Sind Zyperns Großbanken bereits leer geräumt?

Banken-Desaster Zypern-


Womöglich präsentieren die Großbanken Zyperns nach deren voraussichtlichen Wiedereröffnung am Donnerstag leere Konten. Während sich die ansässigen Unternehmen und die Privatkunden mit limitierter Geldausgabe abspeisen lassen müssen, haben ausländische Großinvestoren offenbar Gelegenheit erhalten, ihre Gelder in Sicherheit zu bringen, trotz Transfer-Sperre.

Wurde bewusst ein Hintertürchen für Kapitalrettung aus Zypern offen gelassen?

Zypern Dilemma
Offene Kanäle für heimliche Kapitalrettung aus Zypern

Es ist durchaus möglich, dass die Begründung für den wiederholt verschobenen Eröffnungstermin der Banken Zyperns vorgeschoben wurde. Angeblich befürchten die zahlreichen kleinen Kreditinstitute einen übermäßigen Ansturm der Bankkunden, da die zwei Großbanken, der Rest der Laiki Bank und die Bank of Cyprus, erst am Donnerstag öffneten. Deshalb ordnete das zyprische Finanzministerium an, den ursprünglichen Termin am heutigen Dienstag platzen zu lassen, um zwei Tage später die Bankpforten gemeinschaftlich öffnen zu lassen.

Der wahre Grund für die Verzögerung könnte allerdings ebenso gut der notwendige Zeitgewinn sein, um das Problem leerer Bankkonten anzugehen.
Bereits am Sonntag lagen der F.A.Z. Informationen vor, dass aus Zypern trotz Transfer-Sperre große Mengen an Kapital abfließen könnten, da die Bilanzen aus dem Target-System u.a. in der vergangenen Woche bis zu doppelt so hoch ausgefallen seien, als der Regelfall. Diese Auffälligkeit weise auf regen Kapitalfluss hin.

Mit einem einfachen Trick könnten Investoren dennoch „völlig unbehelligt“ ihr Kapital außer Landes schaffen, um der Zwangsabgabe zur Bankenrettung zu entgehen. Die Deklaration „Überweisung für humanitäre Zwecke“ darf die „Kapital-Grenzkontrollen“ passieren. Legt man die bisherigen Maßstäbe zur Gewissenhaftigkeit der zyprischen Kontrolleure an, dürften längst Milliardenbeträge von den Konten der Geldhäuser abgezogen worden sein.

Bereits bei den am vergangenen Sonntag geführten Verhandlungen in Brüssel soll lt. Reuters die Information durchgedrungen sein, dass die zerschlagene Laiki-Bank zu diesem Zeitpunkt faktisch leer geräumt war. Demnach hätten besonders die Anleger und Unternehmen aus Russland unterstützenden Wind davon bekommen, was ihnen blüte, wenn das Kapital weiterhin auf den Konten der zyprischen Banken verbliebe. Darüber hinaus war ein Kinderspiel, Geldbeträge ohne Limits vom Ausland aus in Auftrag zu geben.

Beide Großbanken, die Bank of Cyprus und die Laika-Bank, verfügen lt. Deutsche Wirtschafts Nachrichten (26.03.13) über ein ausländisches Filialnetz, u. a. in London. Von dieser Position aus hätten die Anleger zu jeder Zeit den Auftrag für eine unlimitierte Geldüberweisung aus Zypern in Auftrag geben können. Dazu kommt die pikante Tatsache, dass die Bank of Cyprus mit 80 Prozent an die Uniastrum-Bank beteiligt ist, ein russisches Kreditinstitut.

Zuerst Großanleger retten, dann den Rest schröpfen

Großanleger und internationale Unternehmen konnten offenbar gezielt ihre Schäfchen ins Trockene bringen und sehen nun zu, welche Steueroase derzeit als noch attraktiv erscheint. Wenn die Bank of Cyprus am Donnerstag geöffnet haben wird, dürften vielleicht schon die ersten Meldungen über „leergeräumte Tresore“ vorausgeeilt sein.

Derzeit stehen 40% Zwangsabgabe für die (restlichen) Inhaber eines zyprischen Kontos auf dem Plan. Gemäß fehlender Milliardenbeträge, die rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden sind, dürfte zur Erfüllung der von der Euro-Gruppe geforderten 5,8 Milliarden Euro eine echte Finanzierungslücke entstehen. Am Ende stellt sich dieser Anteil als die untere Verhandlungsbasis heraus, welche nach oben offene Skala viel Platz für Fantasien belässt.

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