Trauriges Schauspiel Griechenland-Rettung – Reformverzögerung angeprangert

Griechenlandkrise-


Das traurige Schauspiel um die sogenannte Griechenland-Rettung findet eine Fortsetzung. Athen kommt mit dem Reformen nicht hinterher, obwohl man doch so gnädig war, dem Land mit weiteren 86 Milliarden Euro zu helfen. Offenbar geht den Investoren der Ausverkauf des Landes nicht schnell genug voran. Der Überfluss des von den Zentralbanken frisch gedruckten Kapitals muss für lukrative Renditen schnellstens eine Heimat finden.

Hoffnungslosigkeit

Die Hoffnungslosigkeit der griechischen Bevölkerung spielt überhaupt keine Rolle

Ein Spiel um die Investition Griechenland

Dass Griechenland in der Wunscherfüllung der Geldverleiher kein Musterknabe ist, müsste sich doch nach rund vier Jahren Krisen-Management bis zu den ignorantesten Investoren und Politikern herumgesprochen haben. Nun füllen sich wieder die Schlagzeilen über die „völlig überraschende“ Verzögerung der Umsetzung auferlegter Reformen im Land.

Griechenland hatte zu Beginn des Jahres eine Schuldenquote von gut 175 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ein Schuldenberg, der selbst von einer urplötzlich florierenden Wirtschaft kaum, wenn überhaupt nicht mehr zu stemmen ist. Es sei denn, die vornehmlich als Geldgeber bezeichneten Geldverleiher, Kreditgeber, Investoren verzichteten auf ihre leistungslosen Zinsen.

Der Rettungsmannschaft aus EU-Kommission, Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB), auch als Troika bekannt, fiel zusammen mit den Finanzministern der Euro-Länder nichts besseres ein, als Griechenlands Schuldenberg mit der Zusage von weiteren rund 86 Milliarden Euro auf eine Quote von rund 200 Prozent hoch zu treiben. Das Thema „Schuldenschnitt“ wurde gemieden wie das Weihwasser vom Teufel, ebenso der von zahlreichen Ökonomen geforderte Austritt Griechenlands aus der Eurozone.

Die Logik, man helfe einem Schuldner (gemäß, wer einen Kredit laufen hat ist „schuldig“), indem man seine Schulden noch weiter in die Höhe treibt, ist nur schwer nachvollziehbar. Die Strategie der Geldverleiher, Kreditgeber und Investoren ist jedoch klar. Eine jede „normale“ Bank kassiert das Haus des Privatmannes, wenn dieser den aus dem Nichts geschaffenes Geld kreierten Kredit nicht mehr bedienen kann. Nach diesem Rezept gehen auch die sog. Geldgeber vor. Aus dem griechischen Kuchen pickt man sich die Rosinen heraus. Die lukrativen staatlichen Unternehmen und Besitztümer werden verkauft, verramscht. Staatliche Einrichtungen mit tiefroten Zahlen darf Athen behalten. Dabei ist die Teilnahme des IWF an derlei „Rettungsaktionen“ schon ein starkes Indiz, dass es sich um einen ausgeklügelten Raubzug handeln könnte.

Sämtliche bisherige „Hilfszahlungen“ an Griechenland hatten äußerst fantasiereiche Berechnungen des künftigen Wirtschaftsaufschwungs zur Grundlage. Damit die Zahlungen (virtuellen Geldes) auch möglichst reibungslos und ohne großen Widerstand der EU-Bevölkerung über die Bühne gehen kann, schuf man den ESM mit all seinen Befugnissen und Immunitäten. Quasi ein Staat in der EU, ohne Legitimation, nicht rechtsfähig, inkl. Persilschein für Willkür.

Zu den auferlegten Maßnahmen zählte das massive Sparen. Die sozialen Leistungen für die griechische Bevölkerung wurden gekürzt oder ganz gestrichen. Es soll möglichst am „richtigen Ende“ gespart werden. Die Unternehmen brachen der Reihe nach zusammen, die Preise rutschten ab, die Arbeitslosigkeit erreichte Rekordhöhen. Bilanzen werden trickreich schöngerechnet und bei den vermeintlichen Erfolgsmeldungen über eine leicht reduzierte Arbeitslosenzahl vergisst man wissentlich den Einbezug der längst abgewanderten griechischen Bürger (Stichwort „Wirtschaftsflüchtlinge“?).

Griechenland war bis zum Sommer nicht in der Lage, die Schulden auch nur in Teilen zurückzuzahlen. Die einzelnen Tranchen an den IWF und der EZB waren lediglich durch die Vergabe von „Überbrückungskrediten“ möglich. Darüber hinaus pumpte die Euro-Notenbank über sog. ELA stets Kapital in den griechischen Bankensektor. Als reines Darlehen natürlich.

Griechenlands Ausverkauf soll vorangetrieben werden. Die Investoren wollen ihr überschüssiges Kapital lukrativ anlegen, es „arbeiten lassen“, die erhofften Gewinne schnellst möglich abschöpfen. Auf die produktive und Werte schaffende Bevölkerung setzt man keinen einzigen Cent. Andernfalls würden die locker gemachten Milliarden aus den Händen der EU-Steuerzahler in die privaten Unternehmen und die Bevölkerung fließen und nicht in den überschuldeten Bankensektor.

Die „bösen Griechen“ – Ein Gedankenspiel

Man stellte sich einmal vor, eine im Bayerischen Hof einquartierte Troika-Truppe diktierte dem wirtschaftlich zerrütteten Land Bayern ein ganzes Paket an Reform- und Sparmaßnahmen, inkl. dem Verkauf des Münchener Flughafens, des Münchener Verkehrsvereins, den goldenen Friedensengel und die Schlösser Neuschwanstein sowie Nymphenburg gleich mit dazu. Die Rechte des Oktoberfestes stünden zur Veräußerung an den Meistbietenden an. Würde sich die Landesregierung trotz einer Schuldenquote von 200 Prozent jeglicher Weisung aus dem Ausland ohne jeden Widerspruch unterwerfen?

Griechenland spielt das erbärmliche Spiel nicht nach den Regeln der Investoren und steht daher permanent am Pranger. Mal mit gelockerten und auch mal wieder mit angezogenen Fesseln.





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