Trotz Staatshilfen – Banken zocken einfach weiter

Bankenkrise – Unverantwortliches Risiko-


Offensichtlich lehnen sich die Investmenthäuser auf dem bequemen Sessel der garantierten Staatshilfen zurück. Ungeniert zocken Groß- Banken mit hohen Verlustrisiken einfach weiter, obwohl sie der Staat samt Steuerzahler bereits aus dem Schuldenloch befreit hatte. „Ein Anruf genügt, um die nächste Hilfe zu bestellen“.

Risikogeschäfte der Banken durch staatliche Sicherheiten

Zocker Banken
Die Banken zocken weiter

Das Einsetzen der Bankenkrise im Sommer 2007 durchlief mit dem Untergang der US-Investmentbank Lehman Brothers einen ersten vorläufigen Höhepunkt. Mitte September 2008 „kapitulierte“ die Großbank aufgrund der Finanzkrise und meldete Insolvenz an.

Bereits im April 2008 führte die Bank eine Kapitalerhöhung um 4 Milliarden Dollar durch, nachdem das Institut während der Subprimekrise (US-Immobilienkrise) insg. 3,3 Milliarden Dollar abschreiben musste. Das Kapital wurde im darauf folgenden Juni um weitere 5 Milliarden Euro angehoben. Die Maßnahmen konnten aber nicht verhindern, dass im September 2008 für das Quartal III 2008 mit einem Verlust von rund 3,9 Milliarden Euro gerechnet wurde.

Letztendlich nutzten auch alle Bemühungen, diverse Geschäftsbereiche abzuspalten, nichts, die Investmentbank vor den Untergang zu bewahren. Am Ende wurde der hinterlassene Schuldenberg der Lehman Brothers auf rund 200 Milliarden Dollar geschätzt.

„Too big to fail“ – „systemrelevant“
Politik und Bankenwelt sahen es als einen Fehler an, eine Bank wie Lehman Brothers „einfach untergehen zu lassen“. Der Zusammenbruch wirkte sich weit über die Grenzen der USA hinweg mit den fatalen Folgen einer „großen weltweiten Finanzkrise“ aus. Der Zusammenbruch der Investmentbank wirkte auf viele weitere Großbanken wie ein „Schreckgespenst“. Letztendlich entzogen sie sich untereinander das gegenseitige Vertrauen. Der Finanzfluß drohte zu versiegen.

Die Regierungen sahen es ab diesem Zeitpunkt für erforderlich an, wankende Geldhäuser notfalls zu unterstützen. Sollten „systemrelevante“ Banken vor dem Kippen stehen, „müssten“ diese durch staatliche Gelder rekapitalisiert werden. In Deutschland wäre die Hypo Real Estate (HRE) ein „Musterbeispiel“, wie eine Verstaatlichung mithilfe Steuergelder aussehen kann.

Ein „gebranntes Kind“ wiederholt den Fehler nicht mehr
Ein Kleinkind holt sich mit dem Anfassen der heißen Herdplatte verbrannte Finger und wird dies niemals vergessen. Ein weiterer unbedachter Griff über das Kochfeld kommt nicht mehr vor.

Offensichtlich nicht so die Banken. Diese greifen trotz aller Risiken, sich die Hände zu verbrennen, weiterhin ungeniert über die heißen Kochfelder, um sich die „goldenen Kartoffeln“ abzuholen. Denn die Mutter steht nebenan und hält den Verbandskoffer und auch ein paar Kartoffeln parat.

Banken sind offensichtlich unwillig zu lernen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) legte den neuen Quartalsbericht vor, aus dem hervorgeht, dass bereits gerettete Banken nichts aus der Krise gelernt hätten. Die Frankfurter Allgemeine (FAZ) (Sonntag) veröffentlichte Ausschnitte des BIZ-Berichts, nachdem die „zehn wichtigsten Länder der Welt“ bereits Summen in der Höhe von fast 500 Milliarden Dollar aufwendeten, um genau die Geldhäuser zu retten, die sich in der Finanzkrise verspekuliert hatten.

Ein aufschlussreiches Fazit von BIZ-Mitarbeiter Blaise Gadanecz und Michael Brei von der Universität Paris 10, „gerettete Banken reduzierten die Risiken in ihrer Neukreditvergabe nicht erheblich stärker als Banken, die keine staatliche Unterstützung erhielten“. Die Erkenntnis wäre somit, dass diese Banken nicht sicherer geworden wären, sondern auf die zugesicherte Staatsgarantie vertrauten.

Weiterhin nennt FAZ die Untersuchungsergebnisse von 87 Großbanken aus 14 unterschiedlichen Ländern. Demnach wären taumelnde Geldhäuser später grundsätzlich höhere Risiken eingegangen. 40 von den 87 Banken riefen zwischen 2008 und 2010 den Staat um Hilfe an und erhielten fast 350 Milliarden Dollar. Die Hälfte der Staatshilfen wurde bis September 2010 wieder zurück gezahlt.

Praxis der Krisenbanken wäre es gewesen, mehr Darlehen zu gewähren und größere Kredithebel anzusetzen. Dazu kalkulierten die Institute mit höheren Libor-Spreads und ließen sich auf längere Kreditlaufzeiten ein.

Resümee der Untersuchung: Es gäbe keine Anzeichen, dass die bereits staatlich unterstützten Investmentbanken ein Bewusstsein für höhere Risiken entwickelt hätten.

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