Trübe Aussichten für Euro-Raum Herbst/Winter 2012

Euro-Krise-


Die Europäische Zentralbank ließ den Leitzins unverändert und betonte nach der Ratssitzung ihre „Bereitschaftsstellung“ für ggfs. notwendige Interventionen. Ifo World Economic Survery (WES) sieht gleichzeitig das Wirtschaftsklima im Euroraum auf eine fortgesetzte Abwärtsbewegung.

„Ausblick für den Euro-Raum überwiegend eingetrübt“

Europa
Kalte Jahreszeit für Euro
Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Die konjunkturellen Entwicklungen werden auch über den Herbst / Winter nicht viel Platz für „überschwänglichen Optimismus“ übrig lassen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte gestern bei der Ratssitzung beschlossen, den Leitzins (Hauptrefinanzierungszinssatz) auf das bisherige Rekordtief von 0,75% zu belassen. EZB-Chef Mario Draghi hielt allerdings die Möglichkeit offen, in absehbarer Zeit notwendige Maßnahmen einleiten zu wollen. Gäbe es eine wiederholte Änderung zum Leitzins, dürfte die Richtung nach unten zeigen.

Ifo-Institut sieht Abwärtstrend
Mit der Veröffentlichung des Indikators vom Münchener Ifo-Institut sind auch die Ausblicke für die europäische Wirtschaft zum Jahresende als sehr „eingetrübt“ beschrieben. Das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im vierten Quartal 2012 wiederholt gesunken.

Die Einschätzung der aktuellen Lage zeigt nur leichte Eintrübungen, dafür stehen die Erwartungen für die folgenden sechs Monate in einem erheblich abgeschwächten Licht. „Öffentliche Haushaltsdefizite“ werden vom Ifo-Institut als Hauptursache für die schwierige Wirtschaftslage im Euroraum genannt, gefolgt von der fehlenden Nachfrage sowie der hohen Arbeitslosigkeit. eine Erholung der wirtschaftlichen Lage wäre nicht in Sicht.

Letztendlich verharrt die Wirtschaftslage der Länder Italien, Portugal, Griechenland, Spanien und Zypern unverändert auf einem Rezessionsniveau. Als ungünstig wird von den Experten des Ifo World Economic Survey (WES) auch die Lage in Frankreich, Irland, Belgien, Slowenien und den Niederlanden eingeschätzt. Deutschland befindet sich im Vergleich zum Vorjahresquartal in einer schlechteren Position, obgleich die Lage als „zufriedenstellend“ beurteilt werden kann.

Für die Entwicklungen in den nächsten sechs Monaten wäre die Erwartungshaltung in den meisten Euro-Ländern unterhalb der Erwartungen vom Vorjahresquartal. Positiver wird die Lage jedoch in Estland, Irland und den Niederlanden eingeschätzt.

Der WES sieht noch für das Jahr 2012 im Euroraum eine von 2,2% auf 2,4% p.a. gestiegene Inflationserwartung. Kurzfristige Zinsen werden voraussichtlich in den nächsten sechs Monaten in weiten Bereichen unverändert bleiben und langfristige Zinsen werden nur in einem geringfügigen Umfang anziehen.

Im Euroraum geht die Mehrheit der befragten Experten davon aus, dass im Laufe des nächsten halben Jahrs der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar weitgehend stabil bleiben wird.

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