Sparer fürchten um Erspartes durch Euro-Krise

Umfrage Eurokrise-

Die Sparer fürchten um ihr Vermögen. Das über Jahre oder Jahrzehnte angesparte Kapital droht ernsten Verlusten. Privatanleger aus ganz Europa sehen die Euro-Krise als die größte Gefahr für ihr Hab & Gut.

Wie steht es um die Ängste der Privatsparer Europas und welche Gefahren sehen sie auf sich zukkommen? Die Wirtschaftswoche veröffentlichte das Ergebnis von der YouGov durchgeführten Umfrage, was die Sparer als die größte Gefahr für ihr Vermögen betrachten.

Vermögensangst durch Euro-Krise

Sparverluste
Verlustängste ums Ersparte

Wer hätte das gedacht? Italiens Sparer fürchten eine drohende Inflation mehr als der deutsche Anleger. Das Klischee mit großen Wahrheitskern, dass der zweifache „Inflations-Schrecken“ des letzten Jahrhunderts noch in allen Gliedern steckt, bekommt die ersten Kratzer.

Tatsächlich befürchten 38% der italienischen Privatanleger und „nur“ 37% der deutschen Sparer einen Wertverlust des Ersparten durch eine Geldentwertung. Vollständig „abgekühlt“ hingegen die Schweden. Mit 11% Inflationsängsten haben die Anleger des hohen Nordens noch „die Ruhe weg“.

Eine völlig andere Qualität bekommt die relative Gelassenheit der Schweden, wenn man bedenkt, dass sie in einem EU-Mitgliedsland leben, aber dennoch nicht den Euro als Zahlungsmittel nutzen. Das Gezerre in der Euro-Zone geht auch am skandinavischen Land nicht spurlos vorüber.

In Deutschland spielt offensichtlich auch das Zinsniveau eine hohe Rolle. Den Anlagenzinsen steht stets die Inflationsrate gegenüber. Eine ohnehin schon hohe Inflationsangst wirkt sich unmittelbar auf die Befürchtung aus, mit zu niedrigen Zinsen Negativ-Renditen zu erwirtschaften.

Über weitere Steueranhebungen machen sich die sparenden Bundesbürger „am wenigsten große Sorgen“. Offensichtlich liegen die Ängste zu sehr auf den weiteren Gefahren um das Hab und Gut gewichtet.

So unterschiedlich die Gründe für einen befürchteten Sparverlust im Ländervergleich sein mögen, die große Einigkeit findet sich in der „abstrakten“ Gefahr Euro-Krise. In die Definition kann Vieles hinein interpretiert werden, aber der ausschlaggebende Punkt dürften die augenblicklichen Verwerfungen der Märkte und auch der Politik sein.

Den Privatanlegern in Europa wird flächendeckend weder ein Lösungsansatz zur Krisenbewältigung, geschweige ein klares Ziel für das vermeintlich geeinigte Europa vorgeführt.

Die Ängste der Sparer um ihr Vermögen

Eurokrise
Angst um Vermögen wegen Euro Krise

Inflationsängste
Befürchtungen steigender Inflation

Marktunsicherheiten
Gefahr für Vermögen wegen Marktunsicherheiten

Niedrigzinsumfeld
Verlustängste wegen Niedrigzinsen

Steueranhebungen
Kapitalverluste wegen Steueranhebungen

Rund 1.300 Privatanleger wurden in 12 europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Niederlande, Belgien, Italien, Frankreich, Portugal, Israel und Großbritannien) befragt.
Die Umfrage führte YouGov in den Monaten April bis Mai 2012 durch. Aus den Angaben aller befragten Personen wurde ein Anlagevermögen von 60.000,- Euro berrechnet. Immobilienbesitz wurde nicht mit einberechnet.

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