Steigende Armut in der BRD? Irrtum – Wohlstand auf Rekord-Niveau

Armut & Wohlstand-


Also doch! Die steigende Armut in der Bundesrepublik ist nur gefühlt und Gefühle können trügen. Das Gegenteil ist der Fall. Der Wohlstand im Bundesgebiet gelangte in noch nie erreichte Dimensionen. Es lebt sich wie im Paradies. Oder vielleicht doch nicht?

Springer erklärt dem Bundesbürger seinen Wohlstand

Unbekümmert
Springer hält eigene Leser offenbar für dämlich

Forscher der Boston Consulting Group (BCG) wollen herausgefunden haben, dass die Deutschen einen sehr hohen Lebensstandard genießen. „Deutschland hat sich im punkto Lebensqualität enorm verbessert. Dass es als bevölkerungsreichstes Land Europas so nah an die Top-3-Länder Norwegen, Niederlande und Finnland herangerückt ist, ist eine beachtliche Leistung“, so die Feststellung von Heinrich Rentmeister, Partner und Managing Director bei BCG. Das Ergebnis der Zusammenstellung von öffentlich zugänglichen Informationen ohne eigene Forschung wurde von der Springer-Gazette Welt.de ohne jegliche Kritik übernommen und der Öffentlichkeit Preis gegeben. Mit dem einleitenden Titel „Das Leben in Deutschland ist beinahe perfekt“ und dem Vorwurf des Jammerns auf „extrem hohem Niveau“, pflichtet die „Springer-Abteilung“ der Experten-Meinung sogar noch kräftig bei.

Keine andere „große Nation“ biete eine so hohe Lebensqualität, erklärt Welt.de und korrigiert sich nur wenige Sätze später selbst, indem Norwegen, Finnland und Niederlande als die für Bürger „besser gestellten Länder“ aufgezählt werden. Außer sie zählten nicht zu den „großen Nationen“, wie auch immer dies definiert sein mag.

Die Bundesrepublik habe im internationalen Ranking für wirtschaftliches Wohlergehen ihr bisher bestes Ergebnis erreicht. Im vergangenen Jahr erreichte der „Wohlstand der Bürger“ noch Platz 11 und wurde auf aktuell Platz 4 hoch katapultiert.

Die BCG-Forscher sehen die Bundesrepublik trotz „allen Wohlstandes“ vor großen Herausforderungen stehen. Vor allem im Bereich der öffentlichen Infrastruktur bestehe ein enorm hoher Handlungsbedarf. Dazu müssten auch die im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen angekommenen Migranten integriert werden.

„Wohlstand Dank Agenda 2010 und Hartz-Reformen“

Viele Reformen wirkten eher mittel- und langfristig. Dies betreffe auch jene für den Arbeitsmarkt. „Wir profitieren in Deutschland auch von Reformen, die schon länger zurückliegen“, so Rentemeister, mit Blick auf die Reformen von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und der Hartz-Kommission. Diese bildeten die Grundlage für das heutige erfolgreiche Abschneiden der Bundesrepublik.

Im internationalen Vergleich nehmen Frankreich, Italien, Portugal und Griechenland nach einem Rückfall weitaus schlechtere Positionen ein. Selbst die größte Volkswirtschaft USA landet lt. BCG nur auf Platz 19. „Deutschland“ sei mit dem Schaffen zusätzlichen Wohlergehens durch Wirtschaftswachstum sehr viel besser als die USA, so Douglas Beal vom BCG. Dabei wachse die US-Wirtschaft stärker als die der Bundesrepublik.

Wie sieht es aus, wenn Augen, Ohren und Hirn geöffnet werden?

In der Tat weisen die USA im Mittel ein höheres Wirtschaftswachstum als die Bundesrepublik vor. Jedoch in welcher Qualität? Während die ständig defizitären USA neben Frankreich und Großbritannien zu den größten Nutznießern des deutschen Exportüberschusses zählen, drängt sich die Frage auf, wer den vermeintlichen Wohlstand in den Staaten eigentlich mitfinanziert.

Zwischen den Jahren 1991 und 2014 kletterte das durchschnittliche Einkommen der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik um 4 Prozent nach oben. In der gleichen Zeit wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der BRD um rund 30 Prozent an. In den Jahren 2000 bis 2010 schrumpfte das reale Einkommen der Haushalte sogar ab, während die Gewinne der Konzern und die Gehälter sowie Boni des Managements in den Orbit schossen.

Hartz-IV und Agenda 2010 als spät wirkendes Erfolgsrezept für den heutigen „Wohlstand“ in der Bundesrepublik heranzuziehen, ist nicht nur vollkommen daneben gegriffen, sondern auch noch zynisch.

Mal ganz abgesehen, dass SGB II gemäß Grundgesetz und den Urteilen des Bundesverfassungsgerichts eigentlich in die Mülltonne gehörte, sorgt Hartz-IV für eine in der Bundesrepublik noch nie dagewesene Ausgrenzung der netroffenen Arbeitslosen. Die Medien, ganz voran Springer, sorgten für eine Spaltung der Gesellschaft in die zwei grundlegenden Lager der „fleißigen Arbeitnehmer“ und den „faulen schmarotzenden Hartz-IV-Empfängern“.

Angesichts der tatsächlichen, ungeschönten Arbeitsmarktlage sind Betroffene eher als „Hart-IV-Abhängige“ zu bezeichnen. Sie werden abgespeist mit minimalen Tagessätzen und darüber hinaus noch nach allen Regeln der Künsten sanktioniert. Für die Rettung der Banken sowie die Integration der durch sperrangelweit offen gehaltenen Grenzen angekommenen Migranten werden aus lockerer Hand die Milliarden nur so herausgeschüttelt.

Die derzeitige Bundesregierung bekommt die von Schröder, Riester, Hartz und Co. verursachte Rentenkatastrophe schon heute zu spüren, was offenbar erst für 2030 geplant war. Allerdings fuhr die von privaten Banken ausgelöste Finanzkrise kräftig dazwischen. Niedrigzinsen lassen schon heute sämtliche Alarmglocken klingeln. Die Rente ist definitiv nicht sicher, die verbreitete Armut während des Erwerbslebens und vor allem in der Zeit danach dagegen schon. Springer unterstützt dazu die Pläne, dass der Eintritt ins Rentenalter so spät wie möglich erfolgt.

Die Armut in der Bundesrepublik nimmt unübersehbar größere Dimensionen ein. Da wirken derlei Versuche, die Realität völlig auf den Kopf zu stellen, nur noch lächerlich. Die ständig schrumpfenden Auflagen der Zeitungen aus den Häusern Springer, Spiegel, Mohn und Co zeigen klar, dass sich immer weniger Bewohner des Bundesgebietes an der Nase durch die Manege führen lassen. Womit wir beim Thema „Bundeswehreinsatz im Inneren“ wären.


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