Suche nach weiteren Milliarden – Zypern Hilfskredit reicht nicht

Zypernkrise-


Das für Zypern geschnürte Rettungspaket ist noch gar nicht unter Dach und Fach gebracht, scheint sich bereits eine notwendige „Nachkalkulation“ anzubahnen. Offenbar wird der insolvente Euro-Staat bis zu 23 Milliarden Euro Hilfsgelder benötigen, statt der angenommenen 17 Milliarden Euro.

„Die Dinge könnten sich schlechter entwickeln als gedacht“

Euro Mangel
Zypernhilfe: Woher nehmen wenn nicht stehlen?

Ist es wirklich noch eine Überraschung, wenn ein „frisch gerettetes“ Euro-Mitgliedsland plötzlich mehr Geld benötigt als ursprünglich eingeschätzt, geschweige berechnet? Eigentlich nicht mehr und aus diesem Grund war die Nachricht, dass Zypern offenbar mit dem derzeit zugesagten Hilfskredit in Höhe von 10 Milliarden Euro aus dem EU-Topf, inkl. knappe 6 Milliarden Euro „Eigenkapital“, inkl. Beihilfe vom Internationalen Währungsfonds (IWF), nicht auskommen kann.

Es „könnte teurer werden als gedacht“, lautet inhaltlich der Bericht von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission zur Lage Zyperns. Es sähe danach aus, als wenn die Mittelmeerinsel rund 23 Milliarden Euro bis 2016 brauchen wird, um wirtschaftlich nicht auf Grund zu laufen. Darüber hinaus liegt dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) die Vereinbarung mit dem dauerhaften Rettungsfonds ESM vor.

Der Unsicherheitsfaktor einer ungewissen Entwicklung der Konjunktur Zyperns war bereits gegeben. Immerhin wurde das Rettungsprogramm als ein Individuum und somit auch als Premiere bezeichnet, welches schon gar nicht als eine „Blaupause“ für weitere Hilfsaktionen Verwendung finden könne. Doch nun scheinen die Risiken einer Abwärtsbewegung die Oberhand zu gewinnen, heißt in der von der EZB und EU-Kommission veröffentlichten Analyse.

Noch in diesem Jahr rechnen die Experten von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 8,7 Prozent und weiteren 3,9 Prozent im Jahr 2014, während Zyperns Schuldenstand auf 126 Prozent der Wirtschaftsleistung klettern soll. Die (optimistischen?) Prognosen gehen jedoch von einem positiven Wirtschaftswachstum bereits ab 2015 aus. Gleichzeitig könnte der Schuldenstand bis 2020 kontinuierlich auf 104 Prozent absinken.

Zwangsabgabe für Anleger „weise oder töricht“?
Der neu eingesetzte Finanzminister Zyperns, Charis Georgiadis, gab sich im Interview mit Handelsblatt kritisch gegenüber das zwischen der Euro-Gruppe und Zyperns vereinbarte Rettungsprogramm. Für besonders problematisch hielt Georgiadis die Verknüpfung mit der Zwangsabgabe auf Einlagen-Guthaben über 100.000,- Euro der Sparer. Letztendlich wäre diese Entscheidung nicht nur für Zypern sehr bedauerlich sondern für ganz Europa, so der Finanzminister. Das Vertrauen der Menschen in die Banken wäre durch die erzwungene Abgabe erschüttert worden. Die Zukunft werde zeigen, ob diese Entscheidung weise gewesen ist.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.