Treibhausgase und Klimaerwärmung durch Regenwürmer?

Klimawandel-


Der weit verbreitete und als äußerst nützlich angesehene Regenwurm könnte als „Klimakiller“ gebrandmarkt werden. Ein Forscherteam stellte den Erdwühler als Verursacher von Treibhausgas-Emissionen und somit zu einem Mitverursacher der globalen Erderwärmung hervor.

Regenwürmer nur noch „bedingt“ nützlich?

Klimakiller Regenwurm
Des Gärtners bester Freund ein Klimakiller?
Bild: M.Großmann / pixelio.de

Die Forschungen um die Ursachen und des bereits seit Jahren „zelebrierten“ Klima-Problems hat ein neues Ziel gefunden, den Regenwurm. Diese kleinen glitschigen Erdwühler sollen die Freisetzung von Treibhausgasen aus dem Boden verursachen. Ein Forscherteam hatte sich die Aufgabe gestellt, die Mengen der von durch Regenwürmer freigesetzten „Klima-Killer“ Kohlendioxid CO2 und Lachgas N2O festzustellen.

Offenbar stellen die Regenwürmer in den Augen der Wissenschaftler eine Zwitterposition. Nach den von wissenschaft.de veröffentlichten ersten Untersuchungsergebnissen stellen die kleinen Erdwühler mit ihren tagtäglichen „Erdreich-Umsätzen“ Klimaschützer und zugleich Klimasünder dar. Auf der einen Seite sorgten die Regenwürmer für einen angeregten Pflanzenwachstum und die Speicherung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen im Boden. Beide Effekte führten zu einer Reduzierung der in die Atmosphäre freigesetzten Treibhausgase.

Die andere Seite der Medaille wäre jedoch die gleichzeitige Förderung von Mikrobentätigkeiten im Erdreich. Diese sorgten durch den Abbau von organischen Substanzen für die Freisetzung von CO2 und N2O (Distickstoffoxid).

Jedoch würde noch nicht sicher gestellt sein, ob einer der beiden Regenwurm-Effekte überwiegt. Somit stünde die Frage noch offen, ob Regenwürmer nun „Klimaschützer“ oder „Klimasünder“ wären.

Die Forscher wären sich jedoch darin einig, dass sich die Regenwürmer in den kommenden Jahrzehnten stark vermehren würden. Aus diesem Grund wäre es sehr wichtig, die Frage nach Nutzen oder Schaden durch die Würmer zu klären. Zuvor wurmfreie Gebiete wie z.B. Regionen in Nordamerika wären dank des milderen Klimas bereits heute schon von Regenwürmern erobert worden. Zu einer ansteigenden Würmeranzahl würde auch die Verwendung von organischem Dünger beitragen.

Der Regenwurm entpuppt sich wahrscheinlich als ein „Klimakiller“
Die Forscher haben auf Grundlage von bereits 57 veröffentlichten Studien ein erstes Ergebnis heraus arbeiten können. Demnach wiesen die Daten stark darauf hin, dass die Nettoemissionen von Treibhausgasen aus den Böden durch die Regenwürmer erhöht würden. Lachgas wäre im Schnitt um 42 Prozent und Kohlendioxid um 33 Prozent verstärkt freigesetzt worden. Die durch den Wurm verursachte globale Erderwärmung würde immerhin einen Anteil von 16 Prozent betragen.

Zu den unterschiedlichen Messergebnissen stellte sich heraus, dass organische Nährstoffe ganz erheblich dazu beitragen würden, den Ausstoß von Kohlendioxid um bis zu 61 Prozent und Lachgas um bis zu 69 Prozent anzuheben.

Viele Fragen blieben bis heute noch unbeantwortet, da „die Interaktion der Regenwürmer mit dem Boden-Ökosystem und der Umwelt“ zu komplex sei. Es wäre u.a. noch nicht geklärt, ob der positive Anteil der Regenwurm-Aktivitäten, das Stimulieren von Pflanzenwachstum, dafür ausreichte, die angehobenen Emissionen zu kompensieren. Gesichert sei lediglich die Erkenntnis, dass Regenwürmer dazu beitrügen, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, aber auch für Emissionen von Treibhausgasen aus den Böden sorgten.

Ein Opfer wird zum Sünder gemacht

Aus der Sicht des naturwissenschaftlichen Laien und auch pragmatisch betrachtet, dürfte der Regenwurm auch nur ein Opfer der menschlichen Natureingriffe zu sein. Andere Naturforscher halten sehen es als bewiesen an, dass die Erde in ihren zahlreichen Epochen bereits einige Klimawandel hinter sich gebracht hatte, auch ohne den Menschen, aber sicher schon mit Anwesenheit des Regenwurms. Bis zum Erscheinen des in die Natur eingreifenden Menschen war die Natur sich selbst überlassen und hatte sich über die Millionen von Jahren in einer eigenen Balance und Ausgeglichenheit entwickelt.

Der Beitrag der Zivilisation zur zukünftigen Entwicklung der Fauna und Flora wird stets nur mit den Erkenntnissen an Mosaiksteinchen zu erklären sein, denn die Konsequenzen in seiner Gesamtheit zu überblicken, ist der Mensch gar nicht in der Lage. Darüber hinaus jagen die Forscher immer mehr dem hinterher, was durch den „Faktor Mensch“ verursacht wurde. Dazu gehört auch der erforschte Anteil der durch Rinderzucht verursachten Treibhausgase. Allein in Deutschland soll die Landwirtschaft rund 11 Prozent der gesamten Emissionen im Bundesgebiet verursachen. Mit dem Regenwurm erhalten die Rinder offenbar einen ernst zu nehmenden Konkurrenten.

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.