Slowenien der nächste Euro-Sturzkandidat?

Slowenien Krise-


Und wieder sind es die Banken, die mit Slowenien ein weiteres Euro-Land in den Abgrund zu reißen drohen, sofern nicht die Euro-Zone samt ESM und Steuerzahler zur Hilfe eilten. Die Banken stehen aufgrund Überschuldung kurz vor dem Kollabieren und bereits heute denkt man über einen Schuldenschnitt nach.

Steuerzahler stehen wiederholt in der Verantwortung für Banken

Slowenien-Krise
Slowenien als nächster Eurokrisen-Kandidat hoch gehandelt

Zyperns „Rettung“ vor dem sicher geglaubten Untergang ist vorübergehend abgeschlossen. Das Feld muss noch von den opulenten sowie teils zerstückelten Banken gesäubert werden und die Bürger der Mittelmeerinsel kommen für die Kosten auf, die andere verursachten. Eine vernünftige bzw. glaubwürdige Lösung, wie Zypern jemals wieder Boden unter den Füssen gewinnen kann, ist nicht gefunden, aber viel wichtiger ist, es besteht wieder Platz für einen nächsten Kandidaten in der Euro-Zone.

Unmittelbar nachrücken könnte das medial bisher kaum erschienene Euro-Mitgliedsland Slowenien. Ein Mitgliedsstaat der Euro-Zone, welches das Zeug dazu hat, zu einem neuen „individuell zu behandelnden Einzelfall“ zu werden, denn Ökonomen sehen Slowenien bereits am Abgrund stehen und dessen Hände bereits für Hilfe betend in die Höhe gehoben.

Das „Antragsformular“ für Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM könnte schon ausgefüllt sein und es gilt nur noch Datum und Unterschrift zu setzen. Nach Einschätzung von deutschen Wirtschaftswissenschaftlern ließe sich die Krise in Slowenien kaum noch abwenden, da der enorm hohe Finanzbedarf des Landes für die Rekapitalisierung der Banken jegliche Vorteile eines durchaus bewältigbaren Refinanzierungsbedarfs vernichtet, so Ansgar Belke, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen, zu Handelsblatt Online (Donnerstag). Darüber hinaus wiesen die Ratings für das Land permanent nach unten.

„Einheitsprobleme“ in einem zersplitterten Europa
Demnach leide das Land an Symptomen, die bereits aus anderen Euro-Krisenländern bekannt wären. Der dramatische Anstieg der Haushaltsschulden Sloweniens und einer handlungsunfähigen Regierung wäre mit der Situation Italiens vergleichbar. Beinahe typisch für Euro-Südländer sind demnach auch die weiteren Krisengründe wie mangelende Wettbewerbsfähigkeit sowie, gemäß Portugal, hoch verschuldete Unternehmen. Slowenien würde wie Spanien und Irland mit den Folgen einer geplatzten Immobilienblase zu kämpfen haben. „Es ist somit zu befürchten, dass Slowenien aufgrund dieses unglücklichen Mixes das Schicksal der Peripherieländer teilen wird und noch 2013 unter den Schirm flüchten muss“, erklärte Belke Handelsblatt Online.

Erschwerend käme hinzu, dass sich Slowenien in einem „Teufelskreis finanzieller Anspannungen“ befände, angetrieben durch den Mangel an fiskalpolitischer Konsolidierung und dessen Beseitigung sowie die Rezession verstärkenden und verlängerten schwachen Bilanzen der Unternehmer. Ein Durchbrechen des Teufelskreises gelänge nur durch die Rekapitalisierung einiger „Problembanken“.

Slowenien bewegt sich auf „sehr dünnem Eis“
Die Eigenkapitaldecke Sloweniens Banken wäre nur 4 Milliarden Euro stark, während die Bilanzsumme auf 50,6 Milliarden Euro geschätzt werde, so Thorsten Polleit, Honorarprofessor an der Frankfurt School of Finance & Management, zu Handelsblatt Online. Eine sehr „problematische Lage“, da die derzeitigen Verluste in Höhe von 7 Milliarden Euro eine Überschuldung der Banken darstellten. Einen Schuldenschnitt sieht Polleit als unvermeidbar an.

Der Honorarprofessor sieht für die ernsthaften Entwicklungen die Europäische Zentralbank (EZB) als den verantwortlichen Verursacher. Jahrelang hätte die EZB durch Bankkredite die Geldmenge ausgeweitet und diese zu immer niedrigeren Zinsen bereitgestellt. Die Folgen zeigten sich jetzt von der „schlimmsten Seite“, so Polleit und fügte hinzu, „die Krise ist noch nicht überwunden, sie wird vermutlich noch schlimmer, bevor eine Besserung eintritt.“

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