Studie: Niedrigzinsen bedrohen Existenz deutscher Regionalbanken

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Das frische Jahr 2014 beginnt bereits mit einem verschärften Dämpfer für die „heile Welt“ der deutschen Regionalbanken. Eine Studie sieht die Sparkassen und Volksbanken aufgrund des miserablen Umfelds in der Finanzbranche auf direktem Schiffbruch-Kurs.

Regionalbanken Krise

In den Leuchttürmen in der deutschen Bankenbranche gehen die Lichter aus

Das Niedrigzinsumfeld bedroht die Existenz der Regionalbanken

Im Streit um die von der EU geplante Bankenaufsicht im Rahmen der Bankenunion waren die Kritiken aus den Reihen der Sparkassen und Volksbanken besonders laut zu hören. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen aufflammende Finanzkrisen stellten sie immerhin wiederholt unter Beweis. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken wurden zu Leuchttürmen in der stürmischen See erhoben. Entsprechend groß war die Ablehnung, die Autonomie zugunsten einer „Unterabteilung“ der Europäischen Zentralbank (EBZ) einfach aufzugeben.

„Steter Tropfen höhlt den Stein“. Dem leuchtenden Beispiel für die teils unverantwortlich handelnden Investment-Banken scheint nun langsam die Energie zu schwinden. Im Bewusstsein der Eigenverantwortlichkeit veranlassten die Regionalbanken selbst eine interne Studie zum aktuellen Zustand und „Befinden“. Mit dem Blick auf die Zukunft brachte das Ergebnis offenbar tiefrote Zahlen auf pechschwarzem Hintergrund hervor. Derart alarmierend, dass sich die Finanzaufsicht mit den voraussichtlich aufflammenden Problemen bereits befasst.

Das Niedrigzinsniveau kann den Regionalbanken „das Kreuz brechen“

Der „Fels in der Brandung“ wurde durch das stetige Einwirken von niedrigen Zinsen sichtlich ausgehöhlt. Eine Studie durch den Wirtschaftsprofessor und Chef der Beratungsfirma 4P Consulting Bernd Nolte löste Alarm in der Branche der Regionalbanken aus. Das Studienergebnis wurde von den Auftrag gebenden Banken selbst nicht veröffentlicht, liegt aber dem Handelsblatt Online (Freitag) vor.

Demnach besteht bereits „Roter Alarm“, denn die Definition „existenzbedrohende Ertrags- und Kostenprobleme“ bei den deutschen Regionalbanken deuten kaum auf nur kleinere Unregelmäßigkeiten hin.

Regionalbanken haben es gleich mit 4 Gegner zu tun

Die Niedrigzinsen bringen ein ganzes Paket unerwünschter Nebeneffekte mit sich, die den Regionalbanken lt. der Studie besonders schwer zu schaffen machen. Der Konkurrenzdruck durch Direktbanken aus dem Ausland und ihre günstigeren Angebote laufen demnach den Sparkassen und Volksbanken den Rang ab. Diese seien bereits aus gesetzlichen Vorgaben daran gebunden, vor Ort Personal einzustellen. Ein weiterer Faktor seien neu eingeführte Regeln in der Finanzbranche. Diese treffen kleinere Regionalbanken besonders hart, da deren Aufwand zur Erfüllung der Regeln besonders hoch ist.

Die Niedrigzinspolitik der EZB reduzierte die Margen für die Regionalbanken. Die bisher von den Banken selbst initiierten Investitionen laufen der Reihe nach aus, können aber aufgrund der Zinspolitik nur zu einem geringen Zinssatz wiederangelegt werden. Kredite an Kunden müssen ebenfalls mit einem sehr niedrigen Zinssatz vergeben werden.

Das magere Zinsniveau verleitete auch die Kunden dazu, ihr Geld nur noch sehr kurzfristig anzulegen und gleichzeitig Darlehen mit langen Laufzeiten zu favorisieren. In dieser Kombination fiele es den kleineren Institutionen immer schwerer, für die Kommunen als Anteilseigner die erforderlichen Gewinne zu erwirtschaften.

Sollte dieser Trend eine Fortsetzung finden, so dürfte das Verhältnis von Aufwand und Ertrag bei den 300 untersuchten Sparkassen und Volksbanken im Jahr 2018 bereits bei 65 Prozent liegen und somit „wettbewerbsgefährdent“ sein. Im Jahr 2013 lag das Verhältnis bis 35 Prozent.

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