Trotz Sparhaushalt: Griechenland noch kurz vor Pleite

Griechenland-Krise-


Griechenland hat seinen auferlegten Part für eine weitere Kredithilfe in Höhe von 31,5 Milliarden Euro erfüllt. Der Sparhaushalt wurde vom griechischen Parlament nach der in der letzten Woche erfolgten Billigung des Sparpakets in der Nacht auf Montag genehmigt. Der Ball wurde somit nach Brüssel zurück gespielt.

Griechenland steht im November 2012 vor der Pleite

Schuldenkrise
Bewegung im geplanten Kredit
für Griechenland

Bild: F.H.M. / pixelio.de

„Mit großer Einigkeit wurde der zweite entscheidende Schritt getan“, zitierte die F.A.Z. (Montag) Griechenlands Ministerpräsident Samaras nach der Abstimmung zum neuen Haushaltsplan mit einem ganzen Paket von Sparmaßnahmen.

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde der Haushaltsentwurf im griechischen Parlament mit einer großen Mehrheit durch gewunken (167 dafür, 128 dagegen).

Griechenland hat sich damit den Weg für weitere Finanzhilfen selbst geebnet. Aus dem gesamten Hilfsprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro stehen bereits gebilligte 31,5 Milliarden Euro als nächste Kredit-Tranche zur Überweisung bereit. Vorausgesetzt wurden jedoch der jüngst gebilligte Sparhaushalt sowie ein neues Sparprogramm, das bereits am Mittwoch verabschiedet wurde und ein Volumen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro umfasst.

Die Freigabe ist noch nicht erfolgt
Mit dem griechischen Sparhaushalt und den verabschiedeten Sparmaßnahmen hat sich das hochverschuldete Land der dringend benötigten Finanzspritze um einen Schritt genähert. Dennoch stehen weitere Debatten zwischen den Finanzminister der Euroländer aus, wie mit dem „Dauer-Krisenland“ weiter verfahren werden solle. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) setzt auf den noch ausstehenden Bericht der Troika und wolle keine übereilten Entscheidungen zulassen.

Weitere Unruhen in Griechenland erwartet
Mit dem gebilligten Sparhaushalt werden weitere, teils massive Unruhen in Athen erwartet. Bereits vor der Abstimmung zum Sparpaket sorgten tausende Demonstranten bei einem gleichzeitig eingeleiteten Generalstreik für Tumulte und einen Stillstand des öffentlichen Lebens.

Euro-Politik nimmt „fantastische“ Züge an

Spielt die EU-Kommission auf Zeit oder sucht sie einen eleganten Weg, wie sie wieder aus der Sackgasse herauskommt? Griechenland wird noch in diesem Monat Pleite gehen, falls es zu keinen weiteren Hilfskrediten kommen wird. Der Troika-Bericht ist noch nicht fertig gestellt und erst danach solle es zur abschließenden Beratung für die Freigabe der nächsten Kredit-Tranche kommen. Brüssel stemmt sich jedoch gleichzeitig „mit Händen und Füßen“ gegen die Gefahren einer Griechenlandpleite und den gefürchteten, zumindest dargestellten Risiken für alle anderen südeuropäischen Euro-Länder.

Wurde Realität aus den Augen verloren?
Ein prägnanter Widerspruch vom griechischen Ministerpräsidenten Samaras wurde von F.A.Z. zitiert: „Mit großer Einigkeit wurde der zweite entscheidende Schritt getan …. Vorrangig sei es jetzt, Wachstum zu erzielen“.

Sparen und Wachstum arbeiten in etwa so zusammen wie Gaspedal und Bremspedal. Welcher Autofahrer käme auf die Idee, für eine geplante Rennfahrt den letzten Tropfen Sprit aus dem Tank zu holen, damit sein Tankstellenbetreiber den versprochenen Reservekanister erhält?

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.