Standard & Poor’s muss Schadenersatz zahlen

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Die US-Ratingagentur wurde zusammen mit der Investmentbank ABN Amro und dem Finanzdienstleister LGFS zu einer Zahlung von Schadenersatz an australische Gemeinden und Städten verurteilt. Sie erlitten einen Millionenschaden aufgrund offenbar falsch, zumindest irreführender Bewertungen von Derivaten.

S&P geht in Berufung – „Risiken nicht verstanden“

Schadenersatzklage
Schadenersatz von S&P
Bild: Carlo Schrodt / pixelio.de

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) wurde von einem australischen Bundesgericht zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt. Die Merkur-Online (Montag) berichtete auf Berufung der australischen Rundfunkanstalt ABC News, dass die Ratingagentur Berufung gegen das Urteil einlegen will.

Während der Finanzkrise verloren zahlreiche Gemeinden und Städte rund 16 Millionen australische Dollar (ca. 12,8 Mio. Euro). Zuvor kauften sie von der Agentur S&P als „AAA“ (Bestnote, sichere Anlage) bewertete Derivate. Für Schadenersatz müssen neben S&P auch die Investmentbank ABN Amro (Niederlande) und der Finanzdienstleister LGFS aufkommen.

Bereits März argumentierte S&P im laufenden Verfahren, dass sich die Investoren nicht nur nach den Bewertungen orientieren sollten. Von den insgesamt 13 australischen Städten, bzw. Gemeinden schienten 7 die Berichte und Bewertungen der Derivate nicht gelesen zu haben und 10 von 13 erklärten, diese nicht verstanden zu haben. 11 von 13 würden die Derivate nicht gekauft haben, falls die Risiken verstanden worden wären. (Bloomberg, 28.03.2012).

Womöglich könnte das Urteil als ein Grundsatzurteil aufgefasst werden und weitere Prozessanstrengungen nach sich ziehen. Lt. Merkur-Online wurden ähnliche Finanzprodukte im Wert von rund 2 Mrd. A-Dollar in Europa verkauft.

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