Schweizer UBS feuert Händler – Symbolisches Bauernopfer?

Libor Skandal UBS Bank-

Die schweizer Bank UBS hat an Glanz verloren. Der Libor-Skandal überdeckt die bisher als solide gegoltene Schweizer Vorzeigebank mit einem grauen Schleier. Zinsmanipulationen zum Nachteil der Allgemeinheit gehörten offenbar zu deren Bankenalltag. Die ersten Konsequenzen werden mit der Entlassung eines UBS-Händlers eingeleitet.

US-Mitarbeiter muss Posten als UBS-Chefhändler räumen

Banken Skandale
Libor-Skandal der BankenBild: Lupo / pixelio.de

Bei der US-Niederlassung Starnford, Bundesstaat Connecticut, hat der UBS-Chefhändler seinen Hut nehmen müssen. Das Handelsblatt (Dienstag) berichtet von einem Swap-Händler, der lt. der UBS-Sprecherin die Schweizer Bank verlassen hat. Vorher wäre der Mitarbeiter zwischen 2006 und 2009 bei der britischen Bank Barclays tätig gewesen.

Barclays wurde wegen den Manipulationen des Libor-Zinssatzes bereits zu einer Strafe von einer halben Milliarde Dollar abgestraft. Weitere zahlreiche Banken stehen unter Verdacht, den Londoner Interbankenzinssatz zwischen 2005 und 2009 zum eigenen Vorteil manipuliert zu haben.

Halbherzige Maßnahmen mit symbolischem Charakter

Ein Mitarbeiter einer Großbank „wird gegangen“ weil er gegen geltende Regeln des internationalen Investmenthandelns verstieß. Ein Bauernopfer weil die Medien sich zum Libor-Skandal überschlugen und ausgerechnet die schweizer UBS derzeit im Mittelpunkt steht?

Die Gesetze im virtuellen Wertehandel unterscheiden sich grundlegend zu den Regeln in der Realwirtschaft. Das gilt für die Institutionen ebenso wie für deren Mitarbeiter.

Ein langjähriger Mitarbeiter im Handwerksbetrieb gilt als solide und beständig, auf den man sich verlassen kann. Gänzlich gegensätzlich würde der gleiche Angestellte im Investmentbanking als unflexibel gelten, der sein Potenzial nicht zu maximieren weiß.

Eine einfache Verkäuferin im Einzelhandel erfährt die volle Härte der Gesetze, wenn diese eine Packung Zigaretten einsteckte. Die fristlose Kündigung mit strafrechtlicher Verfolgung (Diebstahl, bzw. Unterschlagung) sind so gut wie sicher. Eine neue Anstellung stünde lokal in schlechter Aussicht, sollte sich das Fehlverhalten herum gesprochen haben.

Was Geld einbringt ist nur schlau und sonst nichts
Der Libor-Skandal war für die Banken ein einträgliches Milliardengeschäft. Komplett illegal und von moralischen Bedenken keine Spur. Zur wirkungsvollen aber auch unauffälligen Manipulation des Interbankenzinssatzes gehört einiges Geschick dazu. Dafür braucht es Spezialisten. Die Zinsmanipulation ist ein beständiges Fehlverhalten, das jedoch nicht abgestraft wird. Sollte ein solcher Finanzexperte dennoch vor die Türe gesetzt werden, steht er vor der Qual der Wahl, welche offenen Arme ihm am meisten zusprechen.

Das ungeschriebene Gesetz der Immunität
Die Einzelhandelsverkäuferin ist schlicht eine „Diebin“, die ihrem Arbeitgeber einen Schaden von rund 5,- Euro zufügte. Der Finanzspezialist fügt der Allgemeinheit einen Schaden in Milliardenhöhe zu, gilt aber in Kreisen der Investmentbanken als smarter und gewiefter Experte, den man unbedingt für die eigenen Zwecke anwerben sollte.

Gegangene Vorstandsmitglieder oder ranghohe Funktionäre der Konzerne und Banken „fallen“ nicht, sie „wechseln“. Fehlverhalten werden mit Abfindungen in Millionenhöhe „bestraft“ und der Gang durch die Ausgangstüre geht fließend zur nächsten Institution über.

Der ehemalige UBS-Chefhändler soll zuvor der Vorgesetzte vom im Libor-Skandal verwickelten Barclays-Mitarbeiter gewesen sein. Zufall? Zumindest braucht sich niemand Sorgen um die Zukunft des gefeuerten UBS-Händlers zu machen.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.