Steht Slowenien als Rettungsschirm Kandidat Nr. 6 fest?

Eurokrise – Slowenien-

Ein neuer bisher unscheinbarer Kandidat der EU-Mitgliedsländer reiht sich in die Reihe der Rettungsschirm-Anwärter ein. Slowenien wird die EU offenbar in absehbarer Zeit um finanzielle Hilfen bitten. Gleichzeitig meldet sich mit der Hypo Real Estate (HRE) ein „alter Bekannter“ zurück. Die Bank ist inzwischen in staatlichen Händen und beschert dem Steuerzahler weitere Verluste in Höhe von 10 Mrd. Euro.

Sloweniens größte Bank in finanzieller Schieflage
Euro Belastung
Euro weiter unter Druck - Die Zeit tickt!

Das Land Slowenien wird voraussichtlich als Land Nummer 6 unter den europäischen Rettungsschirm treten. Der Grund ist wiederholt bei einer Bank zu finden. Die größte Bank Sloweniens, Nova Ljubljanska Banka dd (NLB), ist in eine erhebliche Schieflage geraten.

Die slowenische Regierung plant, die Bank mit einer Kapitalspritze in Höhe von 382,9 Millionen Euro zu stützen. Die EU-Kommission gab für diesen Schritt bereits am Montag ihr Einverständnis.

Offensichtlich noch kein „offizieller“ Vorgang
Die EU-Kommission hält sich bedeckt zu den aufflammenden Berichten um Sloweniens Schuldenmisere. Auf Nachfrage bei der EU-Kommission wurde ein möglicher Eingang eines Hilfs-Antrags aus Ljubljana dementiert und weitere Kommentare zum Thema abgelehnt.

Der slowenische Finanzminister Janez Sustersic betont, dass durch die Kapitalerhöhung der Bank vorerst das Wichtigste getan wurde. Dennoch braucht die NLB weit mehr als 500 Millionen Euro, um die Wirtschaft ankurbeln zu können.

Insgesamt haben slowenische Banken bereits rund 2 Mrd. Euro Kredit von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten, davon gingen alleine 1,2 Mrd. Euro an die jetzt notleidende NLB.

Slowenien als ein kleines EU-Wirtschaftsland hat mit den Problemen von ansteigenden Schulden bei gleichzeitigem Rückgang des Wirtschaftswachstums zu kämpfen. Für das Jahr 2012 wird für Slowenien ein Rückgang der Wirtschaft um ca. 2% erwartet.

Die „Bad Bank“ HRE wird ihrem Namen gerecht

Die verstaatlichte Hypo Real Estate brachte dem Bund und somit dem Steuerzahler einen Verlust von fast 10 Milliarden Euro ein. Als Hauptbelastungen waren die Abschreibungen bei den im Bestand gehaltenen griechischen Staatsanleihen auszumachen.

Federführend zur gesamten Abwicklung bei der HSE ist nach wie vor FMS Wertemanagement. Seit 2010 ist die Firma darum bemüht, die ausgelagerten Risiko-Papiere im Wert von ca. 175 Mrd. Euro ohne Verluste zu veräußern.

„Schulden-Contest“: Eine Bank schluckt ganzes Land

Man ist beinahe dazu geneigt die finanzielle Schieflage der slowenischen Bank NLB ins Belanglose zu ziehen. „Was sind schon die 1,2 Mrd. Euro gegen die Miesen der deutschen Staatsbank HRE?“.

Die Relationen zu den Größenordnungen Millionen, Milliarden und Billionen haben sich im Bewußtsein der Öffentlichkeit inzwischen stark verschoben. Vor noch gut 10 Jahren wären bereits Verluste in 2-stelliger Millionenhöhe ein ausgelebter Skandal der Medien gewesen. Nun stehen gekürzte Formen wie 2 Bill. Euro wieder in „erträglichen Dimensionen“. Eine Staatsverschuldung in Höhe von rund 2.000.000.000.000 Euro wäre einfach zu „unhandlich“.

Die 10 Milliarden Euro Verlust der HRE stehen dem „Überraschungs-Ei von 2011“ in Höhe von 55,5 Milliarden direkt gegenüber. Im Oktober 2011 sorgte ein einfacher Rechenfehler der FMS Wertemanagement für einen wahren Geldsegen an das Finanzministerium.

Obwohl das „kleine Einmal-Eins“ beim Bilanzieren offenbar vergessen wurde, dürfte das überraschende Plus für den Bundeshaushalt den Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) milde gestimmt haben. Nach wie vor versuchen die Spezialisten des FMS den Papierschrott der „Bad Bank“ in risikoarme Kanäle zu lenken.

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