Société Générale schließt Q4 2012 mit enormen Verlust ab

Minus-Bilanz Société Générale-


Frankreichs zweitgrößte Bank beendete das Jahr 2012 im letzten Quartal mit einem kräftigen Minus in Höhe von 476 Millionen Euro. Die Investmentbank musste Abschreibungen für ihren Derivate-Broker hin nehmen und legte gleichzeitig Geld beiseite, um für kommende Rechtsstreitigkeiten gerüstet zu sein.

Ein weiteres Mitglied der wankenden „EU Nordstaat-Banken“

Krisenbanken
Frankreichs Bank Nr. 2 erleidet enormen Verlust

Nach Italien, den Niederlanden und zweifach Deutschland, hat die Riege der „Minus-Banken“ in Frankreich einen Mitstreiter erhalten. Das französische Kreditinstitut Société Générale schrieb im letzten Quartal 2012 deutlich höhere Verluste als erwartet wurde. Ein herber Dämpfer für die Bank und ihre Investoren in Aktien.

Frankreichs Geldhaus Nummer Zwei hat offenbar mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie Deutschlands Nummer Eins und Zwei, die Deutsche Bank sowie die Commerzbank. Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten und zahlreichen Abschreibungen rutschte die Bilanz im vierten Quartal 2012 in eine tiefe Verlustzone. Obwohl die Bank im Investmentbanking deutlich zulegen konnte, endete das Quartal mit roten 476 Millionen Euro.

Analysten haben sich offensichtlich „verschätzt“
Wiederholt wurden durch den hohen Verlust der französischen Bank zahlreiche „Experten“ kalt erwischt, die lt. Süddeutsche.de (Mittwoch) von Reuters befragt wurden und das Minus per eigenen Analysen auf 237 Millionen Euro „festlegten“. Ein Jahr zuvor konnte Société Générale im gleichen Quartal noch mit einem Plus von rund 100 Millionen Euro abschließen.

„Der Club der Minus-Banken in der EU-Nordliga“ wird größer
Die Kette europäischer Banken mit einem dicken Minus im letzten Quartal wird um eine Einheit länger. Eine besondere Rolle spielt dabei die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi. Neben dem notwendigen Hilfskredit in Höhe von 3,9 Milliarden Euro aus Rom läuft noch ein Ermittlungsverfahren wegen offenbar chronischen Schmiergeldzahlungen für zahlreiche ominöse Geschäfte. Ende Januar meldete die Deutsche Bank einen Quartalsverlust in Höhe von 2,15 Milliarden Euro und sorgte für viel Unruhe. Auch diese Bank steht derzeit bei der Staatsanwaltschaft unter besonderer „Beobachtung“ aufgrund zweifelhafter Geschäfte mit Emissions-Zertifikaten. Internationale Finanzaufsichtsbehörden werfen dem deutschen Bankenprimus Manipulationen beim Libor-Zinssatz vor.

Anfang Februar sorgte das niederländische Finanzhaus SNS Reaal für Aufsehen. Der besonders im Immobiliensektor engagierte Konzern erlitt im letzten Jahresquartal einen derartigen Verlust, dass die niederländische Regierung dazu genötigt wurde, eine Finanzspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro anzusetzen. Nur wenige Tage danach folgte der Quartalsbericht der Commerzbank und offenbarte ein kräftiges Minus in Höhe von rund 720 Millionen Euro für Quartal 4 2012.

Die größten Verlustbrocken für die französische Bank Société Générale sind in Abschreibungen zu finden. Insgesamt muss das Kredithaus auf 392 Millionen Euro verzichten und der Löwenanteil fällt auf Newedge Group, ein Derivate-Broker. Wie auch die Deutsche Bank will der französische Finanzkonzern für kommende Rechtsstreitigkeiten und ggfs. Strafzahlungen eine beträchtliche Summe „reservieren“. 300 Millionen Euro sollen es bei der Société Générale sein.

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