Stehen Banken der Euro-Nordländer vor dem Kippen?

Eurokrise-


Der Krake der Euro- und Finanzkrise wird nach ihrem Zerstörungswerk im Süden nun offensichtlich in den Nordstaaten der Währungsgemeinschaft aktiv und bringt die ersten Geldhäuser ins Wanken. Nachdem die Deutsche Bank einen Milliardenverlust im vierten Quartal des letzten Jahres meldete, gesellt sich nun die niederländische SNS Reaal zu den gekippten Finanzhäusern, die in den sog. stabilen Euro-Mitgliedsländern beheimatet sind.

Wie immer: Der Steuerzahler darf die Milliardenlöcher der Banken flicken

Euro Krisenländer
Es brodelt in den Banken der Euro-Nordländer

Es scheint langsam sichtbar zu werden, dass die Banken- und Staatsschuldenkrise in den sog. Euro-Südländern längst den Weg gen Norden hinterlegt hat und in den „Kanälen“ und Kellertresoren der Banken nur darauf wartet, nicht mehr im Zaum gehalten werden zu können. Die Führung und Manager der großen Investment-Banken sollten um ihre realen Werte und Bilanzen genaue Kenntnis besitzen, ebenso zum Volumen der faulen Papiere.

Mit dem jüngsten „Milliarden-Knall“ zur Italiens „altehrwürdiger“ Bank Monte dei Paschi sowie der Riesenverlust der spanischen Santander betraf es noch Kredithäuser in Euro-Mitgliedsländern, die ohnehin zu den kriselnden Kandidaten in der Währungsgemeinschaft zählen. Die „Qualität“ deren Milliardenlöcher sollten jedoch sämtliche Rotsignale und Alarmglocken gleichzeitig aktivieren. Offenbar handelt es sich bereits um die erstmals sichtbare Spitze des Eisbergs zu den hochtoxischen Derivate-Geschäften. Wenn diese Bombe der „virtuellen Werte“ platzte, stellte sie alles bisher Da gewesene einer Finanzkrise in den Schatten.

Die Deutsche Bank als der Klassenprimus im Bankensektor der Bundesrepublik rückte erst vor zwei Tagen wiederholt in den Mittelpunkt der Schlagzeilen, da das letzte Quartal 2012 mit einem dramatischen Verlust in Höhe von 2,15 Milliarden Euro abgeschlossen wurde und für ein entsprechendes mediales Echo sorgte. Deutschlands größte Bank führt das dicke Minus u.a. auf die erhöhten Rücklagen für die „vermuteten“ Strafzahlungen zu den noch laufenden Untersuchungen wegen dem Verdacht der Manipulationen an den Libor- und Euribor-Referenzzinsen zurück. Das dickere Ende könnte jedoch kommen, falls es sich bewahrheiten sollte, dass die Deutsche Bank bewusst die Bilanzen frisiert hatte, um einem staatlichen Bailout zu entgehen. Wie es der „Zufall“ will, handelt es sich um offenbar falsch bewertete Derivate.

Über 2 Milliarden Euro Miese sind kein Pappenstil, weder aus quantitativer Sicht und schon gar nicht aus qualitativer Sicht, denn mit dem größten Kreditinstitut Deutschlands handelt es sich nicht um ein Konzern in einem Krisen-geschüttelten Euro-Peripherie Land, bei dem man es hätte „erwarten“ können.

Ein „Top-Land der EU“ gerät in die Mühlen der Bankenschulden
Ein weiteres Euro-Nordland ist die Niederlande und hier bröckelt der Putz schon sehr umfangreich von der Fassade einer scheinbar heilen Finanzwelt. Gestern veröffentlichte das Europäische Statistikamt (Eurostat) die Preisentwicklungen für Häuser in der Euro- sowie EU27-Zone. Innerhalb von zwölf Monaten sind die Häuserpreise in den Niederlanden um -8,4% gefallen, noch mehr als in Portugal mit -7,7%. Prompt scheint diese Talfahrt der Immobilienwerte bereits ein erstes Konzern-Opfer gefordert zu haben.

Milliardenverlust bei der niederländischen SNS Reaal
Das Finanzunternehmen SNS Reaal ist mit einem Schwerpunkt im Immobilienmarkt tätig und war zu einem Großteil der Zeit damit beschäftigt, gegen die Widrigkeiten im Immobiliensektor anzukämpfen. Letztendlich scheinen alle bisherigen Maßnahmen, u.a. die Versuche Firmenanteile zu verkaufen, nichts genutzt zu haben, denn die niederländische Regierung sieht sich nach einem Bericht der Berliner-Zeitung (Freitag) dazu gezwungen, dem Finanzkonzern mit einer Finanzspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. Anschließend soll SNS Reaal verstaatlicht werden und die aus der Rettungsaktion entstehenden Gesamtkosten werden auf rund 3,7 Milliarden Euro geschätzt. Im „Hintergrund“ werden noch weitere Kredite im Volumen von 1,1 Milliarden sowie Bürgschaften in Höhe von 5 Milliarden gewährt.

Bekannte Bilder in der Eurokrise: Sozialisierung von Milliardenverlusten
Faule und bereits geplatzte Immobilienfinanzierungen brachten die SNS Reaal ins Straucheln.
Ein inzwischen „vertrautes Bild“ innerhalb der Eurokrise, nur eben in einem Land, das noch als Musterstaat in der Währungsgemeinschaft gilt und sich bei den führenden Ratingagenturen mit Deutschland ein „AAA“ teilt. Offensichtlich darf der niederländische Finanzkonzern bis zu 3,2 Milliarden Euro abschreiben und das Ende des aktuellen Akts ist ebenfalls ein bereits sehr bekanntes Bild: Der Steuerzahler wird in die Verantwortung genommen.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.