Troika-Warnung: Realität zur Griechenlandrettung?

Griechenlandkrise-


Die Griechenlandkrise ist noch längst nicht in die risikofreie grüne Zone gerückt. Lt. der Troika bestünde nach wie vor die Gefahr, dass der Krisenstaat dennoch in Zahlungsschwierigkeiten kommen könne. Eine innenpolitisch zerrüttete Situation könne zum Auslöser für eine erneute Zuspitzung werden.

Entwickelt sich Griechenland-Rettung zur Farce?

Griechenland-Rettung
Unerwartetes wird vorgeschoben

Die Troika, bestehend aus Vertretern des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission, sieht nach wie vor „große Risiken“ im Euro-Krisenstaat Griechenland. Wie die faz.net (Dienstag) berichtete, hält es Troika nach wie vor für möglich, dass Griechenland seine Verbindlichkeiten nicht nachkommen könne. Diese Einschätzung basiert auf die Urteile der Gläubiger und der entsprechende Bericht wurde am Montagabend veröffentlicht.

Demnach wäre der bereits „brennend“ erwartete Bericht bereits mehrfach zurückgehalten und mit erheblicher Verzögerung vorgelegt worden. Griechenlands Schuldentragfähigkeit wurde bereits vom IWF angezweifelt, der kurz davor stand, aus dem Rettungsprogramm auszusteigen. Der IWF setzt seinen Anteilen zum Hilfsprogramm ein Erreichen der Schuldtragfähigkeit voraus. Nachdem die Hellenen das Schuldenrückkauf-Programm nach dem zweiten Anlauf über die Bühne brachten, bewilligte daraufhin die Euro-Gruppe die Auszahlung des zurückgehaltenen Hilfskredits und der IWF erklärte sich bereit, weiterhin am Programm teilzunehmen.

Politische Entwicklungen könnten zum Problem werden
Aus dem Bericht der Troika ginge nun hervor, dass es zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung der geplanten Reformen kommen könne. Die Regierungskoalition wäre brüchig und der politische Widerstand gegen bestimmte Maßnahmen können nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus sehe man mögliche juristische Auseinandersetzungen. Dennoch verweist die Troika auf die bisherigen Erfolge, die zwar im Bereich der Privatisierungen unzureichend wären, aber dennoch für weitere Rettungshilfen an Griechenland ausreichten. Oberstes Ziel wäre der Kampf gegen die Zahlungsunfähigkeit.

Sparmaßnahmen könnten sich stärker auswirken
Die angesetzten Maßnahmen für Einsparungen am Haushalt könnten im kommenden Jahr bei der schwachen Wirtschaft größere Auswirkungen haben als bisher erwartet, so der Troika-Bericht lt. FAZ.

Inzwischen soll das griechische Finanzministerium den Empfang der Hilfszahlung in Höhe von 34 Milliarden Euro bestätigt haben. Inzwischen wurde der griechische Staat bereits zweimal von der EU sowie dem IWF vor einer Insolvenz gerettet.

Das falsche Spiel um Griechenlands Fakten

Wer die bisherigen „Ansagen, Prognosen und Analysen“ und den tatsächlich eingetretenen Entwicklungen speziell zu Griechenland verfolgte, weiß die „Botschaft“ der Troika und deren nachgeschalteten „Eurokratiker“ bereits zu deuten.

Heute ist schon klar, dass die bisherigen als Rettung deklarierten Milliardenzahlungen in ein Fass ohne Boden geschüttet wurden und weitere „Maßnahmen“ notwendig werden.

Bevor der Bericht der Troika an die Öffentlichkeit tritt, unterliegen die Dokumente mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erst dem Rotstift der EU-Kommission, ggfs. auch Teilen der Euro-Gruppe aus den Finanzministern der Mitgliedsstaaten.

Unrealistische Annahmen und Wunschgedanken
Die Hinweise darauf, dass das „Analyse-Produkt“ aus Troika-Erkenntnissen und dem Zutun weiterer EU-Verantwortlicher, mehr auf Wunschdenken statt auf Fakten basieren, erhärten sich zunehmend. Mit der Hoffnung auf Gedächtnislücken in der Öffentlichkeit scheint immer noch der Glaube zu bestehen, mit Geschichten „a la Grimm“ auf ein „Happy Ending“ hinweisen zu können. Bereits im Februar dieses Jahres wurde auf die offensichtlichen „Fantasie-Berichte“ der Prüfungs-Delegation hingewiesen.

Demnach beruhten die damaligen Annahmen für die Freigabe weiterer Hilfskredite an Griechenland auf Fantasiegebilde zum Wachstum und Neuverschuldung. Lt. Deutsche Mittelstands Nachrichten (21.02.12) ging man von einem Defizit von -1% zum Ende 2013 aus und erwartete ab 2014 wieder ein Wachstum der Wirtschaft. Dennoch dürfte im gleichen Bericht der bis 2020 erwartete Finanzierungsbedarf Griechenlands mit der Summe von 245 Milliarden Euro der einzige Kern an Wahrheit gewesen sein.

2013 wird wahrscheinlich desaströs
Griechenland rauscht wirtschaftlich nach wie vor ungebremst gen Keller. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt und das Haushaltsdefizit wurde lediglich durch neue Schulden etwas kaschiert. Die Verbindlichkeiten sind damit noch längst nicht aus der Welt geschafft, sondern nur umgeschuldet worden. Die Hellenen müssten im Jahr 2013 sinnbildlich einen überdimensionalen Fallschirm aufreißen, um den augenblicklichen freien Fall zumindest abbremsen zu können. Bis zum Jahresende sollte der Motor anmontiert worden sein, um für 2014 wieder einen Auftrieb zu erhalten. Das alles bei verordneter Sparpolitik. Einfach unmöglich.

„Politische Verwerfungen waren unvorhersehbar“
Gut vorstellbar, dass die längst bekannten aber der Öffentlichkeit vorenthaltenen realen Zahlen im kommenden Jahr ihren Tribut einfordern werden. Dafür könnte die „zerrüttete politische Situation“ in Griechenland gute Dienste leisten, um weitere Hilfsmaßnahmen, sprich Geldtransfer oder Schuldenschnitt, rechtfertigen zu können.

Das ganze Spiel wird solange eine Fortsetzung finden, bis die Märkte, sprich Anleger und Investoren in griechischen Papieren durch „Ausgleichzahlungen“ zulasten der Steuerzahler aus dem Schneider sind. Anschließend könnte Griechenland behandelt werden wie die „berühmte heiße Kartoffel“.

Bild: tarifometer24.com

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