Spricht Rekord EU-Arbeitslose für ein Ende der Krise?

Euro-Krise-


Innerhalb der Europäischen Union wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Die EU-Statistikbehörde meldete eine neue Höchstmarke zur EU-weiten Arbeitslosigkeit. Mehr als 18 Millionen EU-Bürger standen November ohne Beschäftigung da. Dennoch gilt die Eurokrise als „offiziell beendet“.

EU-Arbeitslosenzahl auf neuem Rekordhoch

Wahrheit & Lüge
Wahrheiten treffen auf Lügen
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Die Rekordjagd innerhalb der Euro-Zone lässt keine Kategorie aus. Neben bisher ungeahnten Schuldenanhäufungen aller EU-Länder und den bisher unerreichten Geldflüssen von Nord gen Süd gesellt sich eine weitere Rekordmarke dazu. Die Arbeitslosigkeit innerhalb der Eurozone hat mit über 18 Millionen Beschäftigungslosen eine neue Höchstmarke erreicht.

Eurostat, das Europäische Statistikamt, veröffentlichte die neuesten Zahlen zur Beschäftigungszahl innerhalb Europas. Demnach waren bereits im vergangenen November 18,82 Millionen Menschen ohne Erwerbstätigkeit. Das entspricht einer Quote von 11,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Oktober wuchs die Zahl um 113.000 Personen ohne Job.

Im Zeitraum eines Jahres wuchs die Anzahl der Arbeitslosen innerhalb der EU um 2 Millionen Menschen an. Die meisten Erwerbslosen wiesen Spanien mit 26,6 Prozent und Griechenland mit 26 Prozent auf. Die rasant anwachsende Arbeitslosigkeit innerhalb der südlichen Krisenländer wurde bereits „lebhaft“ in den Medien beschrieben. So kämpft besonders Spanien mit einer Arbeitslosenquote der jungen Leute um 50 Prozent. Europaweit hatten im November 24,4 Prozent der Leute unter 25 Jahren keine Arbeit.

Mit 5,4 Prozent Erwerbslose zählt Eurostat Deutschland zu den Mitgliedsländern mit der niedrigsten Quote. Darunter lag noch Österreich mit einer Quote von 4,5 Prozent.

Die Parolen aus Brüssel werden langsam peinlich

„Die Euro-Krise ist beendet“ lauteten die zum Jahr 2013 einleitenden Worte des portugiesischen Chefs der EU-Kommission José Manuel Barroso, und zwar „endgültig“ und sogar „unwiderruflich“ (DWN 06.01.13). Er rundete damit die Ansicht des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäubles (CDU) im Dezember ab. Dieser hielt das „Schlimmste in der Euro-Krise“ bereits für überwunden.

Auch ohne die neuesten Arbeitslosenzahlen innerhalb der Euro-Zone könnte man Barroso eine „Nebenwirkung großer Neujahrs-Feierlichkeiten“ zusprechen. Es sei denn, er meinte gar nicht die Bevölkerung der Euro-Länder sondern die Unternehmen, Banken, Investoren und Zentralbanken. Dann könnte er in seiner „Neujahrslaune“ allerdings zu leichtsinnig die Wahrheit ausgesprochen haben.

Nur wenige Tage spätere meldete sich die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde zu Wort und warnte vor einer weltweiten Wirtschaftskrise. Sie müsste demnach die Euro-Zone gedanklich ausgeschlossen haben, denn dort herrscht ein unwiderrufliches Eurokrisen-Ende vor.

Man kann die Karten mischen, drehen und wenden wie man will. Die „Operation Eurorettung“ ist alleinig den Kreditinstituten sowie einer Handvoll verlesener Investoren gewidmet. Die Neujahresankündigung des EU-Kommissions-Präsidenten Barroso gleicht den Absonderungen eines fehlgeleiteten Desinformierten, sofern seine Ambitionen auf das Wohl der EU-Bevölkerung gerichtet wären. Doch auch er ist nur ein geleiteter Funktionär und Vollstrecker, der bereits für seine Zahlentricksereien als Portugals Premierminister einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte.

Fakt ist: Für mindestens 18 Millionen Menschen innerhalb der EU ist noch lange kein Ende der Euro-Krise in Sicht. Besonders in den Südländern der Euro-Zone wären die Betroffenen gut darin beraten ihre „Feldbetten im Freien“ zu sichern, da die Konkurrenz am Wachsen sein wird.

Schenkte man Ökonomen wie u.a. Hans-Werner Sinn vom ifo-Institut Glauben sowie Hoffnung, dann wird sich Deutschland auch 2013 trotz mickriger Wachstumszahlen dennoch auf einer Insel der Glücksseligen befinden. Es wäre schließlich töricht den potenten Goldesel mit seinen gehörigen Verantwortlichen ebenfalls über die Klippe springen zu lassen.

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