Stabiles Konsumklima durch Vertrauensverlust in Euro

Sparverhalten Konsumenten-

„Nur Bares ist Wahres“ – Offensichtlich verliert dieser Leitsatz weiterhin an Gewicht. Immer mehr Konsumenten scheinen das Vertrauen in einen stabilen Euro verloren zu haben und legen das Geld lieber in wertvolle Dinge an, statt es auf ein verzinstes Konto zu legen. Dem Konsumklima verleiht diese Kauflaune zumindest etwas Stabilität.

Die Lust auf Sparen lässt spürbar nach

Keine Lust zum Sparen
Rückgängige Sparlust
Bild: Petra Bork / pixelio.de

Nachdem der Geschäftsklimaindex des Münchener ifo Instituts für den August 2012 im gewerblichen Sektor zwar eine ausgewogene Lage, aber dennoch trübe Aussichten feststellte, kommt das Marktforschungsunternehmen GfK zum Ergebnis, dass die Verbraucher für ein unverändertes Konsumklima sorgten.

Die Kauflaune hat allerdings nicht viel mit Optimismus zu tun, sondern beruht vielmehr daher, dass das Geld lieber in Ware umgesetzt wird, statt es auf die hohe Kante zu legen.

Ähnliche wie das ifo Institut kann die GfK Gruppe auch beim Konsumenten eine abgeschwächte Stimmung feststellen. Nur geringe Verluste sind bei den Erwartungen zum Einkommen und der Lust für den Einkauf zu verzeichnen, aber dennoch breitet sich für die Konjunktur eine pessimistische Stimmung aus.

Die Bundesbürger haben offensichtlich einen geringeren Anreiz, Geld auf ein Konto zu legen und es anzusparen. Der für den August festgestellte Gesamtindikator von 5,9 wird voraussichtlich im kommenden September unverändert bleiben. Letztendlich deshalb, weil Konsumenten dem Sparkonto verstärkt ausweichen und lieber konsumieren.

Zum dritten Mal in Folge erleiden die Erwartungen in die Konjunktur erhebliche Einbußen. Betrug der Rückgang noch im Vormonat 8,6 Punkte, so stellte die GfK im August einen Verlust von 13,3 Punkte fest. Der Indikator sinkt damit auf -18,9 Punkte und liegt damit um 32,3 Zähler unter dem Wert im Vorjahresvergleich.

Vertrauen in die Euro-Stabilität sinkt
Rolf Bürkl, Marktforscher bei der GfK, erklärt die gegenwärtige Euro- und Finanzkrise als Ausschlag gebende Gründe für das Konsumverhalten der deutschen Verbraucher. Der Zeit-Online (Dienstag) erklärte Bürkl, dass sich viele Befragte um die Stabilität des Euros fürchteten und die niedrigen Zinsen auf den Sparkonten zu wenig Anreize böten.

Der Marktforscher stellte sogar eine geringere Sparneigung der Verbraucher als während der Pleite der US-Bank Lehman Brothers fest. Noch vor der Pleite 2008 lag der Indexwert bei plus 25 Punkte und ist inzwischen auf minus 26 gesunken.

Der Indexwert sagte allerdings nicht viel darüber aus, wie sich die Verbraucher tatsächlich verhielten, sondern spiegelte dessen Einstellungen und Absichten wider.

Ein Rückgang der Sparbereitschaft bedeutete auch nicht, dass Kontoinhaber ihre Ersparnisse abräumten und diese in Waren umsetzten, sondern vielmehr fände eine Umschichtung des Kapitals statt. So erklärte Bürkl, „Statt ihr Geld in klassischer Weise zu sparen, stecken sie es immer häufiger in Immobilien, Gold, wertvollen Schmuck oder auch Aktien.“

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