Sinn kritisiert EZB-Beschluss als „völlig verfehlte Politik“

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Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist „am Ende ihres Lateins“, so Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner ifo-Instituts. Die Notenbank betreibe eine „völlig verfehlte Politik“.

Eurozone

Die Europäische Zentralbank steht dem Euro-Desaster offenbar hilflos gegenüber

„Die Pferde wollen nicht mehr saufen“

Dass die am Donnerstag gefassten Beschlüsse des EZB-Rats nicht unbedingt auf eine breite Zustimmung treffen werden, konnte sich EZB-Chef Mario Draghi im Vorfeld schon ausmalen. Doch die umfangreichen Eingriffe in die Finanzmärkte würde der Ex-Goldman Sachs Banker ohnehin als „alternativ“ los deklarieren.

Die EZB schraubt den Hauptrefinanzierungszinssatz („Leitzins“) von 0,05% auf 0,0% herab. Der Einlagezins für Großbanken und deren bei der Notenbank geparktes Geld lautet nun -0,4%. Dazu werden die seit März 2015 laufenden Anleihekäufe von monatlich 60 auf 80 Milliarden Euro angehoben.

Für den Präsidenten des Münchner ifo-Instituts Hans-Werner Sinn ist der EZB-Entschluss der Beleg, dass die Notenbank eine fiskalische Umverteilung zur Rettung von Zombiebanken und beinahe konkursreifen Ländern betreibe. „Diese Umverteilungspolitik ist keine Geldpolitik, und es fällt der EZB immer schwerer, sie als eine solche zu verkaufen. Da sie sich durch den Europäischen Gerichtshof gedeckt sieht, wagt sich die EZB immer weiter über die Grenzen ihres Mandats hinaus“, so Sinn am Donnerstag.

Dazu komme die geplante Abschaffung der 500-Euro Banknote. Eine Maßnahme, um das Ansammeln von Bargeld zu verteuern, so der ifo-Chef. „Eine völlig verfehlte Politik“.

Der EZB scheinen die Mittel auszugehen, um den Schuldenproblemen in der Eurozone zu begegnen. „Mehr Wasser hilft nicht, wenn die Pferde nicht saufen wollen“, so Sinn zu der Aufstockung des Anleihekaufprogramms (QE) um 20 Milliarden Euro.





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