Überschuldung & Privatinsolvenz: Alleinstehende Männer ganz vorne

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Gründe für eine persönliche Überschuldung bis hin zur Privatinsolvenz gibt es viele, doch die meisten zahlungsunfähigen Personen trägt selbst die geringste Schuld. Nicht ungezügelter Lebensstil, sondern Schicksalsschläge sind die größten Risiken.

Überschuldung & Armut

Alleine und überschuldet – Kein Randphänomen aber am Rande des Abgrunds

Unschuldig Überschuldet – Keine Ausnahme, sondern Regel

Überschuldung kann die Folge eines ungezügelten Lebensstils sein. Wer in „Saus und Braus“ lebt und nicht auf das Verhältnis zwischen Einkommen und Ausgaben achtet, landet sehr schnell auf einem Schuldenberg. Doch in umgekehrter Sicht übten sich die in Deutschland Überschuldeten weniger im unkontrollierten Konsumverhalten, sondern sind überwiegend Opfer von Schicksalsschlägen.

Zu den größten Gefahren für eine Überschuldung zählt das Statistische Bundesamt (Destatis) Arbeitslosigkeit, Trennung, Scheidung, Tod des Partners, Unfälle und auch Erkrankungen auf. Lebensumstände die nur wenig oder überhaupt nicht beeinflusst werden können.

Überschuldung in Deutschland ist keine Randerscheinung

Seit dem Jahr 2006 werden jedes Jahr rund 100.000 Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet. Privatpersonen die schlicht zahlungsunfähig geworden sind. Nicht mitgezählt sind die Personen, deren finanzielle Lage äußerst angespannt ist, aber nicht zum Gericht antreten müssen. Ebenso fehlt die „Dunkelziffer“ jener Verbraucher, die den Weg zum Insolvenzgericht aus Scham nicht antreten.

Die Überschuldung ist annähernd „geschlechterneutral“

Die Schuldnerberatungsstellen zählen überschuldete Männer (50,8%) und Frauen (49,2%) zu beinahe gleichen Anteilen.

Der Blick auf die familiären Verhältnisse der überschuldeten Personen verrät jedoch große Unterschiede. So suchen Paare ohne Kinder in der Relation zur Gesamtbevölkerung (Anteil 29%) die Schuldenberatungsstellen unterdurchschnittlich häufig auf (15%). Alleinlebende Männer haben in der Gesamtbevölkerung zwar einen Anteil von nur 18%, aber bilden mit 28% den größten Anteil der Personengruppen, die eine Schuldenberatung kontaktieren.

Alleinerziehende Frauen sind bilden ebenfalls einen überproportionalen Anteil der Hilfesuchenden bei der Schuldnerberatungsstelle.

Überschuldete von durchschnittlich 33.000 Euro belastet

Die Schuldenlast der Zahlungsunfähigen beträgt lt. Destatis durchschnittlich 33.000,- Euro. Mit Abstand größte Gläubiger sind die Banken. Deren gern „eingetriebener“ Anteil beträgt durchschnittlich 17.900,- Euro.

Sehr häufig auf der Liste der Überschuldeten ist auch das Finanzamt als Gläubiger anzutreffen. Dabei sehen sich Männer viel öfters mit dem Fiskus konfrontiert als die Frauen. Destatis führt diese Differenz auf die Möglichkeit zurück, dass Männer häufiger einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen als Frauen. Der Faktor Unterhaltsverpflichtungen bei Männern spielt ebenfalls eine große Rolle.

Das Versandhaus als Gläubiger verschickt die Mahnungen dagegen sehr viel häufiger an Frauen.

Überschuldung als komplexes Gebilde – Viele Gläubiger

In der Regel stehen pro Überschuldeten mehrere Gläubiger gegenüber. In rund 90 Prozent der Fälle warten pro Zahlungsunfähigkeiten mehrere Personen oder Institutionen auf ihr Geld. Mehr als ein Drittel der Klienten von Beratungsstellen hat Verbindlichkeiten bei mindestens zehn Gläubigern.





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