Top-Ökonomen: „Mehr Europa“ ist keine Lösung für Krise

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Von einer gelösten Krise im Euro-Raum wäre keine Spur zu sehen. Vielmehr rechnen Top-Ökonomen im Jahr 2013 mit weiteren hohen Risiken durch die Staatsschuldenkrise, die noch größere Ausmaße erreichen könnte.

Leitthese „Mehr Europa“ ist keine Lösung

Eurokrise 2013
2013 könnte sehr turbulent werden

Die Weihnachtsbotschaft von Deutschlands renommiertesten Ökonomen lehnt sich an der am gestrigen Tag gemessenen Rekordwärme an. Nächstes Jahr könnte es in der Euro-Zone sogar richtig „heiß“ werden.

Die Euro-Schuldenkrise ist nach der Meinung der Top-Wirtschaftswissenschaftler noch längst nicht gelöst. Im Gegenteil, sie befürchten im Jahr 2013 weitere Zuspitzungen der Krise und noch größere Turbulenzen wie es die Euro-Gemeinschaft 2012 erlebt hatte. Pragmatisch drückte es Christoph Schmidt, Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), aus, „die Schuldenkrise ist nicht gelöst“.

Die „grenzenlose Intervention“ in Form von Anleihekäufen durch die Europäische Zentralbank (EZB) hätte mit ihrer Ankündigung lediglich mehr Zeit verschafft, so Schmidt. Probleme wären dadurch nicht gelöst worden und könnten zu jeder Zeit wieder zu Tage treten. Italien wäre für diese Entwicklung bereits ein gutes Beispiel.

Als ein Mitglied der „Wirtschaftsweisen“ forderte Schmid lt. Welt.de die Bundesregierung auf, die „Standhaftigkeit“ in der Euro-Krise aufrecht zu erhalten. Dazu zählten besonders die von außen kommenden Forderungen einer Bankenunion, die noch zu schnell und halbherzig ausgestaltet wäre und die Übernahme von Haftungsrisiken, die weder an Konsolidierung noch an Strukturreformen im ausreichenden Umfang als Gegenleistung geknüpft seien.

Kai Carstensen, Konjunkturexperte des Münchener ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, erklärt lt. Welt.de (Dienstag), „Es kann jederzeit zu einer erneuten Eskalation kommen“. Es würde nicht ohne Grund mit hohem Druck am „Thema Bankenunion“ gearbeitet werden, so der Ökonom. Carstensen geht sogar davon aus, dass innerhalb eines Jahres die Eigenverantwortung der Länder noch weniger Gültigkeit haben wird als heute und die Rettungsmechanismen im Eurosystem noch mehr gefordert werden.

Der ifo-Experte betonte, dass es „einfach nicht wahr“ wäre, die Krise durch „mehr Europa“ lösen zu können, bestehe doch deren Definition aus „mehr Umverteilung, zentrale Kontrolle und Gemeinschaftshaftung“. Die Anreize, gesetzte Ziele zu erreichen, würden verloren gehen, sollten Verantwortungen verwischt werden, so Carstensen.

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