträge der Überziehungskredite bei knapp 42 Milliarden Euro. Der größte Teil davon wird von Dispo-Kredite gebildet. Die Banken und Sparkassen kassieren damit für jedes Prozent der anfallenden Zinsen etwa 416 Millionen Euro pro Jahr.

Für die Banken bedeutet diese Zinspolitik eine willkommende Einnahmequelle und für die Kontoinhaber eine erhebliche und zugleich unnötige Belastung der Haushaltskasse.

Dennoch sind Privatkunden nicht ohne Mittel und Wege, teuren Dispozinsen aus dem Wege zu gehen.

Trotz Niedrigzins überhöhte Kosten für überzogenes Konto
Teure Dispozinsen
Teure Dispozinsen
vermeiden

Konto-Minus einfach umwandeln – Teure Dispozinsen vermeiden.
Viele Kontoinhaber sind besonders gegen Ende des Monats in einem Minusbereich. Die fixen Zahlungsverpflichtungen wie Strom, Telefon, Miete, etc., werden meist vor Eingang des Monatsgehalts vom Konto abgebucht. Erst nach Eintreffen des Gehalts sind wieder schwarze Zahlen zu verzeichnen.

In diesem Fall genügt meist eine Zeit lang etwas zu sparen, um den temporären Kontoüberzug zu vermeiden. Gänzlich von den teuren Dispozinsen betroffen sind jedoch die Kontoinhaber mit „chronischen“ roten Zahlen.

Das Gehalt kann das Konto nicht in den Guthabenbereich versetzen, ggfs. nur um einen kleinen Betrag, der aber durch die Lebenshaltungskosten schnell wieder aufgezerrt ist. Das ohnehin schon angeschlagene Girokonto wird mit durchschnittlich 11% Dispozinsen zusätzlich belastet.

Raus aus der Minus-Spirale
Ein Weg um aus diesem „Teufelskreis“ wieder heraus zu kommen, bzw. wenigstens das Sparpotenzial zu verbessern, ist die Umwandlung des Fehlbetrages in ein Ratenkredit, das in aller Regel mit deutlich geringeren Zinssätzen als teure Dispozinsen behaftet ist.

Meist nur reine Verhandlungssache
Der Kontoinhaber kann mit der eigenen Bank, bzw. Sparkasse, bei der das Girokonto geführt ist, einen entsprechenden Privatkredit zur Schuldenumwandlung aushandeln. Dennoch ist er nicht verpflichtet den Ratenkredit der „Hausbank“ für den Kontoausgleich zu nutzen. In der Regel sind Direktbanken, bzw. Onlinebanken günstiger als die lokalen Filialbanken, wie z.B. Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken.

Die Zinssätze für Ratenkredite sind sehr unterschiedlich. Diese sind u.a. abhängig von Kreditsumme, Kreditlaufzeit und evt. von der Bonität. Je nach Höhe der überzogenen Beträge auf dem Girokonto ergibt sich der entsprechende Bedarf des Ratenkredits.

Teure Dispozinsen vermeiden – Verhandeln & Vergleichen
Tipp Tarifometer24.com
Tipp!

Bestimmen Sie den nötigen Geldbetrag, der zum dauerhaften Ausgleich des überzogenen Girokontos benötigt wird und sprechen Sie mit Ihrer Hausbank über einen internen Ausgleich des Kontos durch einen Ratenkredit mit entsprechend günstigeren Zinsen.

Parallel dazu können Sie die Direkt- und Onlinebanken auf günstige Dispo Zinssätze und Konditionen vergleichen (Kreditvergleich).

In der Regel vergeben die „beheimateten“ Banken dem bereits bekannten Kunden eher ein Ratenkredit, als ein Neukunde bei einer Fremdbank, dennoch sind Kreditanfragen meist kostenfrei und unverbindlich.

Eine Zusage zur möglichen Kreditvergabe gibt u.a. mehr Rückhalt bei den Verhandlungsgesprächen mit der Hausbank. Ein Ausweichen zu den günstigeren Kreditkonditionen bedeutet ein „Ass im Ärmel“ zu haben.

Abrufkredit – Günstiger als Dispozinsen
Bei ständigen „überraschenden“ Ausgaben, die das Girokonto durch überteuerte Dispozinsen belasten könnten, ist noch ein sog. Ratenkredit „auf Abruf“ eine Alternative. In diesem Fall wird ein vorher vereinbarter Betrag als potenzieller Ratenkredit vorgehalten, der bei Bedarf abgerufen werden kann.

In der Regel sind die Zinssätze günstiger als Dispo-Zinssätze. Anbieter eines solchen „Abruf-Kredits“ sind z.B. die VW-Bank und die Credit Europe Bank mit ihrem Dr. Dispo.

Günstige Gelegenheit – Renten- oder Lebensversicherungspolice
Eine weitere Möglichkeit das überzogene Girokonto durch einen günstigen Kredit auszugleichen ist das Beleihen der Versicherungspolice. Die Policen-Beleihung kann für einen sehr günstigen Zinssatz sorgen und gleichzeitig bleibt die Versicherung zur Altersvorsorge wirksam.

Obwohl die Volks- und Raiffeisenbanken zu den lokalen Kreditinstituten und vermeintlich teureren Banken zählen, hat sich die Volksbank Wechnitztal eG vor allem im Bereich der Versicherungsbeleihung hervorgehoben.

In Zusammenarbeit mit dem Spezialisten für Policen-Ankauf und Policen-Beleihung LifeFinance, sind Darlehen für die Policenbeleihung zu sehr geringen Zinssätzen erhältlich (LifeFinance Policen-Darlehen).

Sollten Sie eine kapitalbildende Versicherungspolice in der Schublade liegen haben und diese einen Rückkaufswert von min. 1000,- Euro vorweisen, dann ist dies eine hervorragende Möglichkeit, einen günstigen Ratenkredit zum Ausgleich des überzogenen Girokontos zu erhalten.

Neues Gesetz verheißt nichts Gutes – Dispo schnell ausgleichen
Erst im Juli diese Jahres wurde auf Bundesebene ein neues Gesetz verabschiedet, das einerseits den Banken „etwas“ die Freiheit nimmt, willkürlich die Zinsen unabhängig vom Leitzins anzupassen, aber andererseits dem Kunden trotz den augenscheinlichen Vorteilen eher zum Nachteil kommen wird.

Die Rechnung ist ganz einfach. Jetzt sind die Leitzinsen am Boden. Eine weitere Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank kann höchstens nur noch in sehr kleinen Bereichen nach unten erfolgen. Für eine Zinserhöhung ist jedoch unvergleichbar mehr Raum verfügbar.

Im Klartext bedeutet das eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Anhebung der Leitzinsen und somit gleichzeitig eine Anhebung der Dispo-Zinsen durch die Banken. Das Timing für diese Gesetzgebung ist alles andere als besonders „glücklich“ zu bezeichnen.

Anfrage für Inhaber einer Police   –   Unbhängig Ratenkredit vergleichen

Bild: tarifometer24.com

Ein Gedanke zu „Teure Dispozinsen stehen am Pranger – Was Sie dagegen tun können

  • 12. Oktober 2010 um 8:39
    Permalink

    Meine Bank war nach Anfrage über Dispo-Zinsen und Ausgleich über Kredit einer anderen Bank plötzlich bereit zu verhandeln. na, geht doch.

    Antwort

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