Sparkassen starten „Bargeld- Revolution“ gegen die EZB

Geldpolitik-


Die Sparkassen starten gegen die Europäische Zentralbank (EZB) eine kleine „Bargeld- Revolution“. Überschüssiges Kapital soll nicht mehr zu Strafgebühren an die EZB überwiesen werden, sondern als Bargeld Platz in den heimischen Tresoren finden.

50 Euro

Bayerische Sparkassenverband ruft zum Bargeld-Bunkern im Keller auf

Sparkassen wollen Bargeld gegen EZB-Strafzins verwenden

Die Safes der Sparkassen könnten demnächst aus allen Nähten platzen. Nicht wegen plötzlichem Ausbruchs überschwänglichen Reichtums, sondern aufgrund einer kleinen angezettelten „Revolution“ gegen die Europäische Zentralbank.

Der von der Euro-Notenbank verhängte Strafzins für das von den Banken kurz geparkte Kapital beträgt derzeit -0,3 Prozent. Für die Sparkassen ein unakzeptabler Preis, der durch gesonderte Maßnahmen umgangen werden kann. Statt das temporär überflüssige Geld bei der EZB zu parken, kann das Geld in Bargeldform einfach im eigenen Safe gebunkert werden.

Das Motto lautet: „EZB-Bargeldschutz“ und wurde vom bayerischen Sparkassenverband ausgerufen. Die Sparkassen sind über ein Rundschreiben dazu angehalten worden, der „Parkgebühr“ der EZB aus dem Weg zu gehen. Angesichts der zu erwartenden Anhebung der Strafgebühr nach der kommenden EZB-Ratssitzung im März könnte die „heimische Lagerung“ von Bargeld durchaus günstiger kommen. Deshalb solle geprüft werden, ob die Verwahrung von Bargeld im Tresor wirtschaftlicher ist, so aus dem der F.A.Z. (Freitag) vorliegenden Rundschreiben.

Damit das von den Sparkassen selbst eingelagerte Bargeld versicherungstechnisch abgesichert ist, fragte man bei der Versicherungskammer Bayern nach, wie es um die Kosten bestellt sei. Demnach werden 1,50 Euro pro 1.000 Euro fällig, plus Versicherungssteuer. Unterm Strich eine Rate von knapp 0,18 Prozent, also bereits günstiger als der von der EZB erhobene Strafzins von -0,3 Prozent. Weitere Kosten könnten auf die Sparkassen aufgrund der Bargeldtransporte und des erweiterten Schutzes vor Einbruch zukommen.

Ein Bargeldverbot kann somit auch nicht im Sinne der Sparkassen sein

Die bereits politisch beschlossene Abschaffung der 500-Euro-Banknote würde das Volumen der von den Sparkassen veranlassten Transporte kräftig aufblähen und damit auch die Kosten. Vom Treiben krimineller oder gar terroristischen Machenschaften, wie sie als Begründung für den Einzug des 500-er Scheins vorangestellt werden, kann hier allerdings nicht die Rede sein.

Doch der EZB bleiben außer dem Antreiben der Anleihekäufe und die Erhöhung des Strafzinses kaum andere Wege übrig, um das Geldvolumen in der Hoffnung einer angetriebenen Inflation zu erhöhen. Die Einlagegebühr für kurzfristig geparktes Kapital könnte durchaus um 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte angehoben werden. Damit rechnete sich die Bargeldeinlagerung noch mehr.

Eigentlich müsste sich der bayerische Sparkassenverband auf die Hinterbeine stellen und etwaige Pläne für ein Bargeldverbot scharf kritisieren. Das Konzept „EZB-Bargeldschutz“ müsste daher in der Definition eine Erweiterung finden.





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