Spaniens Arbeitslosenquote auf Rekordniveau – EU reagiert hektisch

Spanien Krise-

Spanien füllt inzwischen die Schlagzeilen der Medien und steht mit Griechenland in unmittelbarer Konkurrenz. Die Probleme des Baskenlandes haben die gleiche Natur die der Helenen, aber dafür gleich um ein paar Nummern größer.

Top-Aktuell steht die enorm hohe Arbeitslosigkeit in Spanien an oberster Stelle der Krisen-Liste. Äußerst schlechte Voraussetzungen, um trotz milliardenschwerer Finanzspritzen aus den Hilfspaketen der EU auf einen grünen Zweig zu kommen.

Rekord Arbeitslosigkeit kaum in den Griff zu bekommen

Immobilienblase
Spaniens Immobilienblase
Verhängnis für ganze Euro-Zone

Spaniens Arbeitslosenquote hat ein Rekordhoch erreicht. Im zweiten Quartal 2012 stieg die landesweite Gesamtzahl der Beschäftigungslosen auf 24,6 Prozent. Die Anzahl der rund 5,7 Millionen erwerbslosen Spanier entspricht etwa der gleichen Arbeitslosenzahl wie unmittelbar nach der Einführung der Demokratie Mitte 1975.

Eine unvermeidliche Abwärtsspirale der Rezession hat in Spanien bereits volle Fahrt aufgenommen. Zugesprochene Hilfspakete dienen Spanien lediglich zur Überbrückung der vermeintlich schwierigsten Zeiten. Die auferlegten Spar- und Kürzungsmaßnahmen unterdrücken jegliche Aufwärtsbestrebungen der spanischen Wirtschaft zusätzlich. Über ein weiteres Anwachsen Spaniens Arbeitslosenquote sind sich annähernd alle Finanz- und Wirtschaftsexperten einig.

Katastrophe war für Spanien und EU bereits 2007 absehbar
Wenn über Spanien und geplatzten Finanzblasen gesprochen wird, sind immer Immobilien gemeint. Bereits seit dem Beginn der Finanzkrise 2007 stürzten die Immobilienpreise in Spanien förmlich ab. Die Banken waren sprichwörtlich gelähmt vom Schock der geplatzten Immobilienkredite.

Die privaten Kreditnehmer erhalten ihre Finanzierungen überwiegend zu einem variablen Zinssatz. Banken entlasten sich somit gleichzeitig vor den Gefahren steigender Zinssätze in den Märkten. Die Risiken liegen beim Kreditnehmer. Das als ursprünglich für die Kreditinstitute vorteilhafte „Spiel“ legte einen Haken ein und enpuppte sich als ein folgenreiches Verhängnis.

Rapide steigende Kreditzinsen mussten von den privaten Kreditnehmern getragen werden. Diese konnten sich jedoch die gestiegenen Kreditkosten nicht mehr leisten, zu hoch war bereits die Verschuldung, um die Zinslast mittragen zu können. Die folgenden Zwangsversteigerungen verfehlten jedoch aufgrund gefallener Immobilienpreise die angestrebten Erlöse erheblich. Privathaushalte wurden mittellos und die Banken sitzen seitdem auf einen Berg voll geplatzter Immobiliendarlehen.

Fast ein Drittel des Bruttoinlandprodukts (BIP) Spaniens wird durch den Immobiliensektor gebildet. Der völlige Zusammenbruch dieses Zweigs hatte fatale Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft des Baskenlandes, die bis heute nicht in den Griff zu bekommen waren.

Eine Entspannung ist auch deshalb nicht zu erwarten, da die Immobilienpreise in Spanien im europäischen Vergleich nach wie vor als zu überteuert gelten (Bezug zum Einkommensverhältnis) und ein weiterer Preisverfall zu beobachten ist.

Wie lange soll die Überbrückungszeit für Spanien andauern?

„Mehr Zeit gewinnen“, scheint für die „Brüsseler Spitzen“ derzeit als das einzige „Allheilmittel“ zu gelten. Wie hoch die Gefahr aus Spanien für die gesamte EU-Zone eingeschätzt wird, deutet alleine die Diskussion um ein „geheimes“ 300 Mrd. Euro Rettungspaket hin. Diesesmal sollen sogar abgekürzte Wege gegangen werden, bei dem normal stimmberechtigte Mitredner erst gar nicht mehr gefragt werden.

Die Dauer der „Überbrückungszeit“ kann niemand wirklich abschätzen. Spaniens erforderliche Maßnahmen für Struktur-Umbauten und tiefgreifende Reformen sind zu enorm. Die hektisch diskutierten Sofort-Hilfspakete werden kaum dafür ausreichen, um Spanien vor der Verlegenheit zu retten, die bis 2015 fälligen Verbindlichkeiten nicht bedienen zu können.

Aktive Handlungen der Euro-Retter haben primär das Ziel, die Märkte „zu beruhigen“, statt auch nur einen einzigen wirkungsvollen Schritt gegen das eigentliche Übel zu bewirken. Es scheint zu eilen, sehr sogar. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Spanien per „Hau-Ruck-Verfahren“ eine milliardenschwere Rettungs-Tranche ins Land geschleudert werden soll.

Rettungsmaßnahmen: Das verzweifelte Handel der Erfüllungsgehilfen
Ob nun der EFSF über Nacht Spaniens Anleihen massenhaft erwirbt, um die bedrohlich angestiegene Zinslast abzufangen, oder ob Mario Draghi, Chef der EZB, andere „gewaltige Finanzierungswaffen“ auffährt, alle Maßnahmen haben gemeinsam, dass sie einem verzweifelten Reagieren gleichen, um globale Investoren wengistens für ein paar Tage beglücken zu können.

Kurzfristige Gewinne in weiteren Milliardenhöhen werden mitgenommen. Anschließend bilden sich „neue“ Situationen, die weitere „alternativlose Maßnahmen“ erfordern. Am Ende der „Nahrungskette“ stehen wie immer die Privatsparer.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

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